- Taschenbuch: 230 Seiten
- Verlag: Johanna Gerhard (Nova MD); Erstauflage (1. Oktober 2021)
- ISBN-10 : 3969668506
- ISBN-13 : 978-3969668504
- Genre: Roman
Amazon Kurzbeschreibung:
Wenn Kit Camino das Cembalo spielt, färbt ihre Welt sich bunt.
Jeden Ton sieht sie als Farbe. Doch diese Welt, die Welt ihres Vaters,
hat sie hinter sich gelassen. Sie meidet ihn, das Instrument und alles,
was sie daran erinnern könnte. Zu viel ist zwischen ihnen vorgefallen.
Als ihr Vater unerwartet verstirbt, erschüttert es Kit mehr, als sie
sich eingestehen möchte. Er hinterlässt ihr Winters Weiher, das Landhaus
der Familie und Sehnsuchtsort ihrer Kindheit. Dort hofft sie, endlich
neu anfangen zu können. Ihr Vater macht es ihr jedoch nicht leicht, ihn
und das Cembalo zu vergessen, und die Sehnsucht nach der Musik ist
stark. Wird es Kit gelingen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, bevor
sie sich selbst verliert?
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Auf diesen Roman wurde ich bei Lovelybooks aufmerksam. Johanna Gerhard hat mit "Der Klang von Feuerblau" den Selfpublisher Preis 2022 gewonnen - zu Recht! Der Roman lässt sich schwer einordnen, doch die Hauptthemen sind Trauer, seelischer Missbrauch, Akzeptanz, Vergebung, Misstrauen....und natürlich die Musik.
Kit Camino ist Synästhethikerin. Sie erlebt jeden Ton und Klang in Farbe. Was einerseits eine wunderbare Begabung ist, kann rasch zu eine riesigen Belastung werden.
Von klein auf wollte Kit, wie ihr berühmter Vater, ihr Leben der Musik widmen. Ihre Liebe galt dem Cembalo, doch einige Vorfälle mit ihrem Vater haben sie einen anderen Weg einschlagen lassen. Seitdem spielt sie nicht mehr und hat den Kontakt zu ihrem Vater abgebrochen.
Als dieser unerwartet stirbt, ist Kit mehr erschüttert, als sie sich zuerst eingestehen will. Sie erbt von ihm "Winters Weiher", das Landhaus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Für Kit beginnt eine Reise zu sich selbst. Ihre verletzte Seele braucht lange, bis sie heilt und die Aufarbeitung ist nicht einfach.
Erst nach und nach erfahren wir in Rückblicken, was passiert ist, dass Kit und ihr Vater den Kontakt zueinander abgebrochen haben. Der Schreibstil ist emotional und bildhaft. Die Kapitel sind farblich und musikalisch inspiriert.
Die Autorin beschreibt die Gabe der Jeder Ton hat eine bestimmte Farbe, die für Kit ein Wohlfühlen oder auch eine Missstimmung erzeugen. Man erlebt beim Lesen diese Gefühle Zeile für Zeile mit.
Kit ist nicht immer ein einfacher Charakter. Sie wirkte für mich sehr verloren und ich konnte ihre Angst und Wut fühlen. Allerdings hatte sie ihre egoistischen Momente und verletzt die wenigen Menschen, die es gut mit ihr meinen. Auf der anderen Seite konnte ich ihre Zerrissenheit fühlen. Sie verhält sich manchmal selbstzerstörerisch und stur. Ihr Weltblick verliert sich schnell in einem Tunnel. Was ihr passiert ist, verarbeitet man nicht einfach so und hat ihr Weltbild zerstört.
Raffael ist ein sehr sympathischer junger Mann, mit dem Kit als Kind in Winters Weiher befreundet war. Er ist auch nach all den Jahren für sie da, ebenso wie ihre beste Freundin Maja. Doch beide werden von Kit verletzt und die Freundschaften stehen auf der Kippe.
Das Ende bleibt ein bisschen offen, was mich, die offene Enden hasst, hier aber nicht wirklich gestört hat. Kit hat am Ende zu sich gefunden. Doch wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekommt, müsst ihr selbst lesen.
Schade fand ich, dass es noch so einige Fehler im Buch gibt, die das Lektorat in der Zwischenzeit beheben hätte können.
Fazit:
Der Roman ist eine virtuose Komposition, die sich auf nur 230 Seiten völlig entfaltet. Wer eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Hier geht es vorallem um Vergebung und Selbstfindung. Ein tiefgründiger Lesegenuss!
Vielen Dank an Johanna Gerhard und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!















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