Stiefkind - S.K. Tremayne




    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (1. Dezember 2016)
    • ISBN-10: 3426516624
    • ISBN-13: 978-3426516621
    • Originaltitel: The Fire Child
    • Genre: Psychothriller


 
Knaur Kurzbeschreibung:
Rachel hat es endlich gut getroffen. Nach langen Single-Jahren hat sie den Anwalt David Kerthen kennengelernt und zieht mit ihm in sein Herrenhaus auf den Klippen von Cornwall. Mit den besten Absichten, auch für Davids Sohn aus erster Ehe, den 9-jährigen Jamie, eine gute Mutter zu sein. Denn Davids erste Frau kam auf tragische Weise in einer der überfluteten Zinngruben an Cornwalls Küste ums Leben. Doch Jamie verändert sich, scheint von düsteren Visionen geplagt - und platzt schließlich mit einem Satz heraus, den Rachel nicht mehr vergessen kann: „ An Weihnachten wirst du sterben ... und meine Mummy kommt zurück."

Meine Bewertung: * *

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Meine Meinung:
Der Psyochothriller beginnt eher gemächlich und führt uns ins malerische Cornwall. Dort zieht die junge Rachel ins Herrenhaus ihres Mannes, den Anwalt David Kerthen, ein. Das Paar ist erst seit kurzem verheiratet und Rachel, die aus der Unterschicht kommt, scheint der soziale Aufstieg gelungen zu sein. Über dem düsteren Herrenhaus der Kerthens liegt aber noch immer der Schatten von David's erster Frau Nina, die bei einem Unfall in den angrenzenden Minen ums Leben gekommen ist. Ihr Leichnam wurde nie gefunden, doch Rachels Stiefsohn Jamie ist sich sicher noch immer seine Mutter zu sehen und zu spüren.....

Die Inhaltsangabe hat mich sofort in den Bann gezogen und ich erwartete mir hier einen spannenden Thriller mit Gänsehautfeeling, vielleicht auch schon leicht in die Horrorrichtung gehend. Leider fand ich weder Thrill noch Horror, auch die Spannung suchte ich vergeblich.
Mit sehr detailverliebten Beschreibungen der Landschaft und der Mienen der Gegend kam bei mir kein Gänsehautfeeling auf, auch wenn der Autor seine blumig ausgebauten Sätze mit düsteren Worten wie: "Von Felsvorsprüngen hängen Eiszapfen wie Waffen aus Glas" oder Die Landschaft ist erstarrt. Autistisch, stumm. Unheimlich. In Bewegung ist nur die See, die sich endlich in einem Todestanz wiegt" - Seite 313
verwendet. Vielleicht ist die Erklärung der detailverliebten Beschreibungen der Landschaften darin zu finden, dass der Autor ein preisgekrönter Reisejournalist ist. In Psychothrillern haben sie meiner Meinung nichts verloren oder nur in kleinen Dosen. Ebenso hinterließen die sich laufend wiederholenden düsteren Beschreibungen der damaligen Arbeitsverhältnisse in den Minen und die der Ausbeuterei bezichtige Familie der Kerthens, auf denen deswegen ein Fluch liegen sollte, bei mir kein Echo.

