- Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
- Verlag: Arctis Verlag (8. September 2017)
- Übersetzer: Katharina Hinderer
- ISBN-10: 3038800066
- ISBN-13: 978-3038800064
- Originaltitel: The Chimes
- Genre: Fantasy, Dystopie
Arctis Kurzbeschbeschreibung:
Nach dem Ende eines brutalen Bürgerkriegs ist London geteilt: Es gibt Slums und eine »Stadt der Eliten«. Durch tägliche Klangspiele wird den Bewohnern die Erinnerung daran, wie es einmal war, genommen. Die Vögel haben aufgehört zu singen und jeder neue Tag fühlt sich an wie der vorherige. Ein junger Mann namens Simon kommt in die Stadt und findet eine neue »Familie« – eine Bande, die hier im Untergrund lebt. Nach und nach gelingt es Simon, seine Erinnerungen wachzurufen, und Lucien, der blinde Anführer der Bande, spürt bald die Gefahr, die von Simons Vergangenheit ausgeht. Es beginnt ein Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit, um Gegenwart und Vergangenheit, um Leben und Tod.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Buch zu Hufis großer Stall Challenge
Meine Meinung:
Fantasy ist ja nicht gerade MEIN Genre, aber wenn es um Musik geht, greife ich auch gerne genrefremden Büchern. Man sollte ja auch hin und wieder seinen Horizont erweitern ;) Bei dieser Geschichte macht man das sicherlich, denn alleine der Schreibstil der Autorin ist eine kleine Herausforderung! Deswegen empfehle ich jeden, der sich für "Der Klang der Stille" interessiert zuerst in die Leseprobe reinzulesen.
Der Klappentext hat mich fasziniert, denn es geht um Musik und um Erinnerungen. Letztere wurden den Einwohnern der Stadt seit dem großen Bruch genommen. Simon lebt auf dem Land und kommt nach den Tod seiner Eltern nach London - einem London, das wir so nicht kennen. Er soll nach einer Melodie, die ihm seine Mutter zugeflüstert hat, suchen. Auch ein Name wird genannt und die Rabengilde. Simons Mutter war eine der wenigen Menschen, die sich auch nach dem großen Bruch erinnern kann. Sie hat die Gabe die Erinnungen anderen Menschen festzuhalten und zu verwahren. Kaum jemand aus der Rabengilde ist noch übrig, denn beim großen Bruch wurder der Klang zur Waffe. Viele Menschen starben, einige wurden blind und taub und übrig blieben nur mehr die, deren Herzen und Gehör rein waren, und die auf eine neue Harmonie warteten. Die Einwohner der Stadt haben seitdem nur mehr die Erinnerung eines Tages.
Auch Bücher oder Schriften, sogenannte Chiffren, gehören der Vergangenheit an Deshalb helfen sich die Menschen mit Melodien, um gegenseitig zu kommunizieren oder wieder nach Hause zu finden. Jeder geht anders mit dem Gedächtnisverlust um. Einige verlassen sich auf ihr Körpergedächtnis, viele verwenden Gegenstände, aber alle verlassen sich auf die Musik und jeder von ihnen spielt ein Instrument. Musik ist Macht.
"Ein Wanderarbeiter singt das Hin-und-Zurück seiner Tagesreise, die
Kadenz seines Liedes endet an unserem Dorfplatz. […] Kaum jemand wagt
sich weiter als eine Tagesreise von zu Hause und den dort verwahrten
Erinnerungen fort. Schließlich könnte man die Melodie für den Rückweg
vergessen."
- Seite 12
- Seite 12
Die Grundidee ist wirklich originell! Eine Welt ohne Sprache und voll mit Musik und Klängen. Eine Klangkakaphonie statt einer Überpräsenz der Medien, die uns in der heutigen Welt begleitet. Auch der Verlust der Erinnerung durch einen besonderen Klang, ist eine gänzlich neue Idee. Bekannt war für mich die übliche Elite, die wir in jeder Dystopie finden, die sich von den gewöhnlichen Menschen abhebt und in Wohlstand lebt. Diese finden wir auch hier...
Doch der eigene Schreibstil macht es dem Leser schwer in die Geschichte zu finden. Auch die Charaktere wirkten für mich sehr blass. Ich konnte sie nicht richtig fassen und spürte keinerlei Emotionen bei ihren Weg ins Innere der Stadt, der eigentlich eine Art Widerstandsbewegung sein soll.
