So weit die Störche ziehen - Theresia Graw

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 640 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1. (3. August 2020)
    • ISBN-10: 3548062520
    • ISBN-13: 978-3548062525
    • Genre: Historischer Roman



Ullstein Kurzbeschreibung:
Ostpreußen 1939: Während die Welt aus den Fugen gerät, wächst die junge Dora Twardy behütet auf dem Pferdegestüt ihrer Familie auf. Der Tochter des Gutsherren mangelt es an nichts, auch nicht an Verehrern. Doch als die deutsche Wehrmacht Polen angreift, muss Dora schlagartig erwachsen werden. Ihr Vater wird eingezogen und übergibt ihr die Verantwortung für den Hof. Mit aller Kraft kämpft Dora um den Erhalt des Familienbesitzes. In den Wirren des Krieges stehen ihr zwei Männer bei: der sanftmütige Freund ihres Bruders, Wilhelm von Lengendorff, und der abenteuerlustige Kriegsfotograf Curt von Thorau. Zu spät erkennt Dora, wen sie wirklich liebt …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Bücher von Theresia Graw gelesen, doch mit "So weit die Störche ziehen" hat sie sich etwas abseits ihres normalen Genres versucht und es ist ihr hervorragend gelungen.
Inspiriert durch die eigene Familiengeschichte hat die Autorin diese mit fiktiven Elementen verbunden und einen Roman erschaffen, der mich von der ersten Zeile an gepackt hat.

Wir befinden uns im Jahr 1939 im malerischen Ostpreußen. Dora Twardy ist gerade sechzehn Jahre alt geworden und lebt auf einem Pferdegestüt. Sie liebt das Reiten und seit kurzem auch den besten Freund ihres Bruders Hans, Wilhelm von Lengendorff. Als der Krieg ausbricht ist in Ostpreußen noch nicht wirklich viel davon zu bemerken. Nachdem Dora die Schule beendet hat, schickt ihre Mutter sie nach Königsberg zu ihrem Onkel, dessen Frau verstorben ist. Sie soll seinen Haushalt führen und sich um die Kinder kümmern. Dora ist alles andere als begeistert, denn sie möchte ihr Leben genießen, reiten, tanzen und sich mit Wilhelm verloben. Ihre Gedanken drehen sich ausschließlich um Kleider, ihr Aussehen und die Liebe. Sie ist temperamentvoll und unbekümmert. Und genau in dieser Zeit lernt sie den unkonventionellen Fotografen Curt kennen, der ihr ein bisschen das gewünschte Leben nach Königsberg bringt. Als auch ihr Vater in den Krieg ziehen muss, muss Dora zurück aufs Land und sich mit dem neuen Verwalter auseinandersetzen, den ihr Vater eingesetzt hat. Mit der Zeit bekommt auch das Leben auf dem Gutshof Risse. Die Wehrmacht holt sich die Rassepferde. Ihr Vater, der Verlobte und ihr Bruder kämpfen an der Front....jeder mit anderen Erwartungen. Und irgendwann erreicht die Front auch Ostpreußen und der Krieg schlägt mit voller Härte zu. Die Twardys müssen ihre Heimat verlassen und alles zurücklassen....

Theresia Graws Eltern stammen aus Ostpreußen und mussten ihre Heimat, wie so viele andere, verlassen. Die Autorin wollte mit diesem Roman stellvertretend an alle Menschen erinnern, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
Die Geschichte beginnt ruhig, um sich zu steigern und letztendlich mit dem Höhepunkt des Krieges zu enden. Zu Beginn des Romans war mir Dora noch zu verwöhnt und egoistisch, um mir wirklich sympathisch zu sein. Doch sie muss schnell erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Zuerst in Königsberg und später zuhause auf dem Gut. Ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallenen, auch wenn ich nicht immer alle ihre Entscheidungen gutheißen konnte. Fälschlicher Weise wird im Klappentext davon gesprochen, dass der Vater Dora die Verantwortung über den Hof übergibt...das ist nicht richtig.

