- Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
- Verlag: Goldegg Verlag; Auflage: 1 (20. Oktober 2019)
- ISBN-10: 3990601350
- ISBN-13: 978-3990601358
- Genre: Historischer Roman, Abenteuerroman, Zeitreisen
- Reihe: ja - Band 2 zu Troubadour
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| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Goldegg Kurzbeschreibung:
Niki Wolff, aus dem Jahr 2017 ins tiefste Mittelalter buchstäblich hineingestolpert, gewöhnt sich nur langsam an sein neues Leben im Dürnstein des Jahres 1193. Dabei muss er nicht nur lernen, mit ungewohnten Sitten, Gebräuchen und Hygienestandards zurechtzukommen, sondern auch mit der Weigerung seiner großen Liebe Engeltrud, für ihn ihre übel beleumundete Tätigkeit als „Bademagd“ aufzugeben.
Herzog Leopold von Österreich und der über Dürnstein herrschende Hadmar von Kuenring haben derweilen andere Sorgen: Der Papst hat sie als Strafe für die Inhaftierung des englischen Königs Richard Löwenherz auf dem Rückweg vom Kreuzzug exkommuniziert. Damit stehen beide trotz des zu erwartenden Lösegeldes vor dem politischen und wirtschaftlichen Ruin. Mit einer unbedachten Bemerkung handelt sich Niki einen undankbaren Auftrag ein: Gemeinsam mit seinem Erzfeind, dem jungen Hadmar, wird er an der Spitze einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Freiwilligen auf eine lange und gefährliche Reise quer durch Europa geschickt. Ihr Ziel: Konstantinopel. Ihre Mission: Eine Reliquie nach Österreich zu bringen, die es würdig ist, damit selbst einen Papst zu bestechen ...
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass Christoph Görg einen Folgeband geschrieben hat und Nikis Abenteuer weitergehen! "Troubadour" war eines meiner absoluten Lesehighlights 2017. Wie auch Band 1 lässt sich die Fortsetzung nicht einem einzigen Genre zuordnen, denn hier treffen sich historischer und Abeteuerroman, sowie Fantasy - durch die Zeitreise, die unser Hauptprotagonist unternimmt.
Damals habe ich mit Niki mitgelitten, als der 19jährige von der Mauer der Burgruine Dürnstein in der Wachau gefallen ist und ins Jahr 1193 katapultiert wurde. Mittlerweile sind sechs Monate vergangen und Niki fühlt sich ganz wohl im frühesten Mittelalter. Mit Edeltrud hat er eine junge Frau an seiner Seite, die er liebt und an Abenteuer mangelt es ebenfalls nicht. Nur ab und zu bereitet ihm sein unüberlegtes Geplapper Schwierigkeiten, wie seine unvorsichtige Bemerkung betreffend eines vierten Kreuzzuges, der eigentlich erst 1202 stattfand. Damit schneidet er sich ins eigene Fleisch, denn nachdem Hadmar von Kuenring und Herzog Leopold von Österreich vom Papst exkommuniziert wurden, soll dieser mit einer ganz besonderen Reliquiae versöhnt werden. Damit beginnt ein mittelalterlicher "Roadtrip" von Dürnstein an der Donau über Wien und den Balkan nach Konstantinopel und zurück.
Gemeinsam mit dem jungen Hadmar von Kuenring, Ritter Joachim von Senftenberg und Ottokar von Pressburg begibt sich Niki auf der Via Diagonales auf den langen Weg nach Konstantinopel. Im Gefolge auch die Zwillinge Gerwald und Gottfried, Nikis Freundin Engel und ihr Bruder Bertram, sowie Bruder Severinus vom Stift Göttweig.
Interessant war die Beschreibung des mittelalterlichen Wiens, das im frühen Mittelalter noch relativ klein war und deren Straßenbenennungen nun nach der Lektüre mehr Sinn ergeben.
Auf ihren Weg durch den gefürchteten Räuberwald und die Überquerung des Balkangebirges erleben die Männer jede Menge Abenteuer, die mich oft bange umblättern und hoffen ließen, dass auch noch alle gesund und munter in Konstantinopel ankommen. Oftmals mussten sie auf die Heilkunst von Engel zurückgreifen, die trotz großem Widerstand als Mann verkleidet schließlich mit auf die Reise gehen durfte.
