Letzter Jodler - Herbert Dutzler



    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (5. März 2020)
    • ISBN-10: 3709979153
    • ISBN-13: 978-3709979150
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band  8



Haymon Kurzbeschreibung:
Eigentlich könnte alles so schön sein. Es ist Pfeifertag auf der Weißenbachalm in Bad Aussee - mit Gulaschkanone, Bier und echter Volksmusik. Doch beim Gasperlmaier will so gar keine ausgelassene Stimmung aufkommen. Erstens befindet sich seine Liebste weit, weit weg von ihm auf Weltreise, zweitens stört eine "moderne" Musikgruppe mit Verstärkern und Verzerrern das urige Treiben: Die Kainischer Hasenjäger sorgen für Unmut unter den Besuchern. Als der Gasperlmaier sich zum Gehen wendet, hört er hinter sich einen Schrei - und einer der Hasenjäger liegt tot im Moos. Echte Schlagerstars trifft der Altausseer Inspektor während seinen Ermittlungen - und bekommt nicht nur davon weiche Knie. Wo man auf der Bühne strahlend lächelt und zufrieden schunkelt, lauern hinter den Kulissen leidenschaftliche Affären, verletzte Gefühle, angeknackste Künstleregos und schiere Gier. Eine gefährliche Mischung...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Man kann diesen achten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Wir sind zurück im Ausseer Land und diesmal wird es musikalisch. Darauf habe ich mich besonders gefreut, denn ich liebe Bücher, bei denen sich einiges um das Thema Musik dreht.
Hier ist sie durch die Krimihandlung zwar nicht Hauptthema, aber gut mit der Geschichte verwoben.
Alljährlich am 15. August wird auf der Weißenbachalm in Bad Aussee der Pfeifertag abgehalten. An diesem Tag wird die Volksmusik hochgehalten. Gasperlmaier und sein Freund Friedrich Kahlß sind ebenfalls auf der Alm, um sich neben der Musik auch zu stärken, als er einen Schrei hört. Einer der Musiker von den Kainischen Hasenjägern, die bei vielen anderen Musikern zu Unmut führten, weil sie gegen die Bestimmungen verstoßen haben und einen Verstärker dabei haben, liegt erschlagen am Waldrand. Die traditionelle Volksmusikveranstaltung hat sich bisher streng von den sogenannten Volks-Musikanten abgegrenzt. Der Mord am Mitglied der Hasenjäger bringt somit gleich doppelte Aufregung. Verdächtige gibt es genug und der Gasperlmaier hat jede Menge zu tun. Dabei ist der Franz sowieso schon ziemlich fertig, denn die Christine hat sich ein Sabbatical-Jahr genommen und ist alleine auf Weltreise gegangen. Als ein weiterer Musiker der Hasenjäger tot aufgefunden wird, brennt der Hut! Mit geballter Frauenpower unter der Regie von Doktor Kohlross und der Manuela hat der Gasperlmaier diesmal eher den Kürzeren gezogen...

Gewohnt humorvoll, mit Gemütlichkeit und viel Lokalkolorit, sowie den gewohnten Besuchen in der Gastwirtschaft auf ein Bier und ein Gulasch, erzählt Herbert Dutzler in seinem achten Regionalkrimi über das Musikgeschäft und dem Unterschied zwischen Volksmusik und kommerzieller volkstümlicher Musik. Dabei geht es oft rauh zu und es können auch die Fäuste fliegen. Davon kann auch der Franz bald ein Lied singen.

Die Charaktere sind wieder sehr gelungen ausgearbeitet und überspitzt, aber authentisch dargestellt. Das Musikgeschäft und der Clinch zwischen den Volksmusikanten und Musikern der volkstümlichen Musik wird vom Autor gut und erkennbar aufgezeigt. Der Franz lässt sich von der hübschen Nicole von den Kainizer Hasenjägern und der Andreva, seinem Idol von den Ödenseern, all zu schnell einlullen. Aber auch die Manuela hat diesmal die rosarote Brille auf und darf wegen Befangenheit nicht weiter ermitteln.

