Das Gefühl, das man Liebe nennt - Julie Cohen



    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Diana Verlag (15. Juni 2015)
    • ISBN-10: 3453358384
    • ISBN-13: 978-3453358386
    • Originaltitel: Where Love Lies
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur


Diana Kurzbeschreibung: 
Felicity ist glücklich. Sollte sie zumindest sein, denn sie hat den besten Ehemann der Welt, lebt in einem bezaubernden Cottage, und ihre Kinderbücher sind ein Riesenerfolg. Doch in letzter Zeit kommen immer häufiger Erinnerungen an ihre erste große Liebe Ewan zurück, der ihr vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat. Warum verspürt sie plötzlich solche Sehnsucht nach ihm? Felicity kann nicht anders und folgt diesen Gefühlen, die sie selbst nicht versteht. Ist sie dabei, sich zu finden – oder zu verlieren? Fast zu spät erkennt sie, was wirklich mit ihr los ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Felicity ist eine junge Frau, die eigentlich ein glückliches Leben führen könnte. Sie hat vor kurzem ihrem Mann Quinn geheiratet, der sie auf Händen trägt und einen Job als Illustratorin, den sie liebt. Doch da ist auch der Verlust ihrer Mutter, Schuldgefühle die sie quälen, ihre Zeichenblockade und der Druck ihr Manuskript endlich abzuliefern. Und seit kurzem hat sie immer wieder den Duft von Frangipani in der Nase, einer exotischen Blume, die sie an ihre Mutter und an ihre große Liebe Ewan erinnert. Sie fühlt sich zerissen zwischen ihrer Liebe zu ihrem Mann und der Erinnerung an ihren Exfreund. Auch das einengende Dorfleben und Quinn's Familie, die alles scheinbar besser wissen, was ihr gut tut, lässt sie nach London flüchten, wo sich Felicity mit ihren Zweifeln, Hoffnungen und ihren Ängsten auseinandersetzen will.

Meine Meinung:
Felicity ist eine Künstlerseele: verträumt und im Moment lebend. Gemeinsam mit ihrer Mutter, einer Malerin, ist sie bereits als Kleinkind um die Welt gejettet und kennt keine Zwänge oder das einengende Kleinstadtleben. Quinn ist das genaue Gegenteil. Er lebt seit seiner Kindheit im Ort Tillingham, umgeben von seiner ganzen Familie und den Dorfbewohnern, die ihn schon seit seiner Geburt kennen. Als Journalist schreibt er für die örtliche Zeitung und ünscht sich weder Karriere, noch ein Leben in der Großstadt. Für ihn ist die Familie das Wichtigtse. Dabei liest er seiner Frau jeden Wunsch von ihren Augen ab. Zwei Menschen wie Feuer und Wasser...

Ich konnte Felicity irgendwie verstehen, dass sie als Künstlerin und sehr eigenständiger Mensch, den enormen Druck der Familie und des Dorfes nicht lange aushält. Wenn die Dorfbewohner vom Gynäkologen noch VOR dem eigenen Ehemann erfahren, dass Felicity EVENTUELL schwanger sein könnte, wäre dies für mich ebenfalls ein Grund gewesen, die Flucht zu ergreifen, auch wenn ich selbst in einem kleinen Kaff lebe, wo sich Fuchs und Henne Gute Nacht sagen! Quinn nimmt ihr die Luft zum Atmen, auch wenn er sie auf Händen trägt, und ihre Schwiegermutter meint es zwar gut, mischt sich aber in jede nur erdenkliche Angelegenheit. Doch da sind auch noch die Kopfschmerzen, der plötzlich auftretende imaginäre Duft von Frangipani und die damit verbundenen Glücksgefühle, sowie die Erinnerung an Ewan, ihren Exfreund. Der Druck wird immer größer und so verlässt sie Tillingham und wohnt für einige Zeit in der Wohnung ihrer Jet-set Freundin Lauren in London. Dort macht sie sich auf die Suche nach ihrem Exfreund und dem Glück..........