Auch die Charaktere blieben mit fremd. Aus Rachel wurde ich nicht schlau, auch wenn dies sicherlich vom Autor beabsichtigt war. Doch ihr Verhalten war so sprunghaft und wirr, dass ich überhaupt kein Gefühl für sie aufbauen konnte. Ihre Gedankengänge und Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen und blieben mir großteils suspekt.
David blieb mir ebenfalls vollkommen fremd...sogar noch ferner als seine Frau Rachel. Dass er ein Geheimnis hat, ist dem Leser sehr früh klar, jedoch nicht, was er verheimlicht.
Jamie wird als verängstigter und traumatisierter Junge dargestellt, der aber mit der Aussage "An Weihnachten bist du tot" in die undurchschaubare Ecke gestellt wird. Kurz musste ich an "Der Exorzist" denken, doch es war nur ein sehr flüchtiger Moment... Besonders genervt hat mich, dass er immer wieder "als der wunderschöne Junge" beschrieben wurde. Ebenso fand ich die Dialoge zwischen Rachel und Jamie weder kindgerecht noch glaubwürdig. Ihre Unterhaltungen drehten sich einzig und allein um die verstorbene Mutter....da wäre selbst ich traumatisiert geworden! Mir kam vor, als ob der Autor damit die Thrillerstimmung aufrecht erhalten will.
Erst zum Ende hin kam etwas Spannung auf und S.K. Tremayne konnte noch mit einer Überraschung bei mir punkten. Allerdings fand ich die Auflösung trotzallem ziemlich konstruiert und weit hergeholt. Schade! Was für ein toller Plot und dann diese enttäuschende Umsetzung....

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr detailliert und teilweise blumig. Bei einem Roman hätte mir das gut gefallen, aber bei einem Psychothriller fand ich es nicht passend. 
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive aus Rachels Sicht geschildert. Einige wenige Kapitel werden aus Davids Sicht in der dritten Person erzählt.
Die einzelnen Kapitel werden tageweise heruntergezählt, wie bei einem Countdown....noch 149 Tage bis Weihnachten....

Cover:
Obwohl die Landschaft auf dem englischen Originalcover düsterer erscheint, hat das deutsche Cover etwas unheimliches an sich. Ich finde beide für einen Thriller eigentlich ansprechend. Besonders gefällt mir, dass das Cover von "Stiefkind" nicht in den typischen Thrillerfarben schwarz-weiß-rot illustriert wurde.

Fazit:
Für mich leider eine große Enttäuschung! Weder Thrill noch Spannung, unsympathische Protagonisten und ein eher zähes Lesevergnügen. Von einem Psychothriller weit entfernt! Toller Plot - mangelhafte Umsetzung!

Mein Dank geht an den Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar!

5 Kommentare:

  1. Huhu Martina!
    Danke für deinen lieben Kommentar bei mir:-) Hab mich gefreut. Nun musste ich gleich mal deine Rezi lesen, da ich das Buch schon hier habe:-( Nun bin ich ja echt mal gespannt, ob es mir ähnlich ergehen wird wie dir. Schade, dass es soviel ungenutztes Potenzial zu geben scheint, den Plot finde ich nämlich total vielversprechend.
    Liebe Grüße, Petra

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  2. Hallo Martina,

    auf die Rezi habe ich gewartet. Schade, schade, dass es zu so einer Enttäuschung geworden ist. Ich werde darauf verzichten, denn es scheint einiges gar nicht zu passen. Dabei hätte es von der Idee her recht interessant geklungen.

    Hier wartet noch "Eisige Schwestern" vom Autor auf mich. Das soll angeblich besser sein.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  3. Hallo Martina

    Du warst fleißig und hast es schon gelesen. Wenn ich es gelesen habe, verlinke ich gerne deine Rezi bei mir, wenn du möchtest.

    Dich konnte das Buch ja gar nicht überzeugen. Hast du eisige Schwestern auch gelesen?

    Liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Liebe Gisela,
      nein, die eisigen Schwestern habe ich nicht gelesen und werde sie jetzt auch nicht mehr lesen...
      Ich bin schon auf deine Meinung gespannt!
      Liebe Grüße
      Martina

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  4. Liebe Martina

    Ich habe vor ein paar Wochen das FAzit von dir zu "Stiefkind" gelesen. Eben habe ich mir die gesamte Rezension durchgelesen, und bin wirklich erstaunt, wie sich unsere Besprechungen gleichen. Klar, mit anderen Worte. Jedoch sagen beide so ziemlich das Gleiche aus.

    Liebe Grüße,
    Gisela

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