Bei "Letzter Jodler" war mir der Weg zum Ziel zu lang. Im Mittelteil fehlte es mir an Spannung. Franz Gejammere wegen Christine's Sabbatical war nach der zehnten Wiederholung angekommen und auch nicht mehr lustig. Sicherlich ist der Franz ein etwas anderer Zeitgenosse, fast ein "Hascherl", wie wir in Österreich sagen, der alleine nicht viel auf die Reihe bekommt. Er ist kein Macher, sondern er braucht immer jemand, der ihm sagt wo es langgeht. Das macht ihn zwar zu einem liebenwerten, aber auch öfters mal nervenden Mannsbild. Als Kenner der Reihe wissen wir aber auch um sein Manko. Trotzdem hat er bei mir diesmal ein paar Pluspunkte verloren...wer das Buch liest, weiß sicher was ich meine. Lieber Herbert Dutzler...passt das zum Gasperlmaier? Musste das sein? Ich bin auf jeden Fall gespannt, was sich daraus im nächsten Band entwickeln wird....denn weiterlesen werde ich trotzdem, auch wenn mich dieser achte Band alles andere als umgehauen hat.

Fazit:
Für mich leider einer der schlechteren Bücher der Reihe. Zu viele Längen und Drumherum bis die Ermittlungen endlich Fortschritte zeigten. Auch der Gasperlmaier hat bei mir einige Sympathiepunkte verloren, aber das ist eine andere Geschichte. Ich werde auch den nächsten Band lesen, hoffe aber auf eine weniger flache Geschichte.

Vielen Dank an den Haymon verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:

  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler

Die Unwerten - Volker Dützer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 473 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2020 (12. Februar 2020)
    • ISBN-10: 3839226465
    • ISBN-13: 978-3839226469
    • Genre: Historischer Roman, #gegendasVergessen



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Frankfurt am Main, 1939. Die vierzehnjährige Hannah bricht vor ihren Mitschülern in einem Krampfanfall zusammen. Bisher war es ihr gelungen, ihre Epilepsie zu verheimlichen, doch jetzt meldet ihr linientreuer Lehrer sie bei der Obrigkeit. Hannah gerät ins Visier des NS-Terrorapparates, denn die Nazis haben sich zum Ziel gesetzt, alles „lebensunwerte Leben“ zu vernichten. Hannahs Schicksal liegt nun in den Händen des Gutachterarztes Joachim Lubeck, einem gewissenlosen Opportunisten, der für seine Karriere über Leichen geht.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ein "Must Read" war der Roman "Die Unwerten" von Volker Dützer für mich, der sich in seinem neuen Roman mit dem Thema Euthanasie während des Zweiten Weltkrieges auseinandersetzt. Ein absolut schwieriges Thema, welches der Autor sehr gut gelöst und einen spannenden Roman geschrieben hat, den ich gerne weiterempfehle.

Wir schreiben das Jahr 1939, Hannah Bloch ist 14 Jahre alt und Halbjüdin. Als sie in der Schule einen epileptischen Anfall erleidet, ist es die perfekte Gelegenheit für ihren nationalistisch eingestellten Mathematiklehrer Pilz Hannah zu melden. Schon länger ist ihm die Halbjüdin ein Dorn im Auge. So geraten Hannah und ihre Mutter ins Visier von Dr. Joachim Lubeck, der zuerst von der Schönheit von Hannahs Mutter Malisha geblendet ist. Er bietet ihr an beide zu verschonen, wenn sie seine Geliebte wird. Malisha lehnt ab und kommt ins Gefängnis. Lubeck ist in seiner Ehre gekränkt und schwört sie und Hannah zu zerstören. Er lässt Malisha foltern und schickt Hannah ins Irrenhaus. Hannah gerät in die Fänge der Aktion T4. Für sie beginnt eine Odysee, die sie auf ihren weiteren Lebensweg oftmals Dinge erleben lassen, die jeden Menschen an seine Grenzen bringt.

