Ein weites Leben - M.L. Stedman

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    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, deutsche Erstausgabe (25. März 2026)
    • Übersetzer: Cornelius Hartz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764510056
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764510053
    • Originaltitel : ‎ A Far-Flung Life
    • Genre: Roman, Familienroman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück mit schweren Beeinträchtigungen. Und doch findet er zielstrebig zurück nach Meredith Downs, zurück zu Mutter und Schwester, als das Schicksal ein zweites Mal zuschlägt. Aber diesmal steht nicht nur Matts Leben auf dem Spiel, sondern seine Seele – und zwar auf eine Weise, die kaum jemand vorhersehen, geschweige denn hätte überleben können.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Wir sind im Jahre 1958 im Westen von Australien, wo die fünfköpfige Familie der McBrides ihre Schaffarm bewirtschaftet. Das Leben im Outback ist hart. Die Hitze und die karge Landschaft fordert die Menschen jeden Tag.
Ein tragischer Unfall verändert das Leben der McBrides von einem Tag auf den anderen. Der Vater und der ältere Sohn sterben, der jüngste Sohn, Matt, wird schwer verletzt. Er überlebt, hat aber schwere Beeinträchtigungen an Körper und Seele. Lorna, seine Mutter, und Rose, seine Schwester, müssen trotz ihrer Trauer nicht nur die Schaffarm weiterführen, sondern sich auch um den traumatisierten Matt kümmern. Gerade als es scheint, dass sich alles zum Guten wendet, schlägt das Schicksal erneut unerbittlich zu.....

Die Autorin hat mich vor Jahren mit ihrem Debütroman "Das Licht zwischen den Meeren" begeistert. Wow, das ist schon 12 Jahre her, sehe ich gerade. Von "Ein weites Leben" habe ich mir natürlich ähnliches erhofft. Leider ist das nicht ganz eingetroffen, aber die 5 Sterne von damals sind auch schwer zu erreichen.
Der Roman wird in drei Teile unterteilt. M.L. Stedmann erzählt ihre Geschichte in der 3. Person, wechselt ab und zu zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, was mich nur kurz einmal etwas irritiert hat.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und detailliert. M.L. Stedman ist es, wie schon im Vorgänger gelungen, die einzelnen Charaktere authentisch und sehr lebendig zu beschreiben. Man hat das Gefühl sie gut zu kennen und bis in ihr Innerstes blicken zu können. Die emotionale zwischenmenschliche Tiefe des Romans hat mir außerordentlich gut gefallen, auch wenn die Geschichte nach dem zweiten schweren Unglück sehr bedrückend wird. Das ändert sich Gott sei Dank wieder und man spürt die Hoffnung, die Matt und seine Mutter Lorna antreibt. Sie wollen in Meredith Down bleiben und die Schaffarm weiter führen. 
Dabei wirft die Autorin auch immer wieder grundlegende Fragen nach Recht und Gerechtigkeit auf. Sie beleuchtet eindringlich, welche Auswirkungen Tabus und innere Konflikte auf den Menschen haben. Dabei wertet sie nicht und gibt dem Leser weitere Denkanstöße.
Gleichzeitig bleiben die raue Landschaft und die besonderen Lebensumstände des Outbacks stets präsent. Bildgewaltig beschreibt sie die Weite Australiens, die für uns Europäer schwer vorstellbar ist.

Es gibt aber auch einige kleine Kritikpunkte. Viele Ereignisse, die nicht wirklich zur Geschichte beitragen, verlaufen sich mit der Zeit und werden nicht zu Ende geführt. Am Ende fragt man sich, warum diese Stränge überhaupt Erwähnungen finden. Andere wiederum zeigen das gesellschaftliche Leben und die Menschen, die in der einsamen Gegend nach Tragödien gieren, auf. Für mich war vieles sehr detailliert erzählt und hätte gekürzt werden können, ohne der Handlung zu schaden.

Cover:
von links nach rechts:
das erste und die letzten beiden Cover sind alle englischsprachig, das zweite zeigt das französische Cover, danach das polnische und das schwedische Cover.

Fazit:
Ein eindringliches Buch darüber, was einem bleibt, wenn scheinbar alles verloren ist. Bildgewaltig erzählt und voller Denkanstöße über das Leben, Recht und Gerechtigkeit.


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

[Die Trümmerschule] Jahre der Kinder - Beate Maly

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    • Taschenbuch: ‎ 384 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch, Erscheinungsdatum: 29. Januar 2026
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3548069029
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548069029
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: Band 2 von 2



Ullstein Kurzbeschreibung:
Wien, 1947: Seitdem Doktor Pfeifer in Rente gegangen ist, kämpft die jüdische Lehrerin Stella gegen die Anfeindungen des neuen Direktors des Lindengymnasium, die dieser immer offener zur Schau trägt. Nur privat ist ihr mit Leopold ein wenig Glück beschert, aber das Leid der Kinder ist für Stella nur schwer zu ertragen. Um nachhaltig etwas für sie zu verändern, setzt sie alles daran, um Direktorin zu werden ...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Der zweite Band der Trümmerschule hat mich leider nicht wirklich abgeholt bzw. fehlte es mir irgendwie an Höhen und Tiefen.

