Das Leben fällt, wohin es will - Petra Hülsmann



    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 4 (26. Mai 2017)
    • ISBN-10: 3404175220
    • ISBN-13: 978-3404175222
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur




Bastei Lübbe Kurzbeschreibung:
Party, Spaß und Freiheit - das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das - Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet - zum Beispiel die Liebe ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

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Meine Meinung:
"Das Leben fällt, wohin es will" ist der neuerste Roman von Petra Hülsmann, der im Mai erschienen ist. Die Autorin kenne ich bereits von ihrem Roman "Glück ist, wenn man trotzdem liebt", der mich zwar gut unterhalten hat, mich aber nicht ganz überzeugen konnte. Hingegen fand ich ihren neuen Roman wirklich gelungen.
Marie, unsere Hauptprotagonistin, ist zu Beginn eher unsympathische und oberflächliche Person. Die Tochter eines wohlhabenden Werftbesitzers möchte mit dem Familienunternehmen nichts zu tun haben und lebt in den Tag hinein. Obwohl sie bereits um die Dreißig ist, besteht ihr Leben nur aus Party machen und Verbindlichkeiten. Verantwortung will sie keine...

Doch plötzlich steht Maries Leben auf den Kopf. Bei ihrer Schwester Christine wird Brustkrebs diagnostiert und sie bittet Marie um Hilfe. Das Au-Pair Mädchen muss für drei Wochen in ihre Heimat zurückkehren und die beiden Kinder, Toni und Max, sind seit der Trennung von ihrem Mann außer Rand und Band. Während der Chemotherapie soll Marie zu Christine ziehen und ihr unter die Arme greifen. Außerdem soll sie im Familienbetrieb den Job von Christine übernehmen - den Platz in der Werft, den sie immer wollte, der ihr aber ihr Vater nie zugestanden hat. Ein bisschen viel auf einmal und wie zu erwarten kommt es zu einigen Turbulenzen...

Zu Beginn hatte ich noch einige Bedenken, dass ich das Buch beenden würde, denn Marie war eine wirklich unsympathische Protagonistin. Immer wieder musste ich den Kopf über ihren Egoismus und ihre Naivität schütteln. Nach und nach bemerkt der Leser, dass unter der unbekümmerten Art jedoch viel mehr steckt. Durch eine große Verletzung in der Jugend hat sich Marie geschworen, nichts und niemanden mehr an sich heranzulassen und das Leben einfach so zu nehmen, wie es kommt: ohne Verpflichtungen. Durch die neue Situation ist Marie vollkommen überfordert und trotzdem versucht sie das Beste daraus zu machen. Die Konflikte, die sie durchzustehen hat, sind wirklich zahlreich und sie wächst an den Schwierigkeiten, die sich immer wieder in den Weg stellen.
Marie's Liebe zu Segelbooten und der Werft ihres Vaters, der ihr nie eine Chance geben wollte, wird mit viel Liebe von der Autorin dargestellt. Marie's Verwandlung ist für den Leser erfreulich, aber auch vorhersehbar. Dies stört aber keineswegs.

Durch das bunte Cover vermittelt der Roman heitere und kurzweilige Unterhaltung, was nicht ganz stimmt. Die Krebserkrankung von Christine wird nicht beschönigt und so bekommt der Roman auch etwas mehr Tiefe. Trotzdem wird man beim Lesen nicht hinuntergezogen, sondern man lächelt über Maries Versuche und Hoppalas oder genießt die typische Hamburger Atmosphäre. Die Autorin schildert ihre Heimatstadt sehr lebendig und obwohl ich leider noch nie in der Hansestadt war, hatte ich eindringliche Bilder im Kopf. Die plattdeutschen Sätze (die Übersetzung dazu ist ganz hinten in einem Glossar zu finden) geben dem Roman noch etwas mehr Lokalkolorit.
Ebenfalls gibt es ein kleines "Wiedersehen" mit Personen aus den Vorgängerromanen, wie Knut den Taxifahrer und seine Freundin Irina.

Schreibstil:
Die Autorin bleibt ihrem Stil treu und schreibt locker leichte Geschichten, die sich ruck-zuck weglesen lassen. In diesem Roman hat sie außerdem zur leichten und lebhaften Story noch ein ernstes Thema hinzugefügt, das sie sehr gefühlvoll rüberbringen konnte. Durch die bildhaften Beschreibungen von Hamburg bekommt man das dringende Gefühl sofort die Koffer packen zu müssen.

Fazit: Wenn auch leichtere Lektüre, die etwas vorhersehbar daherkommt, besitzt dieser Roman einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Die anfangs unsympathische Protagonistin beginnt einem das Herz zu erwärmen und die Krebserkrankung der Schwester gibt dem Roman etwas mehr Tiefe und Authentizität. Zum Abschalten und genießen...

3 Kommentare:

  1. Oh ja, ich fand Marie am Anfang auch echt unsympathisch! Ich freue mich, dass dir das Buch trotzdem so gut gefallen hat! Manchmal braucht man eben auch Literatur zum Abschalten ;)

    Liebe Grüße
    Meiky

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  2. Hallo Martina,

    die Buchtitel begegnen mir so häufig und ich habe noch immer kein Buch der Autorin gelesen.
    Vielleicht sollte ich hiermit mal beginnen. Das scheint trotz der ähnlichen Cover keine zwingend zu verfolgende Reihe zu sein.

    LG Barbara

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  3. Also bei dem Cover habe ich mich gewundert, wie viele Sterne du vergeben hast. Deine Rezi zeigt ja aber, dass das nicht nur ein Buch für den Strand ist. Mit dem Thema Krebs bin ich immer etwas vorsichtig, darum ist das Buch trotzdem eher nichts für mich persönlich...

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