Der junge Psychiater steckt voller Zweifel und versucht in der in der NS-Maschinerie nach oben zu kommen. Anfangs noch mit Skrupel behaftet, wird er einer der Ausführer der Aktion T4. (eine nach 1945 gebräuchlich gewordene Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70.000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland von 1940 bis 1941 unter Leitung der Zentraldienststelle T4) Lubeck wird Herr über Leben und Tod aller Personen, die für die Nazis unwertes Leben bedeuten. Geschickt webt Dützer diese historischen Fakten in seinem Roman mit ein.

Ich war an die Geschichte gefesselt und konnte nicht glauben, welche Grausamkeiten sich die SS und die Gestapo immer wieder einfallen ließ. Obwohl ich schon sehr viele Bücher zu diesem Thema gelesen habe, gab es auch in "Die Unwerten" wieder erschreckend neue Erkenntnisse, die mich immer wieder davon überzeugen, dass diese Zeit einfach nicht vergessen werden darf! Mir war zum Beispiel nicht bekannt, dass auch die eigenen Wehrmachtsoldaten, die traumatiert im Lazarett lagen, ebenfalls als "unwertes Leben" angesehen wurden und demselben System unterzogen wurden.

Obwohl Lubeck hier einer der Bösewichte ist, ist seine Figur großartig ausgearbeitet worden. Seine Wandlung vom Mitläufer zum überzeugten Fanatiker wird glaubwürdig dargestellt. Generell wirken alle Charaktere sehr authentisch und detailliert gezeichnet. Hannah ist ein sehr starkes und intelligentes Mädchen, das unendliches Leid erfahren muss und trotzdem nie die Hoffnung aufgibt.
Der fesselnde, mitreißende und lebhafte Schreibstil hat mich durch das Buch getragen.

Der letzte Abschnitt hat dann leider meine euphorische 5 Sterne Bewertung runtergeschraubt. Zu actionreich, zu viele Zufälle, die die Ereignisse teilweise für mich unglaubwürdig wirken lassen. Schade! Für mich hätte es sonst großartige 5 Sterne gegeben, so aber muss ich auf 4 abrunden.
Es wird einen Nachfolgeband geben, den ich auf jeden Fall auch lesen möchte, denn bis auf den letzten Abschnitt hat mich dieser historischer Roman vollkommen überzeugt.

In einem ausführlichen Nachwort geht der Autor auf seine Idee, die Umsetzung und seine Recherche zum Thema Euthanasie ein, die ihn selbst oftmals an seine Grenzen gebracht hat. Dützer hat großartig recherchiert und mit "Die Unwerten" eine bewegende Geschichte erzählt. Er zeigt auf, dass man auch zu diesem dunklen Thema einen Roman ohne erhobenen Zeigefinger schreiben kann, welches für viele unmöglich erscheint. Hut ab, Herr Dützer!

Fazit:
Ein fesselnder und lesenwerter Roman, der sich den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte widmet und vom Autor grandios umgesetzt wurde. Einzig das Ende war mir von zu vielen Zufällen geprägt. Bis dahin hat mich der Roman allerdings vollkommen überzeugt und ich gebe gerne eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie für die tolle Begleitung des Autors!




Sprachlos in Cornwall - Loreen Harper




    • Taschenbuch: 224 Seiten
    • Verlag: Independently published (22. Februar 2020)
    • ISBN-10: 1676301046
    • ISBN-13: 978-1676301042
    • Genre: Schucksalsroman, Drama