Der Roman ist in drei Teile geteilt, jeweils mit einem Zitat am Beginn. Die Hauptprotagonistin erzählt in der Ich-Form im Präsens, die Kapitel sind kurz gehalten. Einige davon sind auch den Männern gewidmet. Man erkennt an der Überschrift, ob es gerade um Quinn oder Ewan geht. Hier wird allerdings nicht in der Ich-Form, sondern in der 3. Person erzählt.

Leider konnte mich die Geschichte sehr lange nicht wirklich packen. Ich verstand Felicitys Zweifel und ihre innere Zerissenheit, ihre Fragen nach dem Warum und ihre Suche nach dem Glück, aber die erste Hälfte des Romans plätscherte irgendwie nur so vor sich hin. Erst nachdem Felicity sich langsam entscheiden konnte, was sie von ihrem Leben erwartet, kam die Wende....und danach gleich die nächste, denn die Autorin wartete plötzlich mit einer unerwarteten Richtung in der Geschichte auf. Leider nahm aber das Zitat von von Dostojewski am Anfang des dritten Teils diese Überraschung im Roman etwas vorweg. Das fand ich sehr schade, da es zu viel verraten hat!
Das letzte Drittel war dann einfach perfekt und gab der Geschichte das gewisse Etwas mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hatte.

Das Nachwort sollte jeder unbedingt lesen - es erklärt einiges!

Schreibstil:
Julie Cohen schreibt sehr flüssig und sehr gefühlvoll. Ich habe bereits ihren Roman "Mit den Augen meiner Schwester" gelesen, der mir (viel besser) sehr gut gefiel. Die Autorin beweist ihre Schreibkunst in beiden Büchern mit einer sehr einfühlsamen Handlung und sehr gut gezeichneten Charakteren.

Cover:
Das Originalcover vermittelt irgendwie etwas ganz anderes als das deutsche Cover.
Der deutschsprachige Einband wirkt fröhlich und nimmt Bezug zu London. Auch die Farben vermitteln eher etwas Leichtes und Fröhliches. Das Originalcover wirkt eher träumerisch. Die roten langen Haare der Protagonistin bilden ebenfalls einen Blickfang.
Ich würde mich eher für das deutsche Cover entscheiden...

Fazit:
Ein Roman, der leider einige Längen in der Mitte aufzuweisen hat. Das letzte Drittel wartet mit einer überraschenden Wendung auf, die der Geschichte das gewisse Etwas gibt und das ich so nicht erwartet hatte.

Mein Dank geht an den Diana Verlag und dem Bloggerportal für diese einfühlsame Geschichte.

Lesung - Claudia Rossbacher liest aus "Steirerland"

Hallo meine Bücherwürmer!

Bevor ich auf die nächste Lesung gehe, muss ich euch noch von meiner Letzten berichten! Das hätte ich doch fast vergessen! 
Bereits am 10. Juni war ich im Cinema Paradiso in St.Pölten bei der Lesung von Claudia Rossbacher.

Im Gegensatz zur letzten Lesung mit Thomas Raab waren diesmal nur enttäuschende acht Zuhörer da!
Ich hatte allerdings die Ankündigung auch nur zufällig im Thalia gesehen und dann war es diesen Tag auch noch so schön draußen, dass sich wohl niemand in den finsteren Kinosaal hat sitzen wollen.....


Platzmangel gab es diesmal ja nicht. Mir tat die Autorin wirklich leid, vor soo wenig Publikum lesen zu müssen. Für Sie kann das nur ein Verlustgeschäft gewesen sein....

Obwohl ich die Reihe rund um Sandra Mohr und Sascha Bergmann sehr mag, konnte mich der fünfte Fall bis jetzt am wenigsten begeistern.Trotzdem sind die Steirerkrimis der Autorin einfach toll zu lesen!


 Leider sind die Lichtverhältnisse im Kinosaal für meine kleine Kamera sehr, sehr schlecht. Das habe ich schon das letzte Mal bemerkt.

