- Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
- Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag (4. September 2018)
- ISBN-10: 3851794109
- ISBN-13: 978-3851794106
- Genre: Liebesroman
Thiele Kurzbeschreibung:
Als seine Frau Hélène mit nur dreiunddreißig Jahren stirbt, ist Julien Azoulay, ein Autor von Liebeskomödien, am Boden zerstört. Doch Hélène hat ihrem Mann ein Versprechen abgenommen: Julien soll ihr nach ihrem Tod dreiunddreißig Briefe schreiben – für jedes gelebte Lebensjahr einen. Verwundert stellt Julien fest, dass ihn das Schreiben der Briefe auf seltsame Weise tröstet. Er berichtet Hélène von dem Leben, das er jetzt ohne sie führen muss. Von seiner Liebe, die keine Antworten mehr bekommt. Von ihrem Sohn Arthur, der keinen traurigen Papa möchte. Von Cathérine, die ihn so gern trösten will, aber selbst zu unglücklich ist über den Tod ihrer Freundin. Hélène liegt auf dem Friedhof am Montmartre begraben, und dort, in ein Geheimfach am Grabstein, legt Julien seine Korrespondenz. Doch eines Tages sind alle Briefe verschwunden. Statt ihrer entdeckt Julien ein kleines Herz aus Stein. Julien ist fassungslos. Er hat keinem Menschen von den geheimen Briefen erzählt. Und noch seltsamer: Auf jeden Brief, den er nun schreibt, erfolgt eine »Antwort«: ein Gedicht von Prévert, Kinokarten für Orphée, ein Vergiss-mein-nicht-Sträußchen ...
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Was für ein bezaubernder Roman! Obwohl das eigentliche Thema in dieser Geschichte die Trauerbewältigung nach dem Tod eines geliebten Menschen ist, versteht es Nicolas Barreau mit seiner wundervollen Sprache den Leser zu verzaubern und sehr viele positive Gedanken und auch Hoffnung zu verbreiten.
Der Roman handelt von Julien. Er ist vor kurzem Witwer geworden und man spürt den Schmerz über seinen Verlust in jeder Zeile. Julien ist gefangen in seiner Trauer. Wäre nicht sein kleiner Sohn Arthur und sein Verleger, der immer wieder unangemeldet an seine Tür pocht und nach seinen Fortschritten für den nächsten Roman fragt, würde er im Schmerz um Hélène versinken. Sein Kopf ist leer und das eigentliche Leben läuft ereignislos an ihm vorbei. Erst nach einiger Zeit kann er sich dazu aufraffen Hélènes letzten Wunsch zu erfüllen. Er soll 33 Briefe an sie schreiben - für jedes ihrer Lebensjahre einen. Mit der Zeit bemerkt er, dass ihm das Schreiben dieser Briefe hilft, die er in einem Geheimfach im Grabstein versteckt. Als eines Tages alle verschwunden sind und durch ein Herz aus Stein ersetzt wurden ist Julien sicher, dass Hélène mit ihm kommuniziert. Doch wie soll das möglich sein?
Gespannt verfolgt man als Leser, wie Nicolas Barreau dieses Rätsel lösen wird. Zu oft wurde ich bei ähnlichen Vorkommnissen in einem Roman enttäuscht. So fragte ich mich: Bleibt das Ende offen? Wird es übersinnlich oder bleibt der Autor rational? So wie er es gelöst hat, war es für mich perfekt.
Julien verbringt viele Tage auf dem Friedhof von Montmartre. Aus seinen Briefen an Hélène erzählt er aus seinem Alltag, der auch ohne seine geliebte Frau weitergehen muss. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art Hommage an Hélène, die er tagtäglich sehr vermisst und dies auch in seinen Briefen ausdrückt. Der Leser erfährt dadurch auch mehr aus dem gemeinsamen Leben der Beiden und besonders Juliens Gefühle und Gedanken. Es dauert bis man den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten kann und auch Julien benötigt dazu seine Zeit. Unterstützt wird er von seinem Freund Alex, einem Goldschmied, von Cathérine, der besten Freundin seiner Frau, die im selben Haus wohnt, seiner Mutter und Sophie, Steinbildhauerin und Restaurateurin, die seine oftmaligen Friedhofsbesuche etwas auflockert. Als Julien weitere Botschaften im Geheimfach entdeckt, klammert er sich an die Hoffnung, dass es doch noch Dinge zwischen dem Himmel und der Erde gibt, die wir nicht verstehen. Ist es Hélène, die ihm diese kleinen Botschaften hinterlässt? Oder kennt noch jemand außer er selbst, dem Steinmetz und seinem Sohn Arthur sein geheimnes Versteck? Julien fragt sich, was wohl passieren wird, wenn er den dreiundreißisgten Brief geschrieben hat....und ich mich genauso =)
Die Botschaft, dass man nicht auf Dauer in der Vergangenheit leben und man die Trauer hinter sich lassen soll - ohne den geliebten Menschen dabei zu vergessen - kommt beim Leser zu hundert Prozent an. Sehr gefühlvoll und warmherzig wird diese überbracht.
"Wenn sich ein Tor des Glücks schließt, öffnet sich ein anderes. Aber oft schauen wir so lange auf das verschlossene Tor, dass wir das andere, das sich für uns geöffnet hat, gar nicht sehen" - Seite 227
Dabei gelingt es dem Autor weder kitschig zu werden, noch ins Melancholische abzugleiten und den Leser in Trübsal zu versetzen. Durch das Schreiben der Briefe findet Julien langsam wieder den Weg zurück ins Leben und überwindet seine Trauer.
Wie gewohnt bringt Nicoals Barreau eine Art Zauber und Magie in seine Geschichte. Manchmal gelingt das besser, manchmal nicht so gut. Diesmal wurde ich aber wieder von dieser zauberhaften Geschichte überzeugt.
Nicoals Barreau hat auch den Nebencharaktere Leben eingehaucht und diese lebendig und facettenreich dargestellt. Manche nehmen dabei mehr Raum ein, als andere.
Der Roman enthält viele wunderschöne Zitate, aber auch Filme oder Gedichte werden erwähnt. Die bildhafte Beschreibung von Paris, dem Viertel rund um die berühmte Sacre Coer und dem Friedhof Montmarte ist wunderbar eingefangen.
Das Cover, welches in Sepia-Tönen gehalten ist, passt zu den Vorgängerromanen des Autors und ist wunderbar stimmig. Wiederum ist es eine Frau in einem roten Mantel oder Jacke, wie auf den meisten Buchcovern des Autors.
Schreibstil:
Der Schreibstil von Nicolas Barreau (oder wer auch immer hinter diesem Pseudonym steckt) verzaubert mit einer wundervollen Sprache und ganz besonderer Wortwahl. Nicht nur die eingestreuten französischen Wörter, sondern generell der Schreibsstil vermittelt viel französisches Flair. Die Zitate, Gedichte und auch die Romantik geben der Geschichte das gewisse Etwas.
Erzählt wird der Roman aus der Sicht von Julien in der Ich-Form. Die Briefe an Hélène heben sich in kursiver Schrift vom Rest ab. Unter jedem Kapitel steht ein Satz, der einen Bezug zum folgenden Inhalt hat.
Fazit:
"Die Liebesbriefe von Montmarte" haben mich verzaubert. Gerne habe ich Julien auf seinem Weg aus der Trauer begleitet. Perfekte romantische und leichte Wochenendlektüre - ganz einfach ein Barreau, wie man es sich wünscht!
















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