Amazon Kurzbeschreibung:
Das Leben meint es wahrlich nicht gerade gut mit Ruby. Ihre Kindheit im Cornwall der Fünfziger- und Sechzigerjahre ist geprägt von der Strenge ihres Vaters und der emotionalen Überforderung ihrer Mutter. Die vermeintlich dörfliche Idylle, in der sie aufwächst, entpuppt sich als eine scheinheilige Welt voller Doppelmoral, Neid und Missgunst. Als böse Erlebnisse ihre Kindheit jäh beenden, droht sie daran zu zerbrechen. Kann es für sie noch einen Weg in ein glückliches und erfülltes Leben geben?Der Familienroman um Ruby, inspiriert von wahren Begebenheiten, ist von einer beklemmenden Aktualität und Authentizität. Wie viele Rubys gibt es in unserer eigenen Umgebung?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Sprachlos in Cornwall" erzählt die Lebensgeschichte von Ruby, die als Findelkind von Clark und Lucille adoptiert wird. Das in einer Scheune zurückgelassene Baby erfährt jedoch bei ihren Adoptiveltern keine Liebe, Geborgenheit und Zuneigung.
Doch bevor wir Ruby besser kennenlernen, erfahren wir im Prolog mehr über Clark und Lucille. Dass Liebespaar kennt sich noch nicht lange, als sie sich entscheiden zu heiraten und Lucille in Clarks Heimat, einem  kleinen Küstendorf in Cornwall, zieht. Clark ist, wie so viele im Ort, Fischer und träumt von einem eigenen Boot, während Lucille erst langsam dämmert, dass sie auch in der Ehe nicht die gewünschte Freiheit findet, die sie sich erträumt hat. Eigentlich möchte sie ihr Leben leben, doch Clark möchte Kinder. Als es nicht klappt, wird er immer unzulänglicher. Um den Frieden in der Ehe zu bewahren, stimmt Lucille der Adoption zu.

Danach lesen wir aus der Ich-Perspektive von Ruby. Wir erkennen schnell, dass Lucille keinerlei Gefühle für Ruby aufbringen kann. Clark kontrolliert seine Frau und das Kind und schottet sie von den anderen Dorfbewohnern ab. Kontakt zu anderen Frauen oder Freundschaften sind nicht erwünscht. Beide werden zu Außenseitern.  Ruby wird in der Schule gemobbt. Dann wird Lucille plötzlich unerwartet schwanger und Rubys Leidensweg noch um einiges schlimmer. Sie wird in den Ferien abgeschoben und kommt zu Ava and Henk, beides schwere Alkoholiker. Henk hat allerdings auch noch andere Interessen. Für Ruby wird die Ferienzeit zum Alptraum und zieht sich immer mehr in sich selbst zurück.

Bis hierhin musste ich meine Lektüre ab und zu unterbrechen, vorallem weil ich parallel einen ebenso belastenden Roman über einen zum Tode verurteilten Schwarzen las (Mercy Seat). Im Doppelpack und mit der momentanen Corona-Krise war mir das einfach zu viel.
Rubys Kindheit ist einfach nur schockiernd und machte mich sprachlos. Man denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden - doch weit gefehlt! Was kann einem kleinen Mädchen noch alles angetan werden?
Ruby erfährt in ihren ersten sechzehn Lebensjahren nur Ablehnung, wird missbraucht, sowohl seelisch, als auch körperlich. Der Roman, der in den 1960iger und 70iger Jahre spielt, ist harter Tobak und hat mich oftmals fassunglos zurückgelassen.

Schonungslos erzählt Loreen Harper, das Pseudonym für die österreichische Autorin Renate Londer, über Rubys Schicksal und ihrem Psychotrauma, das sie bis ins späte Erwachsenenleben verfolgt. Die Vergangenheit lässt sich nicht verdrängen. Die Stimmung ist beklemmend und düster, wird zum Ende hin aber etwas leichter und heller.
Im Epilog erinnert die Autorin daran, dass es viel zu viele "Rubys" auf dieser Welt gibt und appeliert an diese Frauen sich therapeutischer Hilfe nicht zu verwehren.

