Der letzte Weg - Eve Smith

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (10. Januar 2022)
    • Übersetzer: ‎ Beate Brammertz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453321693
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453321694
    • Originaltitel : ‎ The Waiting Rooms
    • Genre: Dystopischer Roman, Spannungsroman



Heyne Kurzbeschreibung:

Bevölkerungsschwund, Bioterrorismus und Medikamentenknappheit gehören im England der nahen Zukunft zum Alltag. Die Regierung hat deshalb ein ebenso radikales wie fatales Gesetz erlassen: Personen über siebzig bekommen keine Antibiotika mehr. Werden sie krank, bleibt ihnen nur noch das Warten auf den Tod oder der Suizid. Kate ist Krankenschwester, doch statt ihre Patienten gesund zu pflegen, hilft sie ihnen nun beim Sterben. Nach einem dramatischen Ereignis beschließt Kate, sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen, und stößt auf ein lange gehütetes Geheimnis ... 

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wow! Dieser dystopische Roman hat mich mitgenommen in eine Welt, die so einige Parallelen zu unserer Corona Situation aufweist, aber auch den Blick in eine mögliche Zukunft wirft. Teilweise wirklich erschreckend! Ich muss auch noch betonen, dass die Autorin diesen Roman VOR der Pandemie 2019 geschrieben hat!

Zu Beginn lernen wir Kate, eine Krankenschwester, kennen. Sie hat jedoch nicht die Aufgabe ihre Patienten gesund zu pflegen, sondern ihnen Sterbebegleitung zu geben. Durch die jahrelange Verabreichung von Antibiotika, nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch durch Massentierhaltung in der Landwirtschaft, ist eine Immunisierung eingetreten. Umso mehr Antibiotika in die Umwelt gelangen, umso schneller entwickeln sich Resistenzen und diese hören auf zu wirken! Deshalb werden Menschen ab siebzig Jahre keine Medikamente mehr verabreicht, sondern sie werden auf ihren letzten Weg geschickt. Aber auch jüngere Bürger sehen sich täglich der Gefahr ausgesetzt, durch einen harmlosen Kratzer schwer zu erkranken und womöglich zu sterben, weil kein Medikament mehr anspricht.
Für Kate ist ihr Job schon alltäglich geworden, als sie auch von ihrer Mutter Abschied nehmen muss und kurz vor ihrem Tod erfährt, dass sie adoptiert wurde. Als sie sich auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter Mary macht, lassen sich keinerlei Hinweise über sie finden. Doch so schnell gibt Kate nicht auf....

In einem zweiten Handlungsstrang lernen wir Lily kenen, die in einem luxuriösen Seniorenheim lebt und kurz vor ihrem 70. Geburtstag steht. Sie fürchtet sich nicht nur vor der magischen Zahl, die immer näher rückt, sondern auch vor der Vergangenheit, denn sie hat in ihrem Leben etwas getan, was sie noch immer verfolgt...

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Zu Beginn erfordert das Lesen deswegen auch etwas an Konzentration. Zusätzlich gibt es noch Zeitsprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Doch man findet schnell in die Handlung und lernt die Figuren immer besser kennen. Durch kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel wird man subtil zum Weiterlesen aufgefordert. Das wäre gar nicht notwendig gewesen, denn ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Der Schreibtil ist fesselnd und die Charaktere sind sehr lebendig gezeichnet. Die Autorin erklärt sämtliche medizinische und wissenschaftliche Themen verständlich und anschaulich. Man erkennt, dass wir bereits teilweise in diesem Zukunftsszenario stecken und wir einen anderen Weg einschlagen müssen. Dabei erhebt Eve Smith aber keineswegs den Zeigefinger, obwohl sich bei diesem Thema etliche moralische Fragen stellen und es unterschwellige Gesellschaftskritik gibt. Dem Leser wird vor Augen geführt, was in gar nicht so weiter Zukunft passieren könnte, wenn wir keinen anderen Weg einschlagen. Das macht die Geschichte noch authentischer.
Mich haben die Handlung, aber auch die Hintergründe zum Thema gefesselt. Gerne empfehle ich diesen dystopischen Spannungsroman mit Thrillerelementen und einem Familiendrama, weiter!

