- Taschenbuch: 404 Seiten
- Verlag: Independently published (5. Juli 2018)
- ISBN-10: 1983370304
- ISBN-13: 978-1983370304
- Genre: Drama, Familiengeschichte
Amazon Kurzbeschreibung:
Japan 1987
Yasuko, eine junge Musikerin, wird mit ihrem Mann Jake von einem einsamen Strand entführt. Sie finden sich im Bauch eines Schiffes wieder, das sie an einen Ort bringt, der völlig von der Außenwelt abgeschottet ist und wo Recht und Gesetz nicht gelten. Nordkorea. Dort wird Yasuko gefangen gehalten und gezwungen, nordkoreanischen Spionen zu einer falschen, japanischen Identität zu verhelfen, während Jake spurlos verschwindet.
Kalifornien 2016
28 Jahre nach den Ereignissen sucht eine junge Frau, die nach ihrer Geburtadoptiert wurde, nach ihren Wurzeln. Mit nichts, außer einem verblassten Stück Papier, auf dem der Name eines unbekannten Arztes und ein Datum vermerkt sind. Ihre Suche führt sie auf eine Reise, an deren Ende ihr Leben in größte Gefahr gerät.
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Dieser Debütroman der Autorin lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Es ist sowohl ein Drama, als auch eine Familiengeschichte, enthält viele politische Einsichten und kann auch als Gegenwartsliteratur bezeichnet werden.
Der Prolog entführt den Leser in das Jahr 1986 ins chinesischen Macau. Die eigentliche Handlung des ersten Teiles startet aber ein Jahr später, wo der Leser sofort mitten ins Geschehen geworfen wird. Die japanische Musikerin Yasuko wird gemeinsam mit ihrem amerikanischen Mann Jake bei einem Strandspaziergang entführt. Schnellboote bringen die Beiden nach Nordkorea, wo sie als Gefangene das Regime unterstützen sollen. Yasuko soll nordkoreanischen zukünftigen Agenten die japanische Sprache und Lebensweise erlernen, damit diese später mit neuer Scheinidentität als Spione ins Ausland reisen können. Yasuko will dies nicht unterstützen und kann sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden. Sie rebelliert gegen das System. Doch schon bald ist ihr klar, dass sie keine Wahl hat, wenn sie überleben will. Ihr Mann Jake ist ihr keine Hilfe. Er scheint mit den Nordkoreanern zu sympathisieren. Ihr wird immer mehr klar, dass er sie benutzt hat. Als sie eine weitere Japanerin kennenlernt, die ebenfalls ein Entführungsopfer ist, sowie den aus Südkorea kommenden Seung-jim, der aus Zwang für das Regime arbeitet, freundet sie sich mit Beiden an, soweit das möglich ist. Denn Vertrauen kann sie eigentlich niemanden....
Der zweite Teil handelt von Sarah, einer jungen Japanerin, die von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde und in Berlin lebt. Die junge Frau hat ihren Job gekündigt, nachdem sich ihr Freund und Kollege von ihr getrennt hat. Ihr Wunsch mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren wird immer dringlicher. Deswegen begibt sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Alles was sie hat ist ein Stück Papier mit dem Namen eines Arztes und einem Datum...
Der erste Teil war grandios und hat mich wirklich beeindruckt. Lilian Kim schafft es dem Leser einen Einblick in das Regime Nordkoreas zu gewähren. Sie erzählt von den sogenannten Rachi Mondai, Entführungen von japanischen Bürgern durch Nordkorea in den 80er Jahren. Die düstere Stimmung spiegelt die Grausamkeiten des nordkoreanischen Systems wider. Man merkt ebenfalls, dass die Autorin vor Ort war. Lilian Kim erzählt informativ und mehrfache Wendungen bringen immer wieder Überraschungsmomente in die Geschichte. Man klebt an den Seiten und kann teilweise nicht glauben, was man hier über das restriktivste Land der Welt erfährt.
Im zweiten Teil blieb die Erzählung weiter dramatisch, jedoch hatte für mich das Ende etwas zu viel an Happy End.
„Die Tochter des Pianisten“ ist ein tolles Debüt, das mir noch lange in Erwinnerung bleiben wird. Das wunderschöne Cover muss ich ebenfalls noch erwähnen, denn ich finde es wirklich mehr als gelungen.
Warum ich trotzdem kein fünf Sterne vergebe?
Mich haben die vielen, vielen Fehler - seien es Tippfehler, Schreibfehler oder sogar Druckfehler - mit der Zeit wirklich mehr als genervt. Das Lektoriat hat hier der Autorin einen schlechten Dienst erwiesen! Die vielen Fehler haben meinen Lesefluss deutlich gestoppt. Vermisst habe ich auch eine stärkere Präsenz der Musik. Das Ende hat mich nicht zu 100% überzeugen können - trotzdem ein richtig gutes Buch!
Schreibstil:
Lilian Kim erzählt gefühlvoll, fesselnd und bildhaft. Als Debüt ist dieser Roman wirklich mehr als gelungen. Der Plot ist sehr interessant und erzählt aus einer Ecke der Welt, die kaum in Büchern vorkommt und von der man auch sonst wenig hört (außer Drohungen des jetzigen Diktators und die Spielchen von und mit Trump). Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So hat man die Möglichkeit auch andere Charaktere näher kennenzulernen. Mit den detaillierten Erzählungen fesselt Lilian Kim den Leser an die Seiten. Die Liebesgeschichte
Die Recherchen für ihren Debütroman: "Die Tochter des Pianisten", führten die Autorin nach Japan, Korea und Malaysia.
Fazit:
Eine Perle in der Flut von Selfpublishern! Ein Roman, der so anders ist als vieles, was ich bisher gelesen habe. Vorallem der erste Teil des Romans beeindruckt und bekommt von mir 5 Sterne. Teil zwei ist etwas schwächer und die vielen Fehler im Printbuch haben meinen Lesefluss oft richtig gestoppt, was mich sehr nervte. Deswegen muss ich leider einen halben Punkt abziehen. Trotzdem möchte ich diesen Roman sehr gerne weiterempfehlen!
Vielen Dank an Lovelybooks und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!
















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