Schreibstil und Charaktere:
Obwohl es mich zu Beginn etwas irritiert hat, dass die Erzählweise für Ruby, die anfangs als Kind zu uns spricht, nicht angepasst wurde, fand ich die Wahl mit den zunehmenden Seiten genau richtig gewählt.
Der ausgereifte und lebendige Schreibstil hat mich begeistert. Trotz der düsteren Atmosphäre kann man schwer aufhören zu lesen und legt das Buch nur zur Seite, wenn es einem vom Thema her zu viel wird.

Die Charakterstudie ist der Autorin absolut gelungen. Die Figuren wirken authentisch, selbst in ihrer Kälte und Agressivität. Ruby ist eine Mädchen, das trotzallem immmer wieder an das Gute glaubt und nie die Hoffnung verliert, sich aber am Ende ihren Ängsten stellen muss um zu leben.
Nach einer wahren Achterbahn der Gefühle gibt der letzte Abschnitt Hoffnung. Das Ende fand ich aber nach dieser erschütternden Erzählung fast ein bisschen zu glatt.

Fazit:
Ein erschütternder und berührender Schicksalsroman, der gegen Ende Hoffnung verspricht und den Leser mit einem guten Gefühl die letzte Seite zuklappen lässt. Trotzdem kein Buch für schwache Nerven, aber eines das berührt und sehr lange in Erinnerung bleibt.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!


Neuleben - Katharina Fuchs

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Droemer HC; Auflage: 1. (1. April 2020)
    • ISBN-10: 3426282119
    • ISBN-13: 978-3426282113
    • Genre: Familiensaga 
    • Reihe: ja - Band 2


Droemer Kurzbeschreibung:
Deutscland 1953: Therese wird als Tochter eines Wehrmachtsoffiziers und einer Gutsbesitzerin ein Studium in der DDR verwehrt, das Familiengut in Sachsen wurde enteignet. In West-Berlin beginnt sie als eine von zwei Frauen ihr Jurastudium und sieht sich den Repressalaen ihrer Kommilitonen und Hochschullehrer asgesetzt Doch ihr Ziel steht ihr klar vor Augen: Sie möchte eine der ersten Richterinnen im Nachkriegsdeutschland werden.  Ihre hübsche Schwägerin Gisela hat dagegen ihren eigenen Traum in der neu gekürten Modestadt WestBerlin...

Meine Bewertung: * * * * *
  ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Knaur Challenge

Meine Meinung:
Mein erster Roman 2020 mit dem Prädikat "Lieblingsbuch-Status" und das zweite Buch der Autorin, welches dieses von mir erhält. Denn auch der erste Band "Zwei Handvoll Leben" hat von mir vor einem Jahr diese Auszeichnung bekommen.

Katharina Fuchs führt ihre Familiengeschichte nun mit ihrer Tante Therese und ihrer Mutter Gisela fort, nachdem wir in "Zwei Handvoll Leben" ihre Großmütter begleiten durften.
In "Neuleben" befinden wir uns in der Nachkriegszeit und verfolgen zwei berührende Frauenschicksale, die sich dem Frauenbild der damaligen Zeit widersetzen und sich nicht nur Ehemann, Kinder und Küche widmen möchten.