Man begleitet aber nicht nur Dora, sondern auch ihre Familie, die Geschwister, die Hausangestellten, Nachbarn und die polnischen Zwangsarbeiter. Bis hin zum kleinsten Nebencharakter sind die Figuren liebevoll gezeichnet und authentisch. Ich hatte jede Figur vor Augen und konnte sie mir einwandfrei vorstellen.
Besonders die zweite Hälfte des Romans hat mich das Buch kaum mehr zur Seite legen lassen. Ist es anfangs noch eher ruhig und hatte ich auch kleine Probleme mit Dora, konnte mich die zweite Hälfte richtig überzeugen. Die Erlebnisse gehen unter die Haut...vorallem die Flucht über das Eis der Ostsee hat mich hat mich wirklich mitgenommen.

Die titelgebenden Störche bindet die Autorin wunderbar in ihre Geschichte mit ein. Sie stehen für die Freiheit, die durch den Krieg verloren geht. Vor wenigen Jahren war ich in Litauen und habe mit großen Augen die Vielzahl an Störche gesehen, die sich entlang der Straße tummelten. Innerhalb weniger Minuten hatte ich 70 Störche gezählt und werde deren Anblick nie vergessen, auch wenn wir in meinem Geburtsort jedes Jahr ein Storchenpaar begrüßen dürfen.

Wer die Reihe um Gut Greifenau mochte, dem wird auch Theresia Graws Roman gefallen. Eine Fortsetzung ist geplant. Darauf freue ich mich bereits....

Schreibstil:
Der poetische Schreibstil lässt den Krieg zu Beginn nicht ganz so grausam erscheinen. Theresia Graw versteht es mit wunderschönen Landschaftsbildern die Gräuel des Krieges oftmals vergessen zu lassen. Trotzallem fiebert man mit den Charakteren mit und ist gefangen in der Erzählung.

Fazit:
Ein beeindruckender und fesselnder Roman über den Verlust der Heimat, über Familienzusammenhalt und die Repressalien gegen die Verlierer des Zweiten Weltkrieges. 
Wegen kleinen Startschwierigkeiten vergebe ich 4 1/2 Sterne. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar! Für die tolle Begelitung bei der Leserunde ein Dankeschön an die Autorin.

Mit dir für alle Zeit - Lisa Grunwald

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (25. Juni 2020)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3959674023
    • ISBN-13: 978-3959674027
    • Originaltitel: Time after Time 
    • Genre: Zeitreise, historischer Roman



Harper Collins Kurzbeschrebung:
New York, Fünfter Dezember 1937: Weichenmechaniker Joe geht nach Feierabend durch die Grand Central Station – und verliebt sich auf den ersten Blick. In Nora, eine sehr hübsche, doch seltsam altmodisch gekleidete Frau, die verloren unter der berühmten goldenen Uhr steht. Nach einem wundervollen Abend verschwindet sie jedoch spurlos. Und als Joe am nächsten Tag ihre Nummer wählt, informiert ihn ein Mann mit kühler Stimme, dass er Nora nicht sprechen könne: Sie sei vor zwölf Jahren bei einem Zugunglück gestorben. Nora geht Joe jedoch nicht mehr aus dem Kopf. Und am fünften Dezember 1938 steht sie plötzlich wieder vor ihm, unter der goldenen Uhr der Grand Central Station. Hier ist sie gestorben. Und jedes Jahr kehrt sie für einen Tag zurück. Ihre Liebe hat keine Chance – und dennoch wartet Joe fortan Jahr für Jahr auf sie. Gemeinsam suchen sie einen Weg, das Unmögliche zu schaffen: dass Nora für immer bei ihm bleiben kann.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
New York 1937. Es ist der 5. Dezember als der 33jährige Weichensteller Joe nach seiner Arbeit in der Grand Central Station eine verstörte junge Frau erblickt. Sie steht verwirrt vor der berühmten goldenen Uhr, ist altmodisch gekleidet und scheint aus der Zeit gefallen zu sein. Joe spricht sie an und verliebt sich augenblicklich in die hübsche Fremde. Ihr Name ist Nora, sie ist 23, und die Beiden verbringen zusammen einen netten Abend. Als er sie nach Hause begleitet verblasst sie plötzlich und verschwindet vor seinen Augen. Denn Nora ist eigentlich tot. Sie ist 1925 beim schweren Subway-Unglück im Grand Central gestorben und kehrt in manchen Jahren an ihrem Todestag genau dort wieder auf. Dass Nora tot ist erfährt Joe nach einem Telefonat und einigen Nachforschungen. Doch die junge Frau geht ihm nicht aus dem Kopf und so wartet er ein Jahr später am selben Ort wieder auf sie.....