Nachdem Direktor Pfeifer in den Ruhestand entlassen wurde, brechen schwere Zeiten für Stella im Lindengymnasium an. Deimel, der neue Direktor hat ihr schon im Vorfeld Steine in den Weg gelegt und übt nun seine Macht gegenüber Stella noch mehr aus. Mit seiner NS Gesinnung und den dementsprechenden Erziehungsmethoden macht er es nicht nur Stella schwer, sondern auch einigen Schülern. Vor allem Norbert, der aus der Hauptschule ins Gymnasium wechseln durfte, möchte er mit ungerechtfertigten Noten wieder hinausschmeißen. Stella und eine ihrer Kolleginnen kämpfen für Norbert, wobei beide mit viel Vorsicht vorgehen müssen, um nicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Leopold bekommt Bruno, einen neuen Lehrling an seine Seite gestellt. Dieser kommt aus dem berüchtigten Hyrtl'schen Waisenhaus, verheimlicht aber seine Vergangenheit. Gemeinsam mit Günther, einem der neuen Schüler in Stellas Klasse, war er auf der Flucht. Bruno flüchtetet aus dem Waisenhaus und Günther vor der Einberufung, um nicht im Volkssturm an die Front gerufen zu werden.

Beate Maly widmet sich neben Stellas Problemen an der Schule den Traumata der verlorenen Generation. Das Schicksal von Bruno und Günther hat mich sehr bewegt. Beider erleiden schlimme Dinge, die sprachlos machen. Als Bruno plötzlich ohne ein Wort verschwindet und Leopold sich über seinen bisher pflichtbewussten Lehrling wundert, kommen nach und nach einige Dinge ans Licht, die einiges verändern könnten.

Angelehnt an die Lebensgeschichte der Pädagogin Stella Klein-Löw hat die Autorin Historie und Fiktion gekonnt verbunden. Wie immer ist der damalige Zeitgeist perfekt eingefangen und den LeserInnen wird vieles über die Kinder der Kriegsgeneration vermittelt. Der leicht lesbare Schreibstil lässt einem - trotz mancher schweren Themen - durch die Geschichte eilen. 
Trotzdem konnte mich "Jahre der Kinder" nicht wirklich mitreißen.

Fazit:
Der zweite Band plätscherte für meinen Geschmack leider etwas zu sehr vor sich hin und blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Geschichte der Flucht von Bruno und Günther war für mich der spannendste und emotional bewegendste Teil. Im Vergleich dazu fehlte es den übrigen Abschnitten an Dynamik, Höhen und Tiefen, sowie an echter Spannung.


Die Trümmerschule:
  1. Zeit der Hoffnung  *Rezi*
  2. Jahre der Kinder

Das Schönste aller Leben - Betty Boras

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    • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    • Verlag: ‎ hanserblau, 1. Auflage (17. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446284516
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446284517
    • Genre: Roman



Hanser Kurzbeschreibung:
Kurz nach dem Sturz der Diktatur flieht Vio mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland. Sich anpassen, bloß nicht auffallen – das ist der Preis des Ankommens. Fleiß und Schönheit seine Währung. Trotz aller Widerstände findet Vio ihren Platz in der Gesellschaft. Als jedoch Jahre später ihre zweijährige Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, droht sie, an ihren Selbstvorwürfen zu zerbrechen. Im 18. Jahrhundert muss Theresia einen hohen Preis dafür zahlen, als begehrenswert zu gelten. Sie gerät ins Visier der Keuschheitskommission, wird entrechtet und verschleppt. Beiden Frauen ist die Banater Erde eingeschrieben, die zwischen den Jahrhunderten ein Band aus Schmerz und Schönheit spinnt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge 

Meine Meinung:
Betty Boras "kenne" ich von Instagram und habe einen Teil ihres Weges zu diesem Roman mit großem Interesse verfolgt. Vor allem ihre Reise ins Banat, wo ein Handlungsstrang spielt und auch ihre eigene Vergangenheit liegt.
Deshalb habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich bei Lovelybooks das Buch für die Leserunde gewonnen habe.

Der Roman besteht aus drei Zeitebenen und Handlungssträngen. Dabei lernen wir Vio einmal als Teenager und einmal als erwachsene Frau und Mutter kennen. Nach dem Sturz und Tod von Cauceascu verlassen ihre Eltern Glogawatz im rumänischen Banat. Dort leben die Banater Schwaben, die deutschsprachig sind. Vio kommt als sechsjährige nach Deutschland und will einfach dazugehören. Sie will weder auffallen und nicht anders sein, was ihr vor allem einige Jahre später durch das Tragen eines medizinischen Korsetts schwer fällt. Besonders in diesem Alter, wo man sich nach Freunde und Zugehörigkeit sehnt, fühlt sich Vio allein gelassen. Wenn du denkst, du bist anders, fällst du auf und das versucht Vio zu vermeiden.

Im zweiten Strang ist Vio erwachsen und hat eine Tochter. Hier wird aus der Ich-Perspektive erzählt, während alle anderen Handlungsstränge in der 3. Person geschrieben sind.
Nach einem tragischen Unfall zweifelt Vio an der Mutterrolle und gibt sich die Schuld, dass sie die Schönheit ihrer Tochter zerstört hat, die nun Narben tragen wird. Wie wird die Zukunft ihrer Tochter wohl aussehen? Vio kapselt sich immer mehr ab und fällt in eine tiefe Depression.

