Zypressensommer - Teresa Simon

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    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch, 1. Auflage, 13. Mai 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499014742
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499014741
    • Genre: Roman, zwei Zeitebenen



Rowohlt Kurzbeschreibung:
Die Hamburger Goldschmiedin Julia Matthiesen reist zum ersten Mal in das malerische Dorf Lucignano in der Toskana und ist auf Anhieb überwältigt vom Zauber der Landschaft. Ihr kürzlich verstorbener Nonno stammt von hier, seine Familie hat seit jeher Oliven angebaut, doch über seine Vergangenheit hat Gianni immer geschwiegen. Julia begibt sich auf die Spuren ihres Großvaters, unterstützt von dem attraktiven Italiener Matteo. Ihre gemeinsame Suche führt in die 1940er-Jahre, in die Zeit der «Resistenza», als italienische Partisanen sich in den Bergen versteckten und gegen die Faschisten kämpften; sie führt zu zwei Brüdern, den Olivenbauern Vito und Gianni, und zu einer tragischen Liebesgeschichte …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Hamburger Goldschmiedin Julia reist nach dem Tod ihres geliebten Nonno in sein ehemaliges Heimatdorf Lucignano in die italienischen Toskana. Julia hatte immer eine sehr enge Bindung zu ihrem Großvater, der ihr einen Zettel mit Fragen hinterlassen hat, denen sie in Italien nachgehen möchte. Außerdem ist sie neugierig, woher ihre italienischen Wurzeln kommen und ob es vielleicht noch Familie gibt. 
Schon bald lernt Julia die Familie Conti kennen, die Olivenbauern sind und denselben Nachnamen haben, wie ihr Großvater. Doch einen Gianni Conti kennt hier niemanden. Wie kann das möglich sein?
Gemeinsam mit Matteo Conti versucht sie einem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen....

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Mit Julia befinden wir uns im Jahr 1998, der Vergangenheitsstrang spielt während des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1943-1945.
Teresa Simon aka Brigitte Riebe hat wieder ein sehr interessantes Thema aufgegriffen. Im Vergangenheitsstrang geht es um die "Resistenza", der italienischen Widerstandsgruppe gegen die deutsche Besetzung Italiens und den italienischen Faschisten. Bisher habe ich nur wenig darüber gelesen und fand diese Abschnitt sehr interessant und spannend.
Außerdem geht es auch um die italienischen Zwangsarbeiter in Deutschland. Gianni wird als italienischer Militärinternierter, kurz genannt IMI, in einer Hamburger Fischräucherei zur Zwangsarbeit gezwungen. Nur die Gedanken an das Ende des Krieges und an seine Giulia halten ihn dabei aufrecht.

Teresa Simon gelingt es das faszinierende toskanische Flair, die italienische Lebensfreude und das fantastische Essen mit dem schwierigen Themen des Krieges, des Widerstandes, Zwangsarbeit und Tod zu verbinden. Während es im Vergangenheitsstrang oftmals grausam zugeht, lockert die Suche von Julia und ihre Begeisterung für die Heimat ihres Großvaters, die Story etwas auf.

Der Schreibstil ist wie immer bildhaft und fesselnd. Man wandelt durch die engen Gassen von Lucignano, erlebt das prachtvolle Siena und sieht die hohen Zypressen, die der Gegend das charakteristische Aussehen geben, vor sich.
Zudem erkennt man, wie genau die Autorin zur italienischen Resistenza recherchiert hat, zu der es noch viel zu wenige Geschichten gibt.
Manches ist etwas vorhersehbar (eher im Gegenwartsstrang), aber vor allem haben mich überraschende Wendungen an den Seiten kleben lassen. Die Schicksale der Menschen, die wie in jedem Krieg sinnlos leiden, haben mich mitgenommen und traurig gemacht.
Am Ende gibt es noch ein Nachwort zu den historischen Begebenheiten und einige Rezepte aus der Region.

Fazit:
Teresa Simon hat uns mit "Zypressensommer" die Toskana etwas näher gebracht. Neben den historischen Rückblicken in die letzten drei Jahre des Zweiten Weltkrieges, habe ich einiges Neues gelernt und nebenbei das italienische Flair genossen.


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar. Danke auch an Teresa Simon für die tolle Begleitung der Leserunde.

2 Kommentare:

  1. Hallo liebe Martina,
    dieses Buch fällt zwar nicht in mein bevorzugtes Genre, täte es das, wäre es aber vermutlich ein sicherer Wunschbuchkandidat.

    Du hast mich hier gleich mit der Beschreibung des Settings überzeugen können. Das klingt so, als könnte man sich als Leser von einer Sekunde auf die andere in die Ferne träumen. Was mir sehr gefällt ist, dass es hier nicht nur eine locker-leichte Urlaubslektüre zu lesen gibt, sondern ganz im Gegenteil, auch schwere Themen aufgegriffen werden und man sogar geschichtlich noch einiges geliefert bekommt.

    Darüber hinaus scheint nicht alles vorhersehbar und es gibt überraschende Wendungen. Das klingt, nach einer Geschichte, die der entsprechenden Zielgruppe eine richtig fesselnde und gute Lesezeit schenken kann. Ich danke dir für diesen detaillierten und sehr informativen Einblick!

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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  2. Hallo Martina,
    oh du Arme, kannst du denn mit deinem Gips überhaupt schreiben? Das stelle ich mir ganz schwierig und auch schmerzhaft vor!
    Mir hat der Blick in die Vergangenheit auch besser gefallen und ja die Liebesgeschichte war nicht berauschend, die habe ich eher als verbindenden Strang gesehen.

    Liebe Grüße
    Barbara

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