In kurzen Rückblenden wird Noras Leben vor dem Unglück erzählt, genauso wie auch Joes Leben abseits seiner Arbeit im Grand Central. Der rote Faden und der wirkliche Mittelpunkt der Geschichte ist die Grand Central Station, wo sich alles Leben und die Liebe zwischen den beiden abspielt. Den Joe bleibt nicht untätig und versucht herauszubekommen, warum Nora immer am 5. Dezember auftaucht und welche Einflüsse ihr Verschwinden verursachen. Gibt es eine Möglichkeit längere Zeit oder sogar für immer zusammenbleiben zu können?
Es vergehen einige Jahre, doch Joe wartet jedes Jahr am 5. Dezember auf seine Nora. Während sich die Welt weiter dreht, 1939 die Weltsausstellung in New York stattfindet und später die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt, versucht Joe herauszufinden, wie er es anstellen kann, dass Nora für immer bei ihm bleiben kann. Doch während er altert, bleibt Nora immer 23.

Der Roman lebt nicht nur von der Liebesgeschichte, sondern vorallem von der großartigen Atmosphäre am Grand Central, die von dere Autorin wunderbar eingefangen wurde. Obwohl ich noch nie in New York gewesen bin, hatte ich Bilder im Kopf, die mich beim Lesen begleitet haben. Selten habe ich so wunderbar bildhafte Beschreibungen der Umgebung gelesen. Zusätzlich googelte ich auch nach dem Phänomen der Manhattanhenge, bei dem das Licht der untergehenden Sonne in einer geraden Linie durch die Schluchten der Straßen Manhattans fällt. Dieser Zeitpunkt spielt im Roman eine große Rolle, ebenso wie die räumliche Grenze.

Kleine Längen in der Mitte, bei denen ich das Gefühl von Stillstand hatte, haben mich etwas im Leseflow gebremst, aber in der zweiten Hälfte legte sich das wieder.
Die Problematik des beginnenden Altersunterschiedes, die Erklärung warum er mit Nora nicht seine Familie besuchen kann und weitere Ereignisse in Joes Familie, sind schwerwiegende Probleme in der Beziehung der Beiden. Der Autorin gelingt es allerdings nicht zu 100% darauf einzugehen. Die Probleme werden nur oberflächlich angerissen, wie auch die "Lösung", die Lisa Grunwald am Ende anbietet. Ich war sehr neugierig, wie die Autorin diese Geschichte beenden würde und ich bin damit zufrieden. Romantikerinnen werden aber vielleicht mit dem Ende Probleme haben. Alles in allem ein Roman, der mich gut unterhalten und mir sicherlich im Gedächtnis bleiben wird.

Cover:
 
Diesmal habe ich nur englischsprachige Cover gefunden, wobei eines davon von Harper Collins Deutschland übernommen wurde. Mir gefällt das ganz rechte Cover am Besten, denn es zeigt die wichtigste Information des Romans an....den Lichteinfall des Manhattanhenge in der Grand Central Station und man sieht Nora in ihrem blauen Kleid

Fazit:
Etwas anders als ich erwartet hatte, aber ein sehr atmosphärischer Roman, der vorallem mit seinen bildhaften Beschreibungen glänzt. Kleine Längen in der Mitte und ein Ende, das nicht jedem Leser zusagen wird, lassen mich gelungene 4 Sterne vergeben.
Vielen Dank an Literaturtest für die Bereitstsellung des Leseexamplares

Melange ohne - Ursula Heinrich

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 278 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2018 (8. August 2018)
    • ISBN-10: 9783839223208
    • ISBN-13: 978-3839223208
    • Genre: Historischer Krimi, historischer Roman



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Der große Krieg geht zu Ende, jedoch nicht früh genug für Max, der von der Front zurückkehrt. Aber nicht nur die Donaumonarchie bröckelt, auch Max‘ Welt gerät aus den Fugen. Dr. Stefan von Brühl, ein Freund der Familie, steht plötzlich unter Mordverdacht. Das droht auch Max zum Verhängnis zu werden, hat er diesem doch durch einen leichtsinnigen Gefallen ein Alibi verschafft. Um Stefans und auch die eigene Haut zu retten, wird der Gymnasiast zum Detektiv. Doch ist Stefan tatsächlich unschuldig?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge:

Meine Meinung:
Ein historischer Roman mit Krimielementen,  der am Ende des großen Krieges und in Wien spielt. Einfach perfekt, denn ich liebe die Reihe um August Emmerich von Alex Beer, die zur selben Zeit und am selben Ort spielen.
Ursula Heinrich ist hingegen eine neue Autorin für mich und ich war sehr gespannt auf diese Geschichte.

