Bösland - Bernhard Aichner

    Die Bildrechte liegen beim Verlag




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
    • ISBN-10: 3442756383
    • ISBN-13: 978-3442756384
    • Genre: Thriller


btb Kurzbeschreibung:
Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Bernhard Aichner. Ich habe dem Autor nochmals eine Chance gegeben und seinen zuletzt veröffentlichten Thriller gelesen, nachdem mich bei seinem ersten Bestseller rund um die Totenfrau die Leseprobe total abgeschreckt hatte und ich seinen Schreibstil nicht wirklich mochte. Doch bei "Bösland" hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Meine Bücherei hat alle seine Bücher, deswegen war es für mich klar diesen Thriller auszuleihen und Bernhard Aichner nochmals eine Chance zu geben. Und das war gut so...

Gleich zu Beginn wird dem Leser eröffnet, was Aichner mit seinem Titel meint. Bens Bösland ist der Dachboden seines Elternhauses. Ein Ort, an dem ihm sein Vater regelmäßig züchtigt und wo sich dieser schlussendlich erhängt. Als der zehnjährige Ben ihn findet, ist der Junge einfach nur erleichtert, dass seine Tortour ein Ende hat. Das ehemalige Bösland wird zur gemeinsamen Spielstätte mit seinem Freund Felix Kux, dem reichen Apothekersohn. Dort übt Ben auch seine Leidenschaft fürs Fotografieren und Filmen aus. Wenige Jahre später passiert erneut ein Unglück am Dachboden. Man findet Ben neben einer brutal erschlagenen Leiche eines jungen Mädchens, das er in seinen Armen hält. Der Junge kann sich an nichts mehr erinnern und wird als jugendlicher Täter in die psychiatrische Anstalt gesteckt. Danach folgen betreutes Wohnen, Therapien und schlussendlich eine eigene Wohnung. 30 Jahre später - Ben ist wieder frei und führt ein Fotogeschäft, entdeckt er ein Foto, das ihn in die Vergangenheit zurückkatapultiert. Darauf ist sein alter Freund Kux zu sehen. Bestärkt durch seine Therapeutin macht sich Ben auf, um mit Kux zu klären, was damals geschah....

Die Geschichte wechselt zwischen einer Art Rückschau in die Vergangenheit, Dialogen mit der Therapeutin und mit Kux, sowie der Schilderung in der Gegenwart. Man begleitet dabei Ben durch alle Gefühlslagen und bekommt von ihm ein sehr gutes Bild. Das vom Autor gewollte Misstrauen ihm gegenüber bleibt jedoch bestehen. Die subtile Beschreibung der Atmosphäre ist Aichner gut gelungen.
Die Charaktere sind vielschichtig und ausdrucksstark. Die zwischenmenschlichen Aspekte werden hervorragend transportiert. Ich hatte von allen ein sehr gutes Bild und mein Kopfkino blieb immer in Bewegung.

Aichner baut unterschwellig Spannung auf. Die kurzen knackigen Sätze und die große Schrift lassen einem schnell durch das Buch fliegen. In der Mitte haben sich trotzdem, meiner Meinung nach, einige Längen eingeschlichen. Auch meine Vermutung ging schon früh in die richtige Richtung, jedoch fehlte mir noch die Bestätigung. Einen kleinen Twist, sowie eine überraschende Wendung gab es noch am Ende des Buches, das ich somit zufrieden zugeklappen konnte.

Schreibstil:
Bernhard Aichners Schreibstil ist speziell. Am Besten man liest sich zuerst kurz in einer Leseprobe ein und entscheidet dann, ob man damit klaekommt. Ich bin mit seinem Schreibstil noch immer nicht ganz warm geworden, aber in "Bösland" konnte ich mich an die kurzen prägnanten Sätze und die vielen Dialoge gewöhnen. Bei der "Totenfrau" ging das schon nach wenigen Seiten absolut nicht mehr. Erzählt wird in der Ich-Perspektive von Ben.

Der Verlag hat die Seiten wirklich gut gefüllt....mit großer Schrift, einzelnen Dialogen, wo jeder Satz einzeln steht, aber auch leeren Seiten. Wenn ich das Hardcover gekauft hätte, wäre ich nicht sehr erfreut darüber gewesen. Bestsellerautor hin oder her....es gibt in meinen Augen weitaus bessere österreichische Autoren und das ist Geldmacherei!

Fazit:
Ein unblutiger Thriller, der mit psychologischen Spielchen aufwartet und gut aufgebaut ist, aber doch auch etwas vorhersehbar ist. Trotzdem wird mir die Geschichte noch länger in Erinnerung bleiben und ich konnte mich auch endlich mit Aichners Schreibstil anfreunden. Fazit: Komm mit ins Bösland!


4 Kommentare:

  1. Huhu Martina,

    Ich habe die Reihe um die Totenfrau geliebt. Ja sein Schreibstil ist besonders aber ich hatte die als Hörbücher und da kommt man schnell rein wenn der Sprecher gut ist (was er war) Dieses Buch steht auf meiner Rezensionsexemplar Anfrag Liste (und wird dort wegen meiner Challenge erstmal versauern) aber ich will mal schauen ob ich das nicht auch in der Bücherhalle bekommen kann.

    Schön dass Du ihm nochmal eine Chance gegeben hast und Dich auf den ungewohnten Schreibstil eingelassen hast. Die Reihe um Blum ist auch super (sollte aber auf jeden Fall bei Teil 1 begonnen werden) falls Du es Dir DOCH nochmal überlegen willst ;-)

    Liebe Grüße Tanja

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  2. Liebe Martina,

    auch so ein Buch, welches ich schon lange lesen wollte. Ich mag Aichners Schreibstil und habe einen tollen Thriller "Interview mit einem Mörder" von ihm gelesen.

    Danke für die Rezi und fürs Erinnern, ach, wann soll ich diese tollen Bücher alle noch lesen?

    LG Barbara

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  3. Hallo Martina,

    jetzt bin ich schon neugierig geworden. Mir hat "Totenfrau" ja sehr gut gefallen, doch die Fortsetzung war nicht mehr meins. Daher habe ich mir "Bösland" noch gar nicht genauer angesehen. Ich werde es mal weiter beobachten.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  4. Hallo,

    ich war von "Totenfrau" total begeistert, aber "Bösland" konnte mich überhaupt kein bisschen überzeugen... Aber Gott sei Dank müssen wir ja nicht alle einer Meinung sein. ;-)

    Was den Schreibstil betrifft, ging es mir zum Beispiel genau andersum, in "Totenfrau" fand ich ihn grandios und in "Bösland" gefiel er mir gar nicht.

    Dass das Buch mit leeren und fast leeren Seiten und großer Schrift sehr gestreckt wurde, habe ich auch bemängelt, das halte ich auch für Geldmacherei.

    LG,
    Mikka
    [ Mikka liest von A bis Z ]

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