Therese's Schicksal als Kind und junge Frau hat mich bereits im ersten Teil sehr berührt. Als Folge einer schweren Ohrenentzündung,  die sie fast mit dem Leben bezahlt hat, sowie einer falschen Behandlung, bleibt ihr Gesicht schief. Während des Zweiten Weltkrieges nur knapp der Euthanasie entkommen, steht sie nun vor der nächsten Hürde. Als Tochter eines Wehrmachtsoffiziers und einer Großgrundbesitzerin darf sie in der neu gegründeten DDR nicht Jura studieren. Noch ist es möglich in den Westen zu gehen. Deshalb zieht sie zu ihrem leiblichen Vater Leonhard nach West Berlin. Als eine von nur zwei Frauen wird sie sowohl von den Kommilitonen, als auch von einigen Professoren schikaniert und immer wieder bloßgestellt. Zusätzlich ist sie keine Schönheit und kleidet sich eher hausbacken, um nicht aufzufallen. Doch Therese brennt für ihren Wunsch Richterin zu werden und gibt nicht so schnell auf.
Auch ihre Schwägerin Gisela hat nach der Hochzeit mit Therese Bruder Felix eigene Pläne. Die hübsche und modebewusste junge Frau hat das Talent ihrer Mutter Anna geerbt. Sie schneidert für ihr Leben gern und möchte selbstentworfene Kleider in einem großen Kaufhaus herstellen. Für Frauen zu dieser Zeit alles andere als selbstverständlich. Als Ehefrau hatte man sich den Kindern und dem Ehemann zu widmen, der das Geld nach Hause brachte. Wollte man arbeiten gehen, benötigte man die Unterschrift und das Einverständis des Ehemannes. Etwas, was ich heute einfach unvorstellbar finde!
Aber auch die Männer haben ihren Rucksack zu tragen. Viele kamen traumatisiert oder als Invalde aus dem Krieg zurück und versuchen nun wieder Fuß zu fassen, was nicht jedem gelingt.

Katharina Fuchs hat das Feeling dieser Zeit wunderbar einfangen. Der langsame Aufschwung und die harte Realität durch die Teilung Deutschlands, wird mit viel Herzblut erzählt. Als Österreicherin, und in den späten Sechziger Jahren geboren, war für mich die DDR einfach Fakt. Wie es so richtig dazu gekommen ist, haben wir in der Schule nie gelernt. Ich hatte zwar damals eine Brieffreundin aus Ostdeutschland und hatte oftmals geschwärzte Zeilen in den Briefen, doch wie es damals zu der Teilung kam, wusste ich nicht so genau. Niemand hätte gedacht, dass es plötzlich eine Mauer mitten durch Berlin geben und auch keiner, dass diese erst Ende 1989 wieder verschwinden wird.
Aber auch bestimmte Momente aus dieser Zeit, wie das WM-Finale in Bern 1954, geben dem Roman zusätzliche Authentizität.

Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil von Katharina Fuchs hat einfach alles, was mich an eine Geschichte fesselt. Er ist lebendig, einfühlsam, bildhaft und atmosphärisch.
Die Figuren sind Menschen, wie du und ich, und zeigen doch viel Persönlichkeit und Stärke. Obwohl die Autorin hier über ihre Tante und ihre Mutter schreibt, muss es nicht automatisch heißen, dass die Figuren auch berühren und authentisch dargestellt werden. Es gehört eine Portion Gefühl und vorallem Schreibkunst dazu, dass man die Charaktere so transportieren kann, dass sie auch den Leser mitreißen und bewegen. Außerdem erscheint es mir nicht einfach, die geheimsten Wünsche und Hoffnungen der eigenen Eltern niederzuschreiben.
 
Fazit:
Auch "Neuleben" konnte mich genauso überzeugen, wie bereits der erste Band der Autorin "Zwei Handvoll Leben". Hier wurde Zeitgeschichte, basierend auf der eigenen Familiengeschichte, grandios umgesetzt. Ein Roman, der alles beinhaltet, was man sich als Leser wünscht. Ein Buch, das mich gefesselt und sehr berührt hat.
Für mich ein Lese-Highlight in diesem Jahr. Der Roman reiht sich in die Reihe meiner wenigen Bücher ein, die das Prädikat  ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥ erhalten. Absolute Leseempfehlung! (aber vorher Band Eins lesen!!)

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar! 