Christoph Görg hat historische Persönlichkeiten und fiktive Personen gekonnt miteinander verwoben. Die Charaktere sind wieder äußerst lebendig dargestellt und man schließt auch die neu hinzugekommen Figuren schnell ins Herz. Man lebt, liebt und lacht mit ihnen. Auch die Gegenden, die Niki und Co. durchqueren werden wunderbar bildhaft beschrieben. Besonders die Stadt Konstantinopel, die zu dieser Zeit ein wahrliches Juwel gewesen muss, wird sehr anschaulich und malerisch dargestellt. Die Reliquien, die sich damals noch in der Stadt befanden, bevor sie erobert und geplündert wurde und sich die religiösen Artefakte wie Sand am Meer vermehrten, müssen wahrlich etwas Besonderes gewesen sein.
Im Prolog erklärt Christoph Görg dem Leser einiges zum Thema Reliquien, deren Handel und Missbrauch.
Auch die Rückreise gestaltet sich alles andere als einfach und langweilig. Geheimnisvolle Mönche in schwarzen Kutten tauchen immer wieder auf und verfolgen die Reisenden bis nach Venedig. Was es mit ihnen auf sich hat, müsst ihr aber selbst lesen.
Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die mittelalterlich angepasste Sprache und der jugendliche Sprachgebrauch der Gegenwart, der bei Niki's Flashbacks eingesetzt wird, ergeben einen wunderbaren Mix.
Gefallen haben mir wieder die Austro-Pop Lieder von Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich oder STS, die Niki auf seiner Laute trällert, wie auch Filmzitate oder Anspielungen des Autors auf Asterix.
Im Inneren des Buchrückens befindet sich eine Karte vom Deutsch Römischen Reich bis zum Byzantinischen Reich. Unter "Historische Anmerkungen" erzählt der Autor noch über historische Fakten und Fiktion.
Fazit:
Auch "Reliquiae" ist wieder ein kurzweiliger Lesespaß, der mich begeistert hat. Ein etwas anderer historischer Roman, der mich immer wieder schmunzeln hat lassen und trotzdem jede Menge Geschichte spielerisch vermittelt. Ich finde es großartig, dass der Autor nun auch an einem dritten Band schreibt und kann es kaum abwarten mit Niki wieder neue Abenteuer zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Historienfans, aber auch für alle, die einmal einen etwas anderen historischen Roman lesen wollen. Aber...zuerst "Troubadour" lesen!!
Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexemplar und an Christoph Görg für die interessante Leserunde bei Lovelybooks, die wieder unheimlich Spaß gemacht hat.
Die Reihe rund um den Zeitreisenden Niki Wolff:
- Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung *Rezi*
- Reliquiae: Die Konstantinopel-Mission

















Liebe Martina, von diesen beiden Büchern kannte ich bisher nur das Cover, habe gerade mal deine Rezi gelesen und festgestellt, dass die Story eigentlich genau mein Ding wäre. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als meine Wunschliste noch etwas zu verlängern *lach*
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Susanne
Liebe Susanne,
LöschenBand 1 war 2017 ein absolutes Jahres Highlight und auch Reliquiae steht dem nicht nach. Es ist historisch und trotzdem mit Humor und Spannung. Ich kann die beiden Bücher wirklich empfehlen! Und Dürnstein ist von meiner Heimt nur wenige km entfernt =)
Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina,
AntwortenLöschenda hast du dich aber mal wieder an ein seitenreiches Buch herangemacht und prompt einen Volltreffer gelandet. Das freut mich für dich.
Vielleicht läuft der Roman mir ja auch noch über den Weg. Im Moment bin ich aber eigentich eingedeckt. :-)
Liebe Grüße und einen guten Wochenstart,
Barbara
Liebe Martina
AntwortenLöschenIch habe die Rezension nur überflogen, weil ich mir nicht sicher war, ob die Bände aufeinander aufbauen. Ist dem so? Das Buch (und der erste Band) ist auf jeden Fall auf der Wunschliste gelandet. Ich greife bei historischen Romanen manchmal ein wenig daneben und dann freut es mich, wenn ich mir ein paar Tipps von dir krallen kann ;-)
Ganz liebe Grüsse und starte morgen gut in die Woche
Livia
Liebe Livia,
Löschenja es wäre sinnvoll zuerst Band 1 zu lesen. Und...es sind keine "normalen" historischen Romane, denn der Hauptprotagonist lebt 2017 und reist zurück ins jahr 1193. Toll geschrieben, humorvoll und doch auch viel historische Recherchen nötig, vorallem für Band 2, wo es nach Konstantinopel geht.
Liebe Grüße
Martina