Claudia Rossbacher erzählte uns, wie sie von Wien in die Steiermark kam (Zweitwohnsitz) und wie sie dieses Bundesland liebt, das sie in ihren Krimis beschreibt.  
Sie hat eine wunderbare Erzählstimme und fesselte uns acht Zuhörer
mit ihren Ausschnitten aus "Steirerland"


 Claudia Rossbacher signiert meine beiden mitgebrachten Bücher

 

Eigentlich hatte ich noch drei Fotos mit der Autorin gemeinsam, aber zwei davon sind nur verschwommen und auf dem dritten sehen wir Beide sowas von unmöglich aus....sie natürlich weniger, als ich.....aber die werde ich hier nicht zeigen...

Meine Rezensionen zur Reihe um Sandra Mohr und Sascha Bergmann:
  1. Steirerblut    *Rezi*
  2. Steirerherz     *Rezi*
  3. Steirerkind    *Rezi*
  4. Steirerkreuz    *Rezi*
  5. Steirerland    *Rezi*

Bald steht schon die nächste Lesung an......diesmal wieder im wunderschönen Ambiente des Schlosses Weinzierl bei Wieselburg mit drei österreichischen Autoren.....




Die Fäden der Zeit - Lori M. Lee


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. Juli 2015)
    • ISBN-10: 3734160316
    • ISBN-13: 978-3734160318
    • Originaltitel: Gates of Thread and Stone 01
    • Genre: Fantasy 
    • Reihe: ja - Band 1



Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Das Labyrinth, wie die Bewohner die Slums von Ninurta bezeichnen, ist düster und steckt voller Geheimnisse. Eines davon hütet die 17-jährige Kai – sie kann die Fäden der Zeit sehen und manipulieren. Gemeinsam mit ihrem Bruder Reev lebt sie daher unauffällig, mit dem Ziel, eines Tages das Elend des Labyrinths hinter sich zu lassen. Doch dann verschwindet Reev. Zusammen mit Avan, ihrem einzigen Freund, setzt Kai alles daran, ihren Bruder zu finden. Selbst wenn sie dafür ihr Geheimnis aufs Spiel setzen und die schützenden Mauern der Stadt hinter sich lassen muss … 

Meine Bewertung: knappe * * * *


Buch zur Blanvalet Challenge

Darum geht's:
Die 17-jährige Kai wohnt im Labyrinth, eines der Armenviertel in der fiktiven Stadt Ninurta. Zusammen mit ihrem Bruder Reev lebt sie mehr schlecht als recht, wie alle Einwohner dieses Stadteils. Beide sparen ihre Punkte, die Währung von Ninurta, um diese in naher Zukunft verlassen zu können. Doch eines Tages ist Reev verschwunden und  Kai verzweifelt, denn immer wieder geht das Gerücht um, dass der Schwarze Reiter in die Stadt kommt und Menschen entführt. Gemeinsam mit Avan, ihrem einzigen Freund, versucht Kai das Geheimnis um den Schwarzen Reiter zu lüften und Reev zu finden....

Meine Meinung:
Obwohl ich sehr wenig Fantasy lese und da eher zu Dystopien tendiere, war dieses Buch schon längere Zeit auf meiner Wunschliste. Ich kann nicht genau sagen warum, aber das Thema die Zeit zu verändern oder still stehen zu lassen, hat mich irgendwie fasziniert. Und Kai besitzt diese Gabe, von der niemand etwas wissen darf. Auch Reev, ihr Bruder, der eigentlich nicht mit ihr verwandt ist, sondern Kai adoptiert hat, erinnert sie immer wieder daran, die Fäden der Zeit nicht anzuhalten und niemand ihre Fähigkeit sehen zu lassen. Denn Kahl Ninu, der Herrscher über Ninurta, ist der Einzige, der Magie ausüben darf.
Als Reev eines Tages verschwunden ist, wendet sich Kai an Avan, ihren einzigen Freund im Labyrinth. Das Gerücht, dass der Schwarze Reiter immer wieder Menschen aus Ninurta entführt, lässt in ihr den Plan reifen nach Reev zu suchen. Zusammen mit Avan macht sich Kai auf den Weg ins große Nichts, dorthin, wo gefährliche Gargoyles lauern und der schwarze Reiter sein Versteck haben soll......