Max Freiherr von Riedenfels befindet sich nach einer Schussverletzung im Militärspital Bozen. Das Ende der Großmacht Österreich-Ungarn ist nicht mehr abzuwenden und eigentlich warten alle nur mehr darauf, dass sie endlich nach Hause dürfen und der Krieg endet. Max und sein Freund, der Miliärarzt Stefan von Brühl, sollen beide in den kommenden Tagen Urlaub bekommen. Doch Stefan möchte ein paar Tage früher nach Hause, denn seine Schwester feiert demnächst Hochzeit. Er überredet Max die Urlaubsscheine zu tauschen. Ein sehr riskantes Unternehmen! Doch Max stimmt zu und es gelingt auch beiden Männern mit den getauschten Urlaubsscheinen Max möchte Stefan im Urlaubsdomizil der von Brühls im niederösterreichischen Eichgraben besuchen, doch bei seiner Ankunft wartet auf ihm eine Schreckensmeldung. Stefan wurde wegen Mordes am Bräutigam seiner Schwester festgenommen. Das macht den Tausch des Urlaubsscheines zu einem großen Problem, denn damit hat er seinen Freund ein Alibi verschafft und gerät selbst in Verdacht. Die Polizei schie0t sich richtiggehend auf Stefan von Brühl ein. Max versucht während seines Genesungsurlaubes zuhause in Wien selbst Nachforschungen anzustellen, denn er ist von Stefans Unschuld überzeugt.
Zusätzlich soll er noch in Wien der Verlobten von Militärarzt Dr. Wegscheid einen Brief überbringen, der sozialistisches Gedankengut beinhaltet. Bei der Übergabe verliebt er sich Hals über Kopf in die Empfängerin, Eveline Kratky, Medizinstudentin und engagierte Sozialistin.
Gemeinsam mit seinem Freund  Emil versucht er mehr über Edgar Maienbach, den toten Fast-Schwager von Stefan, herauszufinden. Der reiche Fabrikantensohn war kein unbeschriebenes Blatt. Er konnte die Finger nicht von den Fabriksarbeiterinnen und Haushaltshilfen lassen. Max findet heraus, dass eine dieser jungen Frauen durch einer Abtreibung gestorben ist. Steckt möglicher Weise hier der Grund des Mordes dahinter? Wer zieht Vorteile aus dem Tod des Fabrikssohnes? Max hat 14 Tage Zeit seinem Freund zu helfen, bevor er wieder zurück an die Front muss....

Max ist außerhalb seiner Kriegserlebnisse ein junger und noch unbedarfter Mann, der Krimis liebt und sich mit Feuereifer in die Nachforschungen stürzt. Er will die Unschuld seines Freundes Stefan bezeugen können und den wahren Täter überführen. Freundschaft und Loyalität wird in diesem Roman großgeschrieben.

"Melange ohne" ist jedoch kein wirklicher Krimi, sondern ein historischer Roman mit politischen Hintergrund zum Ende der Monarchie und Krimielementen. Zusätzlich zum Zeitgeist, dem Ende der Kaiserzeit und dem spürbaren Umschwang lebt der Roman vom Wiener Lokalkolorit. Eveline öffnet Max die Augen und zeigt ihm die Armenviertel von Wien. Kriegswitwen, Kriegszitterer und Waisen prägen das Straßenbild. Max und Eveline sind mitten drinnen, als die neue Republik ausgerufen wird. Die Mischung macht diesen Roman von Ursula Heinrich zu einem tollen Zeitzeugnis, den sie mit dem Kriminalfall, den Max zu lösen versucht, verbindet.

Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr gut. Das eingefärbte Wienerische zu dieser Zeit bringt viel Lokalkolorit mit sich, ist aber nicht beherrschend. Die Charaktere sind bis hin zu den Nebenfiguren facettenreich und authentisch.

Mich hat die erste Hälfte der Geschichte richtiggehend an die Seiten gefesselt. Danach hatte ich einen kleinen Hänger und fand erst am Ende wieder so richtig ins Buch. Ich vergebe sehr gerne gute vier Sterne für diesen historischen Roman mit Krimitouch.