Im Vergangenheitsstrang, der im 18. Jahrhundert spielt, begleiten wir Theresia. Sie wird von Wien auf dem Wasserweg der Donau in ein Arbeitslager nach Rumänien gebracht. Ihren Strang fand ich besonders interessant und emotional. Hier hätte ich mir noch etwas mehr dazu gewünscht. Die Zusammenhänge zu Vio werden ebenfalls nicht wirklich klar; man erfährt lediglich, dass sie eine Vorfahrin von ihr ist. Gemeinsam ist aber das Thema Schönheit.

Dazwischen gibt es immer wieder einige kurze Kapitel aus der Sicht der Banater Erde, was ungewöhnlich, aber interessant ist.

Betty Boras hat in ihrem Debüt einige Themen aufgemacht. Die zwei Wichtigsten davon sind Integration bzw. Herkunft und Schönheit. Dabei beginnt man selbst zu reflektieren und nachzudenken. Wünscht sich nicht jede Mutter insgeheim ein schönes Kind bzw. ist es nicht ein wichtiger Bestandteil für ein schönes und gutes Leben?
Die sogenannte Schönheit, die jeder individuell sieht, ist jedoch auch ein zweischneidiges Schwert. Sie kann das Leben leichter machen, aber sie kann auch ein Fluch sein. Die Autorin zeigt hier beide Sichtweisen auf.
Die Figuren sind lebendig und man kann sich in beide Frauen hineinfühlen. Trotzdem habe ich Vio als erwachsene Frau nicht ganz verstanden. Sie suhlt sich in Selbstmitleid und kapselt ihr Kind und sich selbst von der Umwelt ab. 

Der Schreibstil von Betty Boras lässt sich sehr angenehm lesen. Dabei ist er eindringlich und emotional. Besonders gut gefallen hat mir die sehr feinfühlige Sprache und die Stimmung. 

Insgesamt waren es mir fast zu viele Themen bzw. hätte man zu jedem noch sehr viel erzählen und noch mehr in die Tiefe gehen können. Trotzdem ist die Geschichte eindringlich erzählt und bleibt auf jeden Fall in Erinnerung.

Fazit:
Das Romandebüt von Betty Boras ist ein gelungener und gefühlvoller Roman, der mir sehr gut gefallen hat, aber zu wenig Seiten für all die Themen und Konflikte hat. Besonders den historischen Teil fand ich sehr interessant, der aber eindeutig zu kurz kommt. Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus für LeserInnen, die gerne Lektüre über Migration und Herkunft lesen.


Vielen Dank an Lovelybooks und hanserblau für das Rezensionsexemplar!

[Felix Blom] Mord an der Spree - Alex Beer

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    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Limes Verlag, Originalausgabe (5. November 2025)
    • ISBN-10 : ‎ 3809027960
    • ISBN-13 : ‎ 978-3809027966
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 der Felix Blom Reihe


Limes Kurzbeschreibung:
Berlin, 1879. Als Privatdetektiv Felix Blom und seine Partnerin Mathilde Voss im Zuge eines Auftrags den Mord an einer ehemaligen Prostituierten untersuchen, werden sie von der Vergangenheit eingeholt: Vor neun Jahren verschwand eine Freundin von Mathilde auf rätselhafte Weise – und nun deuten Hinweise darauf, dass beide Ereignisse zusammenhängen. Als es ein weiteres Mordopfer gibt, erkennen Felix und Mathilde, dass jemand bereit ist, über Leichen zu gehen, um ein düsteres Geheimnis zu bewahren. Bald steht nicht nur ihre berufliche Existenz, sondern auch ihr Leben auf dem Spiel – denn der Täter ist gefährlich nahe …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Obwohl ich die historischen Wien Romane um August Emmerich und Ferdinand Winter der Autorin bevorzuge, habe ich dem dritten Band ihrer Felix Blom Reihe schon hin gefiebert. Ich habe sogar ein signiertes Exemplar bei Thalia ergattert, was ich erst nach meinem Kauf bemerkt habe! Nun habe ich schon drei von Alex Beer signierte Bücher, denn ich war auch schon zwei Mal bei einer Lesung von ihr.

Aber nun zum dritten Felix Blom Teil, der "Mord an der Spree" heißt und mit dem Tod einer Prostituierten beginnt. Für Mathilde ist es diesmal jedoch kein Mord wie jeder andere, sondern er führt sie zurück in ihre Vergangenheit.
Damals, am Ostersonntag vor neun Jahren, machen Mathilde und ihre Freundinnen Charlotte, Agnes und Antonia einen Ausflug zum Biergarten auf der Spandauer Spitze. Kaum haben sie sich hingesetzt, wirkt Agnes plötzlich erschrocken und verlässt den Biergarten und ihre Freundinnen. Sie kehrt nie wieder zurück.  
Nun soll auch Charlotte verschwunden sein und mit ihr ein Amulett, welches sie angeblich gestohlen hat. Felix und sie haben diesen neuen Auftrag von einem Herren aus der oberen Schicht erhalten. Sie sollen die Diebin überführen. Mathilde kann es nicht fassen und erhält kurze Zeit später eine Nachricht von Antonia, der dritten Freundin. Als Mathilde Antonia aufsucht, findet sie diese tot vor. Kurz darauf wird sie von der Polizei überrascht und wird zur Hauptverdächtigen. Obwohl sie ihre Unschuld beteuert, wird sie nach Moabit überstellt - wo einst auch Felix Blom inhaftiert war.
Felix versucht alles, um ihre Unschuld zu beweisen und verbündet sich sogar mit seinem Erzfeind Bruno Harting. Obwohl er und Felix Feinde sind, glaubt auch er nicht an Mathildes Schuld. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Mathilde droht die Todesstrafe.

Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Felix und Bruno alles versuchen, um Mathilde zu retten. Es dauert relativ lange, bis sie einen Hinweis entdecken, der schließlich zur Auflösung des Falles führt. Bis dahin fiebert man mit den beiden Männern mit, denn es wird immer offensichtlicher, dass jemand Mathilde eine Falle gestellt hat. Doch wer und warum? 

Erschreckend fand ich, wie schnell man unschuldig ins Visier der Bürokratie gerät und es kaum gelingt seine Unschuld zu beweisen. Im 19. Jahrhundert war dies noch ohne Fingerabdrücke, DNA und anderen elektronischen Hilfsmitteln kaum möglich. 

Alex Beer hat wieder ein wunderbares Sittengemälde der damaligen Zeit und der Stadt Berlin gezeichnet. Die Atmosphäre ist wie immer eindrucksvoll und sehr stimmig eingefangen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir schon immer sehr gut. Er ist fesselnd, detailliert und sehr bildhaft.

Wie schon bei den beiden Vorgängern hat die Autorin eine historische Quelle für ihren Krimi inspiriert. Diesmal war es jedoch kein Zeitungsausschnitt, sondern eine eindrucksvolle Illustration aus der Illustrierten Zeitung von 1870. Was es damit auf sich hat, erfährt man beim Lesen =).

Fazit:
Auch der dritte Felix Blom konnte mich wieder überzeugen und hat mir viel Spaß gemacht - spannend und atmosphärisch!

Die Reihe um Felix Blom:

  1. Der Häftling von Moabit  *Rezi*
  2. Der Schatten von Berlin  *Rezi*
  3. Mord an der Spree

Steirerzwist - Claudia Rossbacher

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    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag, 1. Auflage (7. Januar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839209064
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839209066
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 15 um Sandra Mohr und Sascha Bergmann



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Kaum ist Sandra Mohr aus dem Urlaub zurück, wird in Graz eine tote Joggerin mit durchtrennter Kehle aus der Mur geborgen. Am Einsatzort stellt die LKA-Ermittlerin fest, dass sie die ermordete Hoteldirektorin flüchtig kannte. Kurz darauf wird unter einer nahen Brücke die Leiche eines Obdachlosen mit ähnlichen Verletzungen gefunden. Wurde die Frau beim Joggen zufällig zur Mordzeugin und musste deshalb sterben? Oder war alles ganz anders? Sandra Mohr und Sascha Bergmann ermitteln in einem Fall, der mit jeder neuen Spur noch undurchsichtiger wird.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen Joggingsrunde brutal ermordet wird. Ihre Leiche wird in der Mur geborgen. Sandra Mohr, die eben erst aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt ist, kennt die Tote flüchtig. Noch am selben Tag wird ein Obdachloser unter der Murbrücke gefunden, der fast identische Verletzungen aufweist. Hängen die Morde zusammen?
Der Fall ist etwas heikel, denn die Tote ist bekannt aus den sozialen Medien und hat vor nicht allzu langer Zeit ihren Mann zu Grabe getragen. Dessen erste Frau hat angeblich in der Mur Selbstmord begangen und ihr Tod liegt ebenfalls nicht sehr lange zurück, was einige Fragen aufwirft..... 

In diesem Band hat das Privatleben - vor allem von Sandra - etwas mehr Raum bekommen. Sie erhält die Nachricht, dass ihre Mutter verstorben ist und obwohl sie ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander hatten, ist Sandra über ihren Tod bedrückt. Zusätzlich muss zurück in ihren Heimatort, wo sich auch ihr verhasster Halbbruder befindet, der in der Vergangenheit bereits gewalttätig gegenüber Sandra wurde. Ihr neuer Partner Georg, der im letzten Band "Steirerzorn" in ihr Leben getreten ist, scheint der Richtige zu sein. Er unterstützt sie liebevoll gegen die verbalen Angriffe ihres Halbbruders und der Gerüchteküche in ihrem Heimatort. 

Elena König, die neue übereifrige Kollegin, scheint mit Sandra auch nicht wirklich auszukommen. Das belastet Sandra zusätzlich, während Sascha Bergmann sich wieder wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt und seine machohaften Sprüche klopft.
Die Situation verschärft sich, als Sandra Drohungen erhält, die denen ähneln, die das Mordopfer vor ihrem Tod bekommen hat. Es kommt zu einem Wettlauf mit der Zeit....

Obwohl sich der Fall wieder als sehr spannend erweist, war der Täter diesmal nicht wirklich eine Überraschung für mich. Trotzdem habe ich die Ermittlungen mit Spannung verfolgt.
Der Krimi lebt vor allem durch seine beiden Protagonisten, die viele auch aus dem TV kennen. Die Fernsehkrimis sind allerdings teilweise abweichend und Sandra Mohr spielt darinnen schon länger keine Rolle mehr und wurde durch andere Ermittlerinnen ersetzt. Ich bin wirklich froh, dass sie in den Büchern noch mit Sascha weiterermittelt, denn die Beiden sind einfach das Salz in der Suppe.