 Cover:

Das Cover wurde vom englischen Originalcover 1:1 vom Heyne Verlag übernommen. Ich finde es die perfekte Lösung, denn mich spricht es an und hat mich auch sofort neugierig gemacht.
Weitere Übersetzungen habe ich leider keine gefunden.

Fazit:
Ein wirklich spannender und beängstigender Roman, den man nicht ganz in ein fixes Genre einordnen kann. Eva Smith hat in "Der letzte Weg" leichte Thrillerelemente, Familiendrama und Dystopie, die schon in der nahen Zukunft spielen könnte, perfekt vermischt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für das Rezensionsexemplar

7 Kommentare:

  1. Hallo Martina,

    wow, das klingt sehr, sehr begeistert. Jetzt weiß ich nicht, wie ich mit dem Corona-Aspekt umgehen soll. Von dem Thema habe ich ja eigentlich genug. Aber die Rezension ist so mitreißend geschrieben, dass ich wohl um das Buch nicht herum komme.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,
      ich habe lange überlegt, ob ich 4 1/2 oder 5 Sterne geben soll, habe mich schlussendlich für die 6 Sterne entschieden, da es für mich etwas Neues war, auch wenn ich von Olivia Monti "Sterbewohl" gelesen habe, was aber mehr Krimi war und soch in eine andere Richtung geht.
      Du liest da mehr in diese Richtung und das Buch lässt sich schwer in ein Genre einorden. Schau dir einfach noch mehr Rezensionen an...

      Corona kommt in diesem Buch nicht vor, jedoch eine andere Krankheit/Pandemie und die Aussagen der Politiker und der Medien, die immer wieder auf einer Seite abgedruckt sind, erinnern fast zu 99% an die Aussagen zu Beginn von Corona. Das macht das Buch wirklich gruselig, denn es wurde 2019 geschrieben.
      Es geht großteils um die Resistenz von Antiobiotika und was daraus entanden ist - mit Blick zurück in die Vergangenheit.

      Liebe Grüße
      Martina

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    2. 5 Sterne, nicht 6...hi, hi

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    3. War das ein Freudscher Vertipper? XD Ja, das mit den Antibiotika habe ich gelesen. Aber wenn's dann doch so and die Pandemie erinnert? Aber egal. Ich bin mir relativ sicher, dass ich es lesen werde. Ich bin ja viel zu neugierig. XD

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  2. Hallo Martina,
    beim Lesen Deiner Rezension kam mir gleich "Sanitöter" von Hannes Niedernhausen in den Sinn. Da werden auch Dystopie und Thriller gemischt und mich hat das Buch total gepackt.
    Ich denke, "Der letzte Weg" könnte auch was für mich sein. Auf jeden Fall ist es auf meine Liste gewandert.
    Liebe Grüße
    Gabi

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  3. Hallo Martina,

    es freut mich sehr, dass dich die Geschichte so mitreißen konnte.
    Ja, die Parallelen fand ich auch erschreckend, so wie das gesamte Setting, aber irgendwie hatte ich mir insgesamt doch etwas mehr erwartet, als den Fokus auf das Famliliendrama.
    Aber definitiv war es kein schlechtes Buch.

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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  4. Liebe Martina

    Das klingt ja krass, das Buch merke ich mir auf jeden Fall vor. Ich finde es übrigens gut, dass du keine Sterne abgezogen hast, weil dich das Buch an die Corona-Situation erinnert, schliesslich geht es ja eben genau nicht um Corona und die Autorin kann ja nichts dafür, dass sie quasi "in die Zukunft gesehen" hat ;-)

    Lieben Dank für den Tipp
    Livia

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