Erst ab der Hälfte wurde für mich die Geschichte immer verständlicher. Man gewöhnt sich mehr und mehr an den Schreibstil. Irgendwie hatte ich das Gefühl, umso mehr Erinnerungen Simon findet, umso klarer lässt sich der Roman lesen. Trotzdem kam keine richtige Spannung auf, die mich absolut an das Buch fesseln konnte.
Schreibstil:
Anna Smaill erzählt sehr bildhaft und poetisch. Der Schreibstil ist, neben der guten Grundidee, das Außergewöhnliche an dieser Geschichte, Die Autorin benutzt für ihren Roman die Sprache der Musik. So finden wir viele Fachwörter der Musiktheorie wie lento (langsam), tacet (schweigen, Pause), subito (schnell). Diese werden in die Sätze miteingebracht, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Genauso wie die Schreibweise von Mettall, Leerlinge und Pollizzei. Warum hier Doppelkonsanten verwendet wurden, hat sich mir leider bis zum Ende der Geschichte nicht erschlossen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Simon.
Cover :
Die englischsprachigen Cover, Hardcover (links) und Paperback, haben denselben Stil und vermitteln den musikalischen Bezug des Romans, der beim deutschen Cover leider fehlt.
Mir gefällt das linke Cover eigentlich sehr gut.
Auch das deutsche Cover gefällt mir, wobei jedoch das heutige London nicht das London des Buches ist. Und der Bezug zur Musik fehlt völlig, was ich nicht ganz verstehen kann.
Fazit :
Ein großartiger Plot, der durch den ziemlich schwierigen Schreibstil und fehlender Spannung leider ziemlich verliert. Deswegen konnte mich die Umsetzung nicht gänzlich überzeugen. Trotzdem fand ich meinen Ausflug in ein für mich eher selten gelesenes Genre interessant.
Wer sich für den Roman interessiert, sollte auf jeden Fall zuerst die Leseprobe lesen.
Vielen Dank an den Arctis Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde

















Hallo liebe Martina <3 Der Klappentext ist wirklich sehr toll, das sage sogar ich, obwohl ich Fantasy gar nicht mag. Deine Rezension gefällt mir auch sehr gut, schade das der Schreibstil so kompliziert war, das ärgert mich leider auch immer
AntwortenLöschenIch habe eher weniger oft Probleme mit dem Schreibstil, aber hier war es anfangs doch sehr gewöhnungsbedürftig und es ist ja nicht mir alleine so gegangen. Und Fantasy ist ja eigentlich auch nicht mein Genre, aber die idee war wirklich mal was anderes...
LöschenLiebe Grüße
Martina
Ahhh, ich wusste gar nicht, dass das Buch inzwischen auf Deutsch erschienen ist. Ich habe damals den ganzen Wirbel mitbekommen, als es original herauskam. Auf meiner Wunschliste ist es schon mal.
AntwortenLöschenHi Martina,
AntwortenLöschenich hab das Buch gewonnen und bin nun sehr gespannt. Dass beim deutschen Cover aber der Bezug zur Musik fehlt, stimmt so nicht - da sind doch diese Klangwellen, Sinuskurven, im Wasser! Aber ich hab die auch erst übersehen.
Liebe Grüße
Daniela
Stimmt...hab ich glatt übersehen...
LöschenIch wünsche dir viel Lesespaß!
Hallo Martina,
Löschendas Buch war mal etwas anderes. Es fiel mir schwer, es zu bewerten, denn es steckt soviel drin. Viel, was mir gefallen hat, einiges, mit dem ich mich schwergetan habe. Aber müssen Romane immer anstrengungslos sein? Ich meine nein, und ich fand mich inspiriert vom Schreibstil - obwohl ich deine Kritikpunkte teile!
Ich habe diesen Beitrag bei meiner Rezension verlinkt.
Grüße - Daniela
Ja, ein ganz anderes Buch und so bleibt es auch in Erinnerung. Ich tat mir anfangs wirklich schwer beim Lesen, aber mit der Zeit ging es dann ganz gut. Du hast schon recht, wenn du sagst, dass Romane ruhig auch anstrengend sein können ;)
LöschenLiebe Grüße
Martina