Alles, was ich sehe - Marci Lyn Curtis




    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: Königskinder (18. März 2016)
    • ISBN-10: 3551560226
    • ISBN-13: 978-3551560223
    • Originaltitel: The One Thing
    • Genre: Jugendbuch, Fantasy



Königskinder Kurzbeschreibung:
Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieses Jugendbuch aus den Königskinder Verlag fiel mir immer wieder auf diversen Blogs ins Auge. Die sehr positiven Bewertungen überzeugten mich das Buch aus meiner Bücherei mitzunehmen.

Zu Beginn tat ich mir allerdings ein bisschen schwer mit der Geschichte und der mir zuerst eher unsympathischen Protagonistin Maggie. Diese hat durch eine Gehirnhautentzündung ihr Augenlicht verloren und leidet natürlich sehr darunter. Sie beginnt sich von ihren Freundinnen abzusondern und auch die Beziehung zu ihren Eltern wird unterkühlter und schwieriger.
Nach einem Sturz, bei dem sich Maggie den Kopf schlimm angeschlagen hat, sieht sie plötzlich einen kleinen Jungen namens Ben. Ihr Sichtfeld beschränkt sich allerdings auf den Zehnjährigen, den sie in einer Art Schein wie von einer Glühbirne sieht. Maggie ist glücklich wieder Farben sehen zu können und beginnt zwar die Sache zu hinterfragen, jedoch will sie an ihrem Glück, zumindest einen kleinen Teilausschnitt sehen zu können, wenn Ben in ihrer Nähe ist, solange wie möglich teilhaben. Und die Freundschaft mit Ben tut Maggie wirklich gut, denn der kranke Junge, der an einer schweren Rückenmarksverletzung (Spina bifida) leidet und nur mit Schwierigkeiten laufen kann, bereichert Maggies Leben. Seine positive Lebenseinstellung, seine altklugen Kommentare und sein sonniges Gemüt erobern nicht nur unsere Hauptprotagonistin, sondern auch den Leser. Und dann ist er noch der Bruder von Mason, dem Sänger von Maggies Lieblingsband. Dieser ignoriert Maggie allerdings total, da er glaubt sie spiele ihm ihre Blindheit nur vor......
Was es damit auf sich hat, dass Maggie nur Ben sehen kann und warum, dass müsst ihr selbst herausfinden!

Ich war zuerst etwas skeptisch und mag fantastische Stränge (deshalb wird der Roman auch unter "Fantasy" geführt!) in "normalen" Romanen nicht so gerne, aber nach den ersten 80 Seiten hat auch mich die Geschichte gepackt. Das liegt aber vorallem an den wunderbar dargestellten Protagonisten. Mit Ben hat die Autorin einen einzgartigen Charakter entworfen, der sich in jedes Herz einschleicht. Der kleine Junge ist nicht nur altklug und neugierig, seine überschwängliche Art und sein Sinn für Humor ist wirklich außergewöhnlich beschrieben. Und für Maggie wird Ben im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtblick in ihrem Leben.
Auch Maggie wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Mit ihrer sarkastischen und unverblümten Art eckt sie bei vielen Mitmenschen an und igelt sich ein. Durch Ben lernt sie ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und macht im Laufe der Geschichte eine sehr positive Wandlung durch.

Die kleine Liebesgeschichte müsste nicht unbedingt sein, aber ich kann verstehen, dass es besonders für junge Mädchen ein Anreiz sein könnte zu diesem Buch zu greifen. Musiker oder ein angehender Rockstar sind auf jeden Fall ein sehr beliebtes Thema, welches auch bei älteren Frauen ab und an zieht ;)

Die Autorin hat es wunderbar geschafft die Probleme von blinden Menschen für uns Sehende begreiflich zu machen. Das beginnt mit dem überqueren einer Straße, den bösen Gehsteigkanten, den richtigen Bus zu finden und generell sich im normalen Leben einzugliedern, was nicht einfach ist. So spricht diese Geschichte den Leser auf viele Arten an. Es ist eine gelungene Mischung aus ernsten und schwierigen Themen, die mit einer kleinen Prise Sarksamus und Humor und dem wichtigen Thema Freundschaft, das richtige Lesefeeling bringt. Ein wunderbarer All Age Roman für Mütter und Töchter.

Schreibstil
Wie bereits oben erwähnt, lebt der Roman von den facettenreichen Figuren, die Marci Lyn Curtis mit sehr viel Herzblut erschaffen hat. Sie sind lebendig und haben Ecken und Kanten. Der Schreibstil ist flüssig und jugendlich leicht, trotz der manchmal schwereren Themen. Maggie erzählt aus der Ich-Perspektive und lässt uns unmittelbar an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.


Cover:

Die amerikanische Hardcover-Originalausgabe ganz links finde ich richtig hässlich...sorry! Da gefällt mir das Taschenbuch, ganz in Rottöne gehalten, viel besser. Vorallem weil das Bild auf eine Szene im Buch zutrifft (wie auch das pinkfarbene italienische Taschenbuchcover). Das spanische Cover ganz rechts erinnert mich eher an eine Dystopie ;)

Fazit:
Ein bewegender All Age Roman mit einem Schuss Fantasy, der vorallem von den facettenreichen Figuren lebt und das Thema Blindheit sehr gut beschreibt. Für alle Altersstufen zu empfehlen!


1 Kommentar:

  1. Liebe Martina,

    schön geschriebene Rezi. Mir hat das Buch auch gut gefallen, vor allem Ben, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Nur die Liebesgeschichte fand ich nicht so toll, da ich mit Mason nicht so viel anfangen konnte. Ich steh nicht so auf Rockstars ;)

    Liebe Grüße von Conny

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