Fazit:
Ursula Heinrich erzählt mit "Melange ohne" eine faszinierende Zeitgeschichte, die den spürbaren Zerfall der Monarchie auferstehen lässt. Verwoben mit einer Kriminalgeschichte bekommt der Leser wunderbare Unterhaltung mit Lokalkolorit.



Ein Gefühl von Hoffnung - Eva Völler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2020 (28. August 2020)
    • ISBN-10: 3785726945
    • ISBN-13: 978-3785726945
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: Band 2 der Ruhrpott Saga


Lübbe Kurzbeschreibung: 
Das Ruhrgebiet Ende der 1950er Jahre: Das drohende Zechensterben treibt die Bergleute auf die Barrikaden. Johannes, der sich nach seinem schweren Unfall als Gewerkschafter engagiert, kämpft für die Interessen der Belegschaften. In diesen Zeiten des Umbruchs suchen die junge Buchhändlerin Inge und ihre rebellische Schwester Bärbel ihren Platz im Leben, jede auf ihre Art. Doch immer mehr Konflikte belasten den Familienfrieden, als eine unmögliche Liebe entsteht ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Hier sollte Band 1 zuerst gelesen werden

Meine Meinung:
Im März dieses Jahres durfte ich den ersten Band der Ruhrpott-Saga, eine Dilogie, von Eva Völler lesen. Band 1 mochte ich sehr, jedoch war es für mich ein 4 Sterne Buch (tolles Buch mit kleinen Schwächen). Nun durfte ich Band 2 in einer Leserunde bei der Lesejury lesen und war diesmal wirklich begeistert.

Da die Abstände zwischen den Erscheinungsterminen nicht allzu lang waren, fühlte ich mich sofort wieder in der Geschichte angekommen. In der Zwischenzeit sind sieben Jahre vergangen. Neben dem drohenden Zechensterben kämpft Johannes als Gewerkschafter für seine Kumpels um faire Arbeitsbedingungen. Privat ist er mit Katharinas bester Freundin Hanna verlobt. Inge hat die Schule verlassen, um sich mit Oma Mine um den kleinen Jakob zu kümmern. Deshalb arbeitet sie nur halbtags in der Buchhandlung. Inge steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Jugendfreund Peter. Aus dem rebellischen Kind Bärbel ist ein genauso rebellischer Teenager geworden. Zusätzlich macht ihr ein Lehrer das Leben schwer, der sich von seiner braunen Vergangenheit nicht lösen will. Ihr droht sogar ein Schulverweis, weil sie sich gegen seine Aussagen auflehnt. Auch Jakob gefällt es nicht in der Schule. Seine Lehrerin akzeptiert nicht, dass er eigentlich Linkshänder ist. Außerdem ist er extrem intelligent und langweilt sich im Unterricht. Dies wird ihm allerdings als Dummheit zugeschrieben. Jakob soll deswegen in die Sonderschule....

Eva Völler gelingt es ausgezeichnet die damalige Stimmung einzufangen. Man merkt bereits den Aufschwung, allerdings nicht in der Zeche. Bei den Familien der Bergarbeiter wird das Leben immer schwieriger, wie man auch bei Mine's Nachbarn miterlebt.
Der Familie stehen sehr turbulente Zeiten ins Haus. Jeder muss um sein Glück kämpfen und oftmals sieht die Sache wirklich aussichtlos aus. Dabei driftet die Autorin nicht ins Klischee oder zur Unglaubwürdigkeit herab, sondern bleibt authentisch.
Besonders mitgelitten habe ich mit Bärbel und Jakob, die es wirklich schwer in der Schule haben und beide gegen Ungerechtigkeiten ankämpfen müssen. Aber auch die Familie von Klaus muss einiges an Schicksalschlägen erleben. Doch trotz all dem Leid sprühen auch die Funken zwischen Klaus und Bärbel. Die Sandkastenfreunde werden langsam erwachsen und stehen sich noch immer sehr nahe. Oma Mine, die ich im ersten Teil noch teilweise etwas schroff fand, ist mir im zweiten Teil so richtig ans Herz gewachsen. Sie hält die Familie zusammen.