Man wird bereits auf den ersten Seiten direkt ins Geschehen katapultiert und mit Begriffen und Wahrnehmungen konfrontiert, die dem Leser vorerst noch vollkommen neu sind.  Die Beschreibung der Welt von Kai folgt jedoch bereits auf den darauffolgenden Seiten. Trotzdem tat ich mich anfangs ein bisschen schwer in die Geschichte reinzukommen.
Für mich ist dieser Roman anfangs eine typische Einführung eines ersten Teiles einer Triologie, der dem Leser die Hauptprotagonisten und deren Umgebung näher bringen soll. Doch auch nach dem Verlassen der Stadtmauern hatte ich noch keinen richtigen Bezug zur Geschichte aufgebaut...diese wurde mir fast zu fantasylastig. Richtig interessant wird es erst, als Kai hinter das wahre Geheimnis ihrer Welt kommt und sich im inneren Kreis befindet. Hier flogen die Seiten nur so dahin und ich war sehr gespannt, was sich hinter all diesen Rätsel verbarg. Die Idee hinter der Geschichte war für mich total neu und konnte mich  überzeugen.

Die Autorin hat hier eine fiktive Welt aufgebaut, die man sich, trotz der Fantsyelemente und obwohl ich sehr selten ein Buch dieses Genre lese, sehr gut vorstellen kann. Sie ist dabei sehr kreativ und versteht es sehr gut die Umgebung bildhaft rüberzubringen. Zuerst die Beschreibung des Labyrinths, in dem Kai, Reev und Avan wohnen. Man sieht direkt die Container, die finsteren Ecken und den Dreck vor seinem inneren Auge.
Auch die Grautiere, das beliebteste Fortbewegungsmittel in Ninurta, das sich allerdings nur die reichen Bewohner der inneren Stadt leisten können, regten meine Fantasie an. Diese sind mechanische Reittiere mit einem oder zwei Energisteinen - ähnlich dem Benzin in unseren Autos - die allerdings in verschiedenen Formen auftreten können. So ein Grautier kann ein Hirsch, ein Pferd oder eine Mischung aus Bär und Hund sein. Und außerhalb der Mauern lauert die Gefahr in der Form von Gargoyles (magische, chimären- oder fratzenähnliche geflügelte Wesen), die im Nichts leben.

Warum die Welt allerdings zu dem wurde, wie sie Kai, Reev und Avan erleben, wurde hier (noch?) nicht beschrieben. Wie in den meisten Dystopien ist immer wieder vom großen Krieg die Rede, der alles zerstört hat, doch nähere Angaben dazu gibt es keine. Vielleicht folgen diese ja noch in den Nachfolgebänden.....

Auch die Charaktere wurden von der Autorin treffend beschrieben. Kai ist eine sehr emotionale Hauptprotagonistin, die manchmal zu schnell handelt und erst danach denkt. Dies macht sie sehr sympathisch, bringt sie aber natürlich öfters in Schwierigkeiten. Ihr Freund Avan bleibt etwas geheimnisvoll und auch Reev verbirgt so einiges.... Sehr sympathisch war mir G-10, aus dem später Mason wurde. Er hat sich sofort für Kai eingesetzt und ist kein Zauderer.

Das Zusammenspiel von Fantasy und Dystopie fand ich äußerst gelungen. Ebenfalls positiv zu vermerken ist, dass es zum Schluss keinen Cliffhanger gibt! Trotzdem bleiben noch genug offene Fragen und Themen für die weiteren Bände übrig....

Cover:

Gott sei Dank wird das deutsche Cover dem tollen englischen Einband ziemlich gerecht, auch wenn ich das Originalcover noch um einiges schöner finde.
Die magischen Fäden der Zeit werden sehr gut hervorgehoben und auch die Grundfarbe stimmt überein.


Fazit:
Ein magischer Auftakt zu einer Reihe, die etwas ganz Neues verspricht. Nach leichten Anfangsproblemen fand ich in die fantastische Welt von Ninurta hinein und blieb an den Seiten kleben. Nach oben hin gibt es aber noch etwas Luft...



Mein Dank gilt dem Blanvalet Verlag und dem Bloggerportal für meinen Ausflug in die fantastische Welt von Ninurta!

Weitere Juli Neuzugänge

Hallo meine Bücherwürmer!

Seit meiner letzten Post, die noch gar nicht soo lange her ist, sind weitere Bücher bei mir eingetroffen.
Großteils sind es welche, die ich über das Bloggerportal angefordert hatte und auch zwei Leserundenbücher. Diesmal wird es nach längerer Zeit auch wieder krimilastig....

....sehr dunkel die Cover, oder?

Lovelybooks Leserunde


"Faule Marillen" - Ein Wachau-Krimi von Lisa Lercher wollte ich unbedingt gewinnen, wohne ich doch selbst nur wenige Kilometer von der wunderschönen Wachau entfernt. Außerdem sind dort wirklich gerade die Marillen (Aprikosen) reif und ich bin schon gespannt, was mir im Krimi alles bekannt vorkommen wird ;)

"Bootsausflug" von Jane Maurer habe ich ebenfalls für eine Leserunde bekommen. Die Leseprobe hatte mich überzeugt und da wir nur sehr wenige Interessenten waren, bekamen wir alle ein Buch. Ich bin schon sehr gespannt....

Bloggerportal


Vom Blanvalet Verlag habe ich den Fantasyroman "Die Fäden der Zeit" von Lori M. Lee bekommen. Das Buch stand auf meiner Wunschliste und ich bin sehr neugierig, da ich ja nicht so oft in diesem Genre lese.

Der neuerste Michael Robotham Thriller "Um Leben und Tod" musste auch bei mir einziehen. Ich liebe seine Thriller! Danke an den Goldmann Verlag!

Gekauft 


Wenn ihr genau hinseht, seht ihr auf dem Cover den Aufdruck "Leseexemplar". Ich habe das Buch allerdings wirklich in einer Buchhandlung gekauft. Vor dem Geschäft gab es zwei Boxen um EURO 5.- und EURO 2.- gefüllt mit Büchern. Ich dachte zuerst es wären Mängelexemplare, doch es waren alles Leseexemplare.
Mehr möchte ich dazu eigentlich nicht sagen, denn ich ärgere mich so schon genug darüber....

"Black Bird" von Anna Carey ist von dieser ominösen Schachtel direkt in mein Bücherregal gewandert. Im August erscheint ja auch schon Teil 2. Wird es die übliche Trilogie werden oder gibt es dazu mehr Bände? Wer weiß das?

Diesmal etwas andere Neuzugänge als die letzten Male...wie findet ihr sie?


1815 Blutfrieden - Sabine Ebert


    • Gebundene Ausgabe: 1088 Seiten
    • Verlag: Knaur HC (12. März 2015)
    • ISBN-10: 3426652722
    • ISBN-13: 978-3426652725
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: ja - 2. Band zu 1813 Kriegsfeuer




Knaur Kurzbeschreibung: 
Deutschland im Herbst 1813: Als Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen wird, ist er noch lange nicht besiegt, und niemand ahnt, dass es mehr als anderthalb Jahre dauern soll, bis er 1815 bei Waterloo endgültig bezwungen wird. Statt des erhofften Friedens kommt immer größeres Elend über viele deutsche Städte. Die fliehende Grande Armée zieht eine Spur aus Blut, Hunger, Verwüstung und Krankheit durch das Land. Auch die junge Henriette, die nach Leipzig ging, um Verwundeten zu helfen, muss die Stadt verlassen und Hals über Kopf heiraten, um zu überleben. Als in Wien nach zynischem Schacher endlich Frieden geschlossen wird, ist Europa neu geordnet – aber unter blutigen Opfern