Ob Claudia Rossbacher ihre erfolgreiche Reihe weiterschrieben wird? Einst meinte sie, dass die Bände alphabetisch gereiht sind. Da wir nun zum zweiten Mal beim "Z" angelangt sind und sie nach eigener Auskunft eine Schreibpause einlegen wird, bin ich etwas verunsichert. Lesen werden wir aber auf jeden Fall wieder von ihr.

Fazit:
Nachdem mich der letzte Fall absolut abgeholt hat, war dieser zwar spannend, aber wieder etwas "zahmer" und mehr Regionalkrimi. Zusätzlich stand das Privatleben der Ermittler etwa mehr im Fokus, als üblich. Ich bin gespannt, ob die Reihe weitergehen wird oder Claudia Rossbacher sich einer neuen Krimireihe widmen wird - was sehr schade wäre.


Die Reihe um Sandra Mohr und Sascha Bergmann:
  1. Steirerblut    *Rezi*
  2. Steirerherz    *Rezi*
  3. Steirerkind    *Rezi*
  4. Steirerkreuz  *Rezi*
  5. Steirerland    *Rezi*
  6. Steirernacht  *Rezi
  7. Steirerpakt    *Rezi
  8. Steirerquell   *Rezi*
  9. Steirerrausch *Rezi*
  10. Steirerstern   *Rezi*
  11. Steirertanz    *Rezi*
  12. Steirerwahn  *Rezi*
  13. Steirerwald  *Rezi*
  14. Steirerzorn *Rezi*
  15. Steirerzwist

Letzter Landler - Herbert Dutzler

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    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag, 1. Auflage (19. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979986
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979983
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 13 um Franz Gasperlmaier



Haymon Kurzbeschreibung:
Im Ausseerland muss der Bär nicht alleine steppen. Denn neben dem Wiener Staatsopernballett gastieren auch die kanadischen Eltern von Franz Gasperlmaiers Schwiegertochter Richelle in Bad Aussee. Statt noch schnell seine lückenhaften Fremdsprachenkenntnisse aufzupolieren, muss der bodenständige Polizist Gattin Christine ins Ballett begleiten. Am schönen blauen Altausseer See tanzt am selben Wochenende dann auch noch der Tod Landler: Eine der Musikerinnen spielt bei der Aufführung ihren allerletzten Ton. Nicht nur Gasperlmaier wird da auf Misstöne im Orchesterensemble aufmerksam. Die große Frage: Wer teilt hier neben einer Begeisterung für Musik auch das Bett … und vielleicht sogar illegale Substanzen?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor 
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit Band 1 zu beginnen.

Gasperlmaier bekommt Besuch von den kanadischen Schwiegereltern seines Sohnes. Seine sehr maroden Englischkenntnisse hat er noch schnell ein bisschen aufpoliert. Doch der Aufregung nicht genug: seine Christine möchte mit ihm ins Staatsopernballett, welches in Bad Ausssee gastiert. Davon ist der Franz überhaupt nicht begeistert, doch zu seiner Überraschung gefällt ihm die Aufführung besser, als gedacht. Das liegt vor allem an einer Geigerin im Orchester, die ihn fasziniert. Leider findet er genau diese junge Musikerin am nächsten Morgen tot vor einer Kapelle auf.
Zusammen mit Kollegin Emina beginnt er -  zwischen gesellschaftlichen Pflichten und erhoffter Familienzeit - zu ermitteln. Verdächtige gibt es genug, denn sowohl das gesamte Orchester, als auch das Ballettensemble steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dabei hilft oft nur ein Schnapserl mit seinem Nachbar Dr. Altmann und das Gulasch dessen Frau. Als es ein zweites Todesopfer gibt, heißt es sich ranzuhalten...

Obwohl die Ausseer Krimis von Herbert Dutzler humorvoll und kurzweilig sind, spricht er immer wieder ernste und brisante Themen an. Da geht es um die Billigproduktion von österreichischer Trachtenmode, russischen Investoren, Massentourismus, Castingshows usw. Diesmal sind die Themen Frauenfeindlichkeit und Drogenmissbrauch. Gesellschaftskritik findet man in jedem seiner Regionalkrimis.
Sorgen macht ihm auch sein neuer Kollege. Nachdem Kollegin Manuela in Karenz ist und statt Dr. Kohlross Emina Jovanovic als Gruppeninspektorin neu hinzugekommen ist, soll nun Kevin, ein frisch von der Polizeischule eingesetzter Jungspund sein "Partner in Crime" sein. Der stellt Gasperlmaiers Nervenkostüm allerdings hart auf die Probe, vor allem nachdem er auch noch das Dienstfahrzeug zu Schrott gefahren ist. 

Herbert Dutzler erzählt wie immer in seiner ganz besonderen humorvollen Art, die einem Land und Leute näher bringt. Die Kulisse rund um das Ausseerland vermittelt jede Menge Lokalkolorit. Dutzler schafft die Balance zwischen leichter Unterhaltung, ernsthafter Ermittlungsarbeit und wichtigen gesellschaftskritischen  Themen.
Einige überraschende Wendungen und zahlreiche Verdächtige laden erneut perfekt zum Miträtseln ein. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Täter relativ früh zu offensichtlich wird – auch wenn das Mordmotiv lange im Unklaren bleibt. Gerade dieses konnte mich letztlich nicht ganz überzeugen. 
Trotzdem hat mir dieser dreizehnte Fall wieder jede Menge Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Nummer 14.