Die Geschichte wird wieder aus verschiedenen Blickwinkleln erzählt. So erhält man ein sehr umfangsreiches Bild über die einzelnen Familienmitlgieder und vorallem, was diese bewegt. Eva Völler zeichnet die Charaktere voller Leben und man lacht und leidet mit ihnen. Sie wirken authentisch und entwickeln sich weiter. Vermisste ich im ersten Teil etwas mehr Historie, geht die Autorin hier einen etwas anderen Weg. Inmitten der Familie erlebt man hautnah das Ende der Fünfziger Jahre im Ruhrpott mit. Man tanzt zur Musik aus dem Kofferradio, düst mit dem Roller zum Badeteich, die Jungs lieben ihre Elvis-Tolle und ihre Leserjacken. Generell sieht man der Zukunft langsam hoffnungsvoller entgegen. Nicht umsonst heißt dieser zweite Band "Ein Gefül von Hoffnung" und diese durchzieht die Geschichte, auch wenn Eva Völler den Protagonisten wieder einige schlimme Schicksalsschläge auferlegt hat. Die alltäglichen Sorgen und Nöte erlebt man als Leser hautnah mit. Zusätzlich gibt es überraschende Wendungen, welche die Spannung aufrecht erhalten. Gerne hätte ich Mines Familie noch ein Stück weiter begleitet...
Eine absolut gelungene Fortsetzung!

Fazit:
Mit dem zweiten Band ihrer Ruhrpott-Sage hat Eva Völler ihre Dilogie abgeschlossen und lässt mich mit einem lachenden und weinenden Auge zurück. Eine wundervolle Geschichte voller Nostalgie, Drama und Lokalkolorit. Mir hat Band 2 noch besser gefallen als der erste Band. Gerne empfehle diese Reihe weiter!

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und die Lesejury für mein Manuskript und die wundervolle Leserunde

Neuerscheinungen im September

Hallo meine Bücherwürmer!

Es ist wieder soweit! Heute gibt es die Vorschau auf die Neuerscheinungen im September. Es sind doch wieder jede Menge Bücher geworden. Dabei dachte ich, dass der September etwas ruhiger wäre. Es sind auch schon einige Weihnachtsbücher, die im September erscheinen, aber diese zeige ich euch wieder in einer extra Post zum Thema Advent- und Weihnachtsneuerscheinungen im Oktober.
Heute soll es nur um Bücher gehen, die nicht von Weihnachten handeln.



Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag 

******************* 

Meine MUST HAVES für den September


Deana Zinßmeister hat in ihrem neuem Roman "Die vergessene Heimat" über die Flucht aus der DDR geschrieben. Ein Thema, das mich sehr interessiert und jetzt endlich mehr Raum bekommt.

Jocelyn Saucier's neuer Roman "Was dir bleibt" hört sich wieder sehr interessant an. 

"Das Kaffeehaus" ist der Beginn einer neuen Reihe über eine Kaffeehaus-Dynastie in Wien von Marie Lacrosse. Dies ist ein Buch, das ich unbedingt lesen muss, denn ich verfolge die Geschichte schon eine Weile.

Und der neue Thriller "Wenn das Licht gefriert" von Roman Klementovic ist sofort auf meine Wunschliste gehüpft, als der Autor auf facebook darüber geschrieben hat.

Reihenfortsetzungen:


Natürlich wird der dritte Band der Peter Hogart Reihe "Die Knochennadel" von Andreas Gruber bei mir einziehen...das ist gar keine Frage! 

Genauso wie der zweite Band der Hafenschwester von Melanie Metzenthin. Hier wird es wieder eine Leserunde auf meinem Blog dazu geben und auch die Autorin wird wieder dabei sein

Den Abschlussband der Fotografinnen-Reihe "Die Stunde der Sehnsucht" von Petra Durst-Benning muss ich natürlich auch lesen, denn ohne den letzten Band wäre die Reihe doch unvollständig.

Genauso wie bei Morgan Hall von  Emilia Flynn. Band 3 wird schon sehnsüchtig erwartet

*********************

Meine MIGHT HAVES für den September


"Die App" von Arno Strobel wird ziemlich sicher über die Bücherei bei mir kurzfristig einziehen.

"Die Bäckerei der Wunder" von Christian Escribá und Silvia Tarragó ist mir durch das wunderschöne Cover aufgefallen. Außerdem spielt das Buch in Spanien....
 _____________________________

Wieder viel zu viele Bücher auf der Wunschliste....schrecklich! Da komme ich nie zum SuB-Abbau...
Wie sieht es bei euch für den September aus?

 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos