- Broschiert: 224 Seiten
- Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (9. Juni 2017)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3423261463
- ISBN-13: 978-3423261463
- Genre: Gegenwartsliteratur
Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.
Meine Bewertung: * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Der Klappentext zu diesem Debütroman von Carolin Hagebölling hört sich wahnsinnig interessant an. Was würdest du tun, wenn du einen Brief von einer Freundin erhältst, der von dir und deinem Leben erzählt, welches aber ganz anders verlaufen ist? Klingt doch wahrhaftig verrückt und hat mich furchtbar neugierig gemacht.
Bei der Leserunde waren wir auch alle sehr schnell mitten in der Geschichte, die mich von Beginn an gefesselt und fasziniert hat. Marie, die in Hamburg gemeinsam mit ihrer Freundin Johanna in einer lesbischen Beziehung lebt, ist eine erfolgreiche Frau und steht mit beiden Beinen im Leben. Umso erstaunter ist sie, als sie einen ominösen Brief erhält, der an sie adressiert ist. Jedoch steht unter ihrem Namen eine Pariser Adresse. Er ist von ihrer besten Freundin aus Kindheitstagen, Christine, die noch in ihrem Heimatdorf lebt. Als Absender steht jedoch eine Berliner Adresse mit Christines Namen. Verwirrt wendet sich Marie an Christine, die diesen Brief jedoch nie geschrieben hat und genauso verstört reagiert, wie ihre Freundin. Doch woher kennt der Verfasser so viele persönliche Dinge, die nur die beiden Frauen wissen können? Marie lässt dies keine Ruhe und macht sich auf nach Paris, um den Dingen auf den Grund zu gehen...
Der Roman lässt sich sehr schnell lesen, denn die Kapitel sind kurz und die Schrift ist eher groß gehalten. Außerdem liest sich Carolin Hageböllings Schreibstil sehr angenehm, leicht und flüssig und ich musste einfach wissen, was hinter dieser Geschichte stecken könnte. Maries Suche nach ihrem anderen Ich oder ihrem Leben in Paris wird sehr bildhaft beschrieben. Sie fühlt sich in der Stadt der Liebe sehr wohl und viele Dinge kommen ihr bekannt vor. Gemeinsam mit Marie rätselt und überlegt man, was hinter diesen Briefen stecken könnte. Ich war sehr schnell im Sog des Romans gefangen und die erste Hälfte des Buches konnte mich wirklich begeistern.
Doch ab dem Mittelteil flaute die Erzählung immer mehr ab. Die neu hinzugekommenen Figuren wirkten teilweise zu oberflächlich und hatten weniger Tiefe. Die Recherchen zum beigelegten Foto im Brief wurden meiner Meinung zu schnell aufgeklärt. Die Zerissenheit zwischen der Liebe zu Johanna und zu Victor, der in der geheimnisvollen Post ihr Lebensparter ist, und den sie bei ihrem Besuch in Paris kennenlernt, ist kaum vorhanden. Ich konnte keine wirkliche Liebe von Marie für Victor fühlen und auch keine Gewissenbisse Johanna gegenüber.
Das Ende hat leider meine bereits fiktive gute Bewertung zur Geschichte völlig zunichte gemacht. Ich mag keine Bücher mit offenen Enden. Sie geben mir das Gefühl "umsonst" gelesen zu haben. Und besonders hier habe ich richtig auf die Enthüllung, der Lösung, der mysteriösen Briefe hingefiebert und dann sitzt man vor der letzten Seite und fragt sich: Und das wars? Wo ist die Auflösung?
Meiner Meinung ist der Roman auch mit einer falschen Genre-Bezeichnung erschienen.
Ich könnte mit einigen offenen Fragen leben, aber mit einem komplett offenen Ende: NEIN! So ließ mich die Geschichte einfach nur ratlos und frustriert zurück. Schade!
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Die Kapitel sind kurz und der Roman ist in drei Teile geteilt. Die beiden Handlungsorte Hamburg und Paris werden sehr anschaulich beschrieben und die Autorin vermittelt das besondereFlair beider Städte sehr bildhaft und glaubwürdig. Passend zu den jeweiligen Handlungsorten befindet sich über den Kapiteln entweder ein Anker oder ein umgedrehter Eifelturm, was mir sehr gefallen hat. So weiß man auch gleich, wo sich Marie in den nächsten Kapiteln befinden wird.
Fazit:
Wer sich nicht an offenen Enden stört, kann hier zugreifen, denn der Schreibstil und der Plot sind klasse. Wer aber genauso wenig offene Enden mag, wie ich, der sollte die Finger vom Buch lassen.
Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde.
















Hey Martina,
AntwortenLöschendanke für deine Rezension, jetzt habe ich ein wenig Einblick in diesen neuen Titel bekommen. Hört sich allerdings nicht besonders verlockend für mich an, dass das Ende offen gelassen wurde...wenn es wirklich keinerlei Erklärung dafür gibt *grübel*
wie kommt es eigentlich, dass Marie auf Victor trifft und wie geht er mit ihr um..bzw. wie sind diese beide Parallelwelten überhaupt irgendwie erklärbar? Du darfst mich mit der Antwort gerne spoilern, ich denke nicht, dass ich die Geschichte selber lesen werden :)
Kann ich dir irgendwo mailen, ohne dass die Antwort hier jemand mitlesen kann? ;) Ich möchte nämlich sonst niemanden spoilern....
LöschenLG Martina
klar! lieb von dir, wenn du dir die Mühe machst :)
Löschenc.welser@gmx.at
Erledigt =)
LöschenIch mag auch überhaupt kein offenes Ende in Büchern! Manchmal passt es, aber wenn gewissen Spannungspunkte nicht aufgeklärt werden über die man sich das ganze Buch über Gedanken gemacht hat, dann ist das immer Mist. Neugierig bin ich jetzt aber trotzdem geworden und das Buch wandert jetzt gleich mal auf meine Merkliste!
AntwortenLöschenWunderschönes Cover. Mit offenen Enden kann ich manchmal umgehen, manchmal regen sie mich aber auch auf. Wenn so gar nichts geklärt wird, dann fehlt da einfach was...
AntwortenLöschenHallöchen
AntwortenLöschenIch hatte mich ja auch für die Leserunde auf Lovelybooks beworben, hatte leider aber ich gewonnen.
Aber wenn ich das hier so lese, dann glaub ich, dass ich mir das Buch auch nicht mehr holen werden.
Ich bin ein extrem neugieriger Mensch und wenn das Buch dann noch ein offenes Ende hat, könnte ich durchdrehen.
Zu schade :( Es klang nämlich echt gut...
liebe Grüße
Sunny (http://sunnywonderbookland.blogspot.de)