Fazit:
Wie immer sind die Gasperlmaier Krimis ein herrliches Lesevergnügen, die einem das Ausseer Land näher bringen und gut unterhalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.


Die Reihe um Franz Gasperlmaier:
  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen  *meine Rezi*
  11. Letztes Zuckerl *meine Rezi*
  12. Letztes Glückskeks  *meine Rezi*

Einatmen. Ausatmen - Maxim Leo

     



    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Kiepenheuer&Witsch, 1. Auflage (12. März 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462006517
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462006513
    • Genre: Gegenwartsliteratur



KiWi Kurzbeschreibung:
Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig, dass sie fachlich hochkompetent ist – aber menschlich eine ziemliche Katastrophe. Weshalb sie zum Coaching in ein Brandenburger Schloss geschickt wird – zu Alex Grow, dem berühmten Seelenflüsterer. Was niemand weiß: Seine Academy steht kurz vor dem Bankrott und Alex hat selbst mit Panikattacken zu kämpfen. Marlene ist seine letzte Hoffnung, denn im Erfolgsfall winkt ein Großauftrag der Aviola. Doch die Klientin bleibt skeptisch und verschlossen – bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen auftauchen, die sie erahnen lassen, was im Leben wirklich zählt.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.

Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Ihr Privatleben existiert nicht, Mitgefühl für ihre Mitarbeiter kennt sie nicht wirklich. Für sie zählt nur der maximale Erfolg. Dass sie bei den Kollegen nicht wirklich beliebt ist und als empathielos gilt, ergibt sich von selbst. Trotzdem hat sie die Firma Aviola zum Erfolg geführt, deren neue Vorstandsvorsitzende sie werden soll. Doch bevor sie den Job endgültig bekommt, muss sie auch auf menschlicher Ebene überzeugen. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar ins Brandenburgische geschickt. Der berühmte "Seelenflüsterer" Alex Grow soll sie zu mehr Mitgefühl und Einfühlungsvermögen bekehren. Doch er steckt im Moment selbst in einer existentiellen und finanziellen Krise. Falls er es jedoch schafft, Marlene zu einer empathischen Frau umzuwandeln, winkt ihm ein Großauftrag von Aviola.

Das erste Drittel hat mir sehr gut gefallen. Man lernt die zwei Hauptprotagonisten kennen, die beide an einem Punkt im Leben angelangt sind, der sie fordert. Marlene ist alles andere als begeistert vom Coaching, welches sie über sich ergehen lassen muss, um die gewünschte Beförderung zu erhalten. Alex steckt hingegen in einer Finanzkrise, nachdem er in seinem Schloss auch die vorzeigbaren Mitarbeiter wie Ayurveda-Köche, Yogalehrer und Atemtrainer eingestellt hat. Zusätzlich leidet er unter Bindungsangst, was niemand wissen darf.

Der flüssige und detailreiche Schreibstil und die Situationskomik des Autors hat mich schon in "Wir werden jung sein" überzeugt. Sein neuer Roman ist eher ruhig und lebt von den Begegnungen und Handlungen der Figuren. Abwechselnd wird aus der Sicht von Marlene und Alex erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und lernt Marlene und Alex sehr gut kennen. Aber auch die Nebenfiguren wurden mit viel Liebe gezeichnet, wie die Naturschützerin Connie oder Hausmeister Mattissen. 
Der trockene Humor hat mir sehr gut gefallen, der allerdings im Laufe des Buches etwas nachlässt. Der Autor nimmt die Branche gekonnt aufs Korn. Dabei wirken manche Handlungen etwas überspitzt.
Marlenes "Verwandlung" kam mir etwas zu schnell und das Ende bietet nicht wirklich eine große Überraschung. Trotzdem fand ich den Roman sehr unterhaltsam und die Aussage, dass es für Veränderungen nie zu spät sei, kann ich nur unterstreichen.

Fazit:
Ein ruhiger und humorvoller Roman über Selbstfindung, der nicht nur gut unterhält, sondern auch nachdenklich macht - jedoch nicht zu tief geht.


Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch und an vorablesen für das Rezensionsexemplar!

Sommer, Glück und Ringelblumen - Ally Zetterberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 2. Auflage (20. Februar 2026)
    • Übersetzer: ‎ Vanessa Lamatsch
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499013169
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499013164
    • Originaltitel : ‎ The Second Chance Bus Stop
    • Genre: Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf …
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte – aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Vom Rowohlt Verlag habe ich den neuen Roman von Ally Zetterberg erhalten. Das Setting Schweden hat mich sofort angesprochen. Für mich ist es das erste Buch der Autorin.

Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.

Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen.
Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....

Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....

Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist.
Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde. 
Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben.
Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten. 
Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street.
Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.

Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.  

Fazit:
Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet. 


Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Solothurn ruft nach Vergeltung - Christof Gasser

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag ‎ Emons Verlag, Erscheinungstermin: 27. Januar 2026
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740825332
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740825331
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 7 der Solothurner Kantonspolizei


Emons Kurzbeschreibung:
Tod an den Solothurner Filmtagen Ein packender Kriminalroman über Ehre, Schuld und Tod. Filmemacher Tom Kurti soll auf den Solothurner Filmtagen für seine umstrittene Dokumentation über Frauenhass und Femizid ausgezeichnet werden. Doch kurz vor der Preisverleihung wird er brutal ermordet. Kurti hatte viele Feinde, im Darknet lief ein Mordauftrag gegen ihn. Aber Chefermittler Dominik Dornach muss schnell feststellen, dass die Hintergründe der Tat tiefer reichen. Schmerzhafte Erinnerungen an einen alten Fall kommen auf, der Dornach und seine Familie noch heute in Gefahr bringen könnte.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Ich empfehle die Vorgängerbände zum besseren Verständnis zu lesen

Meine Meinung:
Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei den Solothurner Filmtagen wird der Filmemacher Toni Kurtis tot aufgefunden. Ausgerechnet Pia, Dominik Dornachs Tochter, hat gemeinsam mit Kurtis Assistentin Ella den Regisseur im Hotelzimmer gefunden. Seine umstrittene Dokumentation "Seelenrisse" über Zwangsehen, Frauenhandel und Femizide sollte bei der Veranstaltung mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet werden. Kurtis wurde in Albanien geboren und wurde des Landes verwiesen, als er einigen einflussreichen Personen zu sehr auf die Füße trat. Seither lebt er in der Schweiz.
Die Befragung des Filmteams ist schwierig und bald ist klar, dass der Ermordete viele Feinde hatte. Dominik und sein Team beginnen zu ermitteln. Dabei erkennt er bald, dass die Lösung in der Vergangenheit zu suchen ist - und zwar auch in seiner eigenen als Ermittler. Doch nicht nur der damals schlecht aufgeklärte Fall macht Dornach Probleme, sondern auch gesundheitlich scheint er nicht ganz auf der Höhe zu sein...

Der Inhalt des bereits siebenten Solothurner Krimis von Christof Gasser passt perfekt zum heutigen Frauentag. Die Krimis des Autoren lassen sich mit keinen anderen vergleichen, sind sie doch immer brandaktuell und politisch brisant. Diesmal haben wir es mit dem Thema Frauenmorde zu tun.
Schlagzeilen betreffend Femizide und Ehrenmorde werden zunehmend mehr und verursachen mir Gänsehaut. Misogyne Männer sind in allen Schichten und Religionen zu finden. 
 
Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch, die Handlung komplex und temporeich. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an den Krimis des Autors. Gasser lässt uns diesmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Kosovo ermitteln. Internationale Verflechtungen und zahlreiche Wendungen geben dem brisanten Thema zusätzliche Dramatik.
Private Einblicke dürfen ebenfalls nicht fehlen, wobei aber die Ermittlungen immer im Vordergrund stehen. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf.
 
Die im letzten Band neu eingesetzte Staatsanwältin wird krankheitsbedingt durch eine uns bekannte Figur ersetzt: Angela Casagrande
Gassers Frauenfiguren sind sehr stark und unabhängig. Casagrande und Jana Cranach von Europol sind bezeichnend dafür.
Pia empfand ich in diesem Band etwas zu unüberlegt und impulsiv, auch wenn dies zu ihren Charaktereigenschaften gehört. Als angehende Polizeischülerin hat sie zwar Dominiks Gespür geerbt und auch schon viel gelernt, aber ihre Alleingänge lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Das Ende birgt eine Überraschung, ist aber nachvollziehbar. Einen kleinen Cliffhanger gibt es zusätzlich.

Das Cover zeigt diesmal den Gerechtigkeitsbrunnen in Solothurn und passt perfekt zur Handlung. Ist Recht immer Gerechtigkeit?
Am Ende findet sich wieder ein Glossar mit Schweizer Begriffen, die ich als Österreicherin allerdings nicht wirklich benötige.

Fazit:
Ein hochbrisanter Krimi mit einer spannenden und raffiniert konstruierten Story. Christof Gassers Themen sind wie immer brisant und hochaktuell.


Vielen Dank an das Buchbüro und das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Solothurner Kantonspolizei:
  1. Solothurn trägt schwarz 
  2. Solothurn streut Asche  *Rezi*
  3. Solothurn spielt mit dem Feuer   *Rezi*
  4. Solothurn tanzt mit dem Teufel  *Rezi*
  5. Solothurn blickt in den Abgrund  *Rezi*
  6. Solothurn hüllt sich in Schweigen  *Rezi*
  7. Solothurn ruft nach Vergeltung

[Die von Bahlow Saga] Die Zukunft am Horizont - Alexandra Fischer

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     


    • Taschenbuch: 542 Seiten
    • Verlag: ‎ BoD – Books on Demand 1. Auflage (13. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3695105240
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3695105243
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 5 der von Bahlow Saga



Amazon Kurzbeschreibung:
Apia, 1956: Während Westsamoa sich langsam dem Traum der Unabhängigkeit nähert, müssen auch die von Bahlows entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen. Ein neues Gesicht mit einem vertrauten Namen taucht in Apia auf und mit ihm die Geister der Vergangenheit. Vor allem Martha wird gezwungen, sich ihnen zu stellen, während Gertrud und Emilie in Kalifornien versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Sefina hingegen muss sich gegen einen alten Feind behaupten und Paul trifft eine Entscheidung, deren Konsequenzen die gesamte Familie erschüttern. Inmitten politischer Umbrüche, persönlicher Prüfungen und einer sich wandelnden Gesellschaft muss jedes Familienmitglied entscheiden, ob es in Westsamoa eine Zukunft hat. Wird Tamalele am Ende wieder zur Heimat der von Bahlows oder endgültig zum Symbol eines verlorenen Traums?