Wisting und der Tag der Vermissten - Jørn Lier Horst

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: Piper Paperback; Auflage: 4. (1. Oktober 2019)
    • Übersetzer: Andreas Brunstermann
    • ISBN-10: 3492061419
    • ISBN-13: 978-3492061414
    • Originaltitel: Katharina-koden
    • Genre: Krimi, Thriller 
    • Reihe: ja - Cold Cases Band 1

PIPER Kurzbeschreibung:
Seit 24 Jahren hat Kommissar William Wisting ein Ritual: Am Jahrestag des Verschwindens von Katharina Haugen nimmt er sich die Fallakten erneut vor. Dieser Cold Case lässt ihm einfach keine Ruhe. Jedes Jahr trifft er zudem Martin Haugen, den Ehemann der Vermissten und damaligen Hauptverdächtigen, dem nie eine Schuld nachgewiesen werden konnte. Doch dieses Jahr sind zwei Dinge anders: Aus Oslo reist Adrian Stiller an, der in einem anderen Fall über die Fingerabdrücke von Martin Haugen gestolpert ist. Und als Wisting Haugen wie immer treffen will, ist dieser spurlos verschwunden.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es war wieder einmal Zeit für einen skandinavischen Krimi/Thriller. "Wisting und der Tag der Vermissten" ist mir auf einigen Blogs aufgefallen und deswegen habe ich das Buch aus meiner Bücherei mitgenommen. Das war schon vor der Coronakrise...aber manchmal dauert es eben bis die Rezension auf meinem Blog auch dazu geschrieben ist.

Cold Cases werden in diesem Genre immer beliebter seit Jussi Adler-Olssen seine Bestseller rund um das Dezernat Q zu schreiben begonnen hat. Hier haben wir es aber mit keinem richtigen Team zu tun, sondern mit einem Kommissar, der seit 24 Jahren versucht einen seiner alten Fälle doch noch aufzuklären.
Damals verschwand die gebürtige Österreicherin Katharina Haugen spurlos. Hinterlassen hat sie einen gepackten Koffer, einen verblühten Rosenstrauß und einen Zettel mit  komischen Zeichen und Zahlencodes.
Jedes Jahr fährt William Wisting am Jahrestag des Verschwindens Richtung Norden, um Martin Haugen zu treffen, dem Ehemann der damaligen Vermissten. Dieses Jahr bekommt Wisting Hilfe, denn der aus Oslo angereiste junge Ermittler Adrian Stiller ist bei einem weiteren Vermisstenfall über die DNA-Spuren von Martin Haugen gestolpert und setzt Wisting auf den Mann an. Wie jedes Mal fährt er am Jahrestag zu ihm, doch diesmal ist Haugen nicht anwesend und auch telefonisch nicht erreichbar. Gleichzeitig versucht Stiller, ohne Wissen von Wisting, dessen Tochter Line ebenfalls auf die beiden Kriminalfälle anzusetzen. Die Journalistin, die sich in Karenz befindet und gerne wieder arbeiten möchte, greift sofort zu. Die Polizei versucht mit Hilfe von neuen Zeitungsartikeln und Podcasts die Menschen an die Fälle zu erinnern und eventuell neue Spuren zu finden. Line, Wisting und Stiller versuchen Ähnlichkeiten in den beiden Mordfällen zu finden und dem Täter auf die Spur zu kommen...

Die ersten hundert Seiten fand ich sehr interessant. Wisting ist ein authentischer und eher ruhiger Ermittler, der immer zum Kern der Sache kommt. Die Polizeiarbeit wird realistisch dargestellt und nimmt viel Platz ein. Seine Tochter Line blieb mir fast ein bisschen zu blass und Stiller hatte etwas geheimnisvolles, undurchschaubares. Er kam mir sehr ehrgeizig und auch mediengeil vor. Obwohl es auch viele private Einblicke in Wistings Familie gibt, fehlte mir trotzdem ein bisschen die Nähe zu den Figuren.

Die Geschichte fand ich eher gemächlich. Sie wird aus der Sicht von Wisting, aber auch aus der Perspektive seiner Tochter Line erzählt. Als Leser rätselt man von Anfang an mit und leider habe ich sehr bald durchschaut, wer der Täter ist. Ich habe wohl wirklich einfach schon zu viele Thriller gelesen.
Für mich war die Spannung nur teilweise vorhanden....zu Beginn und dann am Ende, als die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt. Ob ich weiter lesen werde, kann ich noch nicht sagen, denke aber eher nicht...da gibt es wesentlich spannendere Thriller-Reihen, die ich noch weiterlesen möchte.