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Wie schon im ersten Band "1813 Kriegsfeuer" dreht sich auch in "1815 Blutfrieden" alles um die Schlachten und Kämpfe  in und um Leipzig, Dresden und Erfurt, sowie weiteren Schauplätzen in Deutschland und Frankreich. Napoleon wurde in Leipzig vernichtend geschlagen und die Alliierten  lassen sich in der heißumkämpften Stadt als Siegermächte feiern. Allein der Sachsenkönig Friedrich August I. hat zu spät das Lager gewechselt, wird gefangen genommen und sein Land der alliierten Verwaltung unterstellt.
Doch statt Frieden kommt noch größeres Leid über die Bevölkerung. Die sehr hohe Zahl an Verwundeten in den Lazaretten wird bald unüberschaubar. Es fehlt nicht nur an Medikamenten, sondern an einfach allem. Schon bald bricht deswegen in Leipzig eine Typhus-Epidemie aus, die auch die Zivilbevölkerung hinwegrafft.
Neben den Erzählungen rund um die Kämpfe, Plünderungen und den völlig desolaten Zuständen in den Lazaretten dürfen wir auch wieder an Henriettes Schicksal teilhaben, deren Weg sie weg aus Leipzig führt....

Meine Meinung:
Die Geschichte schließt nahtlos an die letzten Begebenheiten aus "1813 - Kriegsfeuer" an. Nachdem Napoleon's Armee die große Schlacht um Leipzig verloren hat und abziehen muss, bringt der über 1000 Seiten dicke Roman etwas mehr Ausgewogenheit zwischen den Kriegsschauplätzen und strategischen Verhandlungen und der fiktiven Geschichte um Henriette (Jette) Gerlach. Auch weitere Protagonisten aus Band 1, wie Maximilian von Trepte und Felix Zeidler finden wir in Teil 2 wieder.

Obwohl man sich als Leser erwartet, mehr von den Ereignissen im Jahre 1815 und über die berühmte Schlacht von Waterloo zu lesen, konzentriert sich die Autorin auf die Zeit zwischen 1813 und 1815 und deren politischen Verwicklungen.
Während viele deutsche Leser bekannte und berühmte Namen und Ereignisse herauslesen konnten, fand ich auch als Österreicherin bekannte Persönlichkeiten, die auch in meinen Land Straßen und Plätze zieren, wie z. Bsp. der Schwarzenbergplatz in Wien. Jeder kennt auch den Fürsten Metternich und bei den Verhandlungen in Wien im Schloss Schönbrunn musste ich an den hier berühmten Satz "Der Kongress tanzt" denken.
Auch die Autorin hat darauf hingedeutet, dass die politischen Ereignisse in den ersten Verhandlungswochen des Kongresses nur eine Nebenrolle darstellten und sich die Hofgesellschaft an rauschenden Ballnächten erfreute, während das Volk hungerte und in Folge der Staatsbankrott ausgerufen werden musste. Die Allierten kommen dabei genauso schlecht weg, wie der machthungrige Napoleon, der noch lange nicht aufgegeben hat und sich bereits Gedanken über seinem Rückschlag macht.
Während sich die hohen Herren sich um die gewonnen Gebieten streiten, leidet das Volk unter Hungersnöten und Krankheiten. Henriette kämpft im Lazarett verzweifelt gegen die Seuche an. Als sie Maximilian wieder begegnet, ändert sich ihr Leben....

Auch in diesem Roman gibt es wieder sehr viele Namen und Charaktere. Man sollte den Lesefluss nicht zu oft unterbrechen, denn 1815 ist genauso detailliert und anspruchsvoll geschrieben, wie 1813, auch wenn hier etwas mehr Kapitel Henriette und ihren Freunden gewidmet wurde. Sachsen und sein Schicksal steht im Vordergrund und die Autorin hat sich äußerst penibel an historische Quellen und schriftliche Zeitzeugnisse orientiert. Mit den persönlichen Geschichten von Jette und ihren Freunden wird dem Leser hier eine, sonst etwas trockene Zeitgeschichte, näher gebracht.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig zu lesen und die Charaktere sind wunderbar beschrieben. Wie schon in ihren Hebammen-Romanen gelingt es Sabine Ebert ihren Protagonisten signifikante Charakterzüge einzuhauchen und sie sehr lebendig darzustellen.
Die Geschichte wird sehr detailreich erzählt und die vielen Namen und Charaktere verlangen höchste Konzentration.