Meine Bewertung: * * * *

                   Die Bücher der Saga  sollten der Reihe nach gelesen werden

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
Mit dem fünften Band der Von-Bahlow-Saga halten wir den krönenden Abschluss einer großen Familiensaga in den Händen, deren Schauplatz Westsamoa ist. Gemeinsam mit Nicole von Zeit für neue Genres habe ich das 542 Seiten starke Buch gelesen und mich von der Familie Von-Bahlow mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet.
Da die Veröffentlichung, und somit die Abstände der Bücher aus der Reihe sehr groß sind, braucht man etwas, um wieder in die Geschichte hineinzufinden und die vielen Figuren wieder richtig einzuordnen. Ein Stammbaum ganz hinten im Buch ist dabei sehr hilfreich.

Wir sind diesmal nicht nur auf Westsamoa, sondern auch in den USA und in Deutschland unterwegs. Es sind die Fünfziger Jahre, die auf allen drei Schauplätzen komplett unterschiedlich erlebt werden. Während in Samoa die Zeit fast stehen geblieben ist, tobt in Los Angeles und San Francisco das Leben. Mimi möchte Sina-Jean unbedingt ins Filmgeschäft bringen, welches in Hollywood unzählige Weltstars hervorbringt. In Deutschland hingegen ist Nachkriegszeit und das Land in Ost- und Westdeutschland aufgeteilt. Ein Familienzweig der Von-Bahlows lebt in Potsdam. Das ehemalige Gut wurde von der LPG enteignet und wird nun als Kolchose bewirtschaftet. Hier lernen wir Frederike, genannt Rike kennen, die nach dem Tod ihres Mannes aus Westberlin zu ihrer Familie zurückkehrt. Bruder Konrad und seine Frau Clara bewirtschaften das Gut, auf dem auch noch Mutter Erna lebt. Das Nachkriegsleben in der DDR deprimiert die freiheitsliebende Frau jedoch sehr. Als ihr Briefe von Karl von Bahlow auf dem Dachboden in die Hände fallen, wird ihr Wunsch, die Verwandtschaft auf Samoa kennenzulernen übermächtig, denn in Ostdeutschland hält sie nichts mehr. Mit dem Erbe ihres Mannes macht sie sich auf nach Westsamoa.....
Neben Rike begleiten wir Serafina, die mit Blair Astor verheiratet ist. Nach den Flitterwochen stürzen sie jedoch von ihrer "Cloud Number 9", denn die Astors setzen alles daran, diese Ehe zu zerstören.
Auf Samoa ist Martha noch immer diejenige, die für die Unabhängigkeit kämpft. Eine starke Frau, die nicht aufgibt, aber genauso dickköpfig und oftmals uneinsichtig ist. 

Die Familiensage ist sehr komplex und die Protagonisten sind mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen. Sie sind für mich fast wie Familienmitglieder und wirken authentisch. Die Figuren haben sich über all die Jahre weiterentwickelt und manche überraschen einem selbst nach vier Bänden noch mit einer unerwarteten Handlung. Die politischen Ereignisse auf Samoa spielen wieder eine Rolle, jedoch nehmen sie nicht so viel Platz ein, wie im Vorgängerband.
Die wechselnden Perspektiven, die aus der Sicht von Rike, Sefina, Martha und Paul erzählt werden, lassen die Geschehnisse noch viel intensiver wirken.
Alexandra Fischer greift auch viele Handlungsstränge aus den Vorgängerbänden auf, verwebt sie geschickt miteinander und führt vieles zu einem Abschluss, was lange Zeit offen geblieben war.
Am Ende schließt sich der Kreis - und dennoch empfand ich das Ende fast zu schön, um wahr zu sein, auch wenn es ein paar traurige Vorkommnisse gab. 

Wie bereits die Vorgängerbände, ist auch der fünfte Band wunderschön gestaltet. Die Kapitelanfänge sind durch ganzseitige Bilder hervorgehoben. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Ort, Land und das Jahr, sowie der Name des Protagonisten/der Protagonostin als Überschrift angegeben.

Alexandra Fischer hat auf Instagram bereits weitere Spin-offs angekündigt, die in den 1970iger Jahren spielen werden. Ich hoffe diese wird es auch als Print und nicht nur als eBook geben.

Fazit:
Ein würdiger Abschlussband dieser großartigen Familiensaga, die mich nach Westsamoa entführt hat und über Jahre unterhalten hat. Ich empfehle diese außergewöhnliche Saga, die uns ans Ende der Welt führt, sehr gerne weiter.


Die von Bahlow-Saga:
  1. Der Traum vom Horizont  *Rezi*
  2. Die Rückkehr zum Horizont  *Rezi*
  3. Die Kinder des Horizonts  *Rezi*
  4. Das Erbe des Horizonts  *Rezi*
  5. Die ZUkunft am Horizont 
 

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