Schreibstil:
Jørn Lier Horst schreibt ruhig und anschaulich, oftmals detailliert und bildhaft. Die Kapitel sind kurz gehalten, das Tempo eher gemächlich. Die Beschreibung der norwegischen Landschaft im Herbst wird sehr lebendig und bildhaft dargestellt. Man spürt bereits die nahende Ankunft des Winters und der nebeligen Tage, die der Geschichte eine tolle Atmosphäre geben.


Cover:
 
 von links nach rechts:
das norwegische Originalcover, die englischsprachige Ausgabe, das Cover aus Polen, der Ukraine und  Schweden

Fazit:
Ein Thrillerauftakt, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Sehr ruhig und atmosphärisch, aber leider zu schnell durchschaubar. Ein interessanter Cold Case, den ich gern gelesen habe. Trotzdem werde ich wahrscheinlich die Reihe nicht weiter verfolgen.


Neuerscheinungen im Mai

Hallo meine Bücherwürmer!

Es ist Zeit für die Vorschau auf den Monat Mai. Ist euch auch schon aufgefallen, dass einige Verlage den Erscheinungstermin vieler Bücher nach hinten verschieben? Manche sogar bis ins kommende Jahr! 😱 
Trotzdem gibt es noch immer genug Neuerscheinungen, die ich euch zeigen möchte.

Wie immer ein kleiner Genre-Mix: 


Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag 

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Meine MUST HAVES für den Mai


Natürlich muss ich den nächsten Band um August Emmerich von Alex Beer lesen. ich freue mich schon sehr auf "Das schwarze Band"

Länger als gewohnt mussten wir auf den neuen Roman "Die Lilienbraut" von Teresa Simon warten. Ich bin schon sehr gespannt.

Endlich wieder ein neues Buch von Claire Winter. Ich liebe ihre Romane. "Kinder ihrer Zeit" ist ihr neuestes Buch.
UPDATE: WURDE AUF JULI VERSCHOBEN

Der neue Roman "Wer, wenn nicht wir" von Barbara Leciejewski ist ebenfalls ein Muss, nachdem ich ihre anderen Romane, die ich gelesen habe wirklich geliebt habe.

Und von Jan Steinbach lacht mich "Die Schwestern aus Marienfehn" an. Ein Autor, den
ich noch nicht kenne

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Meine MIGHT HAVES für den Mai

 

Meike Werkmeister hat mich letztes Jahr sehr positiv mit ihrem Roman "Sterne sieht man nur im Dunkeln" überrascht. Deswegen bin ich schon gespannt auf ihr neues Buch "Über dem Meer tanzt das Licht

 Von Julie Caplin habe ich nur Band Eins der Romantic Escapes Reihe, der in Dänemark spielt, gelesen. Die anderen der Serie sollen schwächer sein, deswegen habe ich sie nicht gelesen. Aber nach Island mit "Das kleine Hotel am Meer" möchte ich wieder sehr gerne reisen...wenn auch nur im Buch. 

Erst beim Durchsuchen der Neuerscheinugen ist mir "Wenn die Dunkelheit endet" von Constance Sayers ins Auge gesprungen, weil es um einen Hexenspruch geht. Ich liebe Hexengeschichten und als ich den Klappentext durchgelesen habe, wusste ich, dass der Roman auf meine Wunschliste wandern muss.

Und natürlich das Prequel zur PANEM Trilogie von Suzanne Collins "Panem X - Das Lied von Vogel und Schlange". Allerdings schreckt mich der Preis des Buches sehr: 27 Euro für uns in Österreich! Für ein Jugendbuch ein sehr happiger Preis!!!
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Und worauf freut ihr euch im Mai? 


 

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