Cover:
Der Einband passt hervorragend zum Vorgängerband und zeigt ebenso ein historisches Gemälde einer Schlacht und im Vordergrund ein junges Mächen, das Jette sein könnte. Der Schutzeinband lässt sich aufklappen und enthüllt dabei eine Karte der heißumkämpften Gebiete, sowie das Gebiet nach der Verteilung der Gebiete nach dem Wiener Kongress.

Fazit:
Ein toller Nachfolgeband mit etwas mehr fiktiver Story rund um Jette, die etwas mehr Ausgewogenheit zwischen den vielen Berichten rund um die Schlachten und Kriegsschauplätze bringt. Ein Antikriegsroman mit eindrucksvoller Hintergrundrecherche.


[Serie - Die 100]


Hallo meine Bücherwürmer!

Wer von euch hat gestern den Beginn der Serienstaffel von "Die 100" auf Pro7 verfolgt?
Oder kennt ihr die Reihe schon, weil ihr sie - wie meine Tochter - bereits auf Englisch geguckt habt?
Einige von euch haben ja auch noch schnell den ersten Band gelesen, der erst kürzlich vom Heyne Verlag veröffentlicht wurde.

Ich habe mir gestern die ersten drei Episoden angesehen und muss sagen, dass sie mir richtig gut gefallen haben! Und das Ende von Episode 3 war ja auch wieder dementsprechend spannend und endete mit einem wirklichen Schock für mich....
Na, neugierig gemacht????
Wer schaut denn noch von euch?


Stimmen - Ursula Poznanski


    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: Wunderlich (6. März 2015) 
    • ISBN-10: 3805250622
    • ISBN-13: 978-3805250627
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 3 um Beatrice Kaspary




Wunderlich Kurzbeschreibung: 
Menschen, die wirr vor sich hinmurmeln. Die sich entblößen, Stimmen hören: Die Psychiatriestation des Klinikums Salzburg-Nord ist auf besonders schwere Fälle spezialisiert. Als einer der Ärzte ermordet in einem Untersuchungsraum gefunden wird, muss die Ermittlerin Beatrice Kaspary versuchen, Informationen aus den Patienten herauszulocken. Aus traumatisierten Seelen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und nach eigenen Regeln spielen...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
In der psychiatrischen Abteilung des Klinkums Salzburg-Nord wird ein junger und engagierter Arzt ermordet aufgefunden. Auf seinem Körper sind fünf Plastikmesser, ein Kamm und ein Kugelschreiber drapiert, das Blut am Boden erscheint wie aufgeschleckt. Die Ermittlungen in einer psychatrischen Klinik sind natürlich alles andere als einfach, denn wo liegt die Grenze zwischen Wahrheit und Wahn? Bea versucht durch Jasmin, die etwas mit dem Tod des Arztes zu tun zu haben scheint, mehr herauszubekommen. Denn ihre Fingerabdrücke wurden auf den arrangiertenObjekten gefunden...doch Jasmin spricht schon seit Jahren nicht mehr....

Meine Meinung:
Nach "Blinde Vögel" freute ich mich schon auf den 3. Fall rund um die Salzburger Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger, der den Leser diesmal in die Irrenanstalt führt. Obwohl es sich um eine Reihe handelt, kann man alle drei Teile unabhängig voneinander lesen, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist. Trotzdem bevorzuge ich immer die Reihenfolge einzuhalten, (nur hier muss ich mich gleich selbst an der Nase nehmen, denn Band 1 "Fünf" liegt noch immer auf meinem SuB) da sich das Privatleben der Ermittler weiter entwickelt.

Bea stürzt sich mit viel Enthuasmus in die Ermittlungen. Der ermordete Arzt war sehr engagiert und bei den Patienten äußerst beliebt. War er etwa zu beliebt und erfolgreich? Doch während Bea und Florin in der Nervenheilanstalt Patienten und Ärzte verhören, passiert auch schon der nächste Mord und lässt die Ermittler immer ratloser zurück. Die verfügbaren Spuren sind oftmals zu wenig und nur langsam fügt sich ein Puzzlestein auf den anderen. Falsche Spuren und ein Anschlag auf Bea halten die Spannung hoch.

Bea ist in diesem Band eindeutig die Hauptperson. Alle Fäden laufen bei ihr zusammen, denn ihr trauernder Chef und ein etwas zu übereifriger Kollege sind ihr keine sehr große Hilfe. Einzig Florin bleibt ihr zuverlässiger Partner und die Anziehungskraft zwischen den Beiden wird immer greifbarer. Beide sind große Sympathieträger, die restlichen Kollegen bleiben eher Randfiguren, sind aber treffend und humorvoll beschrieben. Die alltäglichen Probleme, besonders die von Bea mit ihrem Ex-Mann Achim, lassen sie sehr menschlich erscheinen.

Zwischen den einzelnen Kapiteln schildert ein Patient in der "Ich-Form" im Präsens seine wirren Gedanken. Man weiß als Leser nicht hundertprozentig, wer dieser Mann ist, trotzdem hat man schnell einen Verdacht.

Das Ende ist schlüssig und hat mich den Thriller zufrieden zuklappen lassen. Ich fand "Stimmen" etwas besser als "Blinde Vögel" und freue mich schon auf das nächste Buch der Reihe.

Schreibstil:
Ich mag den Schreibstil der österreichischen Autorin,  auch wenn ich bei ihren Jugendbüchern manchmal ein klein bisschen Anfangsschwierigkeiten habe. Bei ihrer Thriller-Reihe ist dies nicht der Fall. Der Schreibstil ist flüssig und einfach, man merkt auch etwas, dass sie vorwiegend Jugendbücher schreibt.

Fazit: 
Ein "nervenaufreibendes" Wiederlesen mit Bea und Florin, die in der Nervenheilanstalt an ihre Grenzen stoßen. Spannend, gut recherchiert und trotzdem fehlte der Geschichte "das gewisse Etwas" für eine Höchstbewertung. Ich freue mich schon auf Teil 4!


Die Reihe:

1. Fünf
2. Blinde Vögel *meine Rezi*
3. Stimmen

Martinas Buchwelten im neuen Gewand

Hallo meine Bücherwürmer!

Vielleicht habt ihr euch schon gewundert, als ihr meine Seite besucht habt?! Hier ändert sich gerade so einiges, also nicht erschrecken. Mit meinem alten Blogdesign war ich schon länger nicht mehr zufrieden...alles ein wenig zu überladen und unübersichtlich. Jetzt hat sich meine Tochter Nina von BookBlossom der Sache angenommen und wird hier in den nächsten Tagen ein neues Layout für mich basteln. Bis alles wirklich fertig ist, wird es noch etwas dauern, deshalb entschuldigt bitte, wenn es hier noch nach Baustelle aussieht. Ich hoffe, dass Ergebnis wird dann euch und auch mir gefallen. ;)

Neuheiten im August

Liebe Bücherwürmer!


Sommer, Sonne und natürlich ein Buch! Auch der August bringt wieder jede Menge tollen Lesestoff! Ich habe euch wieder ein paar Neuigkeiten zusammengetragen, um eure Wunschliste zu aktualisieren ;)

Hier der August Überblick:



Zwei MUST HAVES habe ich herausgepickt:

 

Ganz klar das neue Buch einer meiner Lieblingsautorinnen: 
Jodie Picoult's neuester Roman "Bis ans Ende der Geschichte" ist ein MUST READ, da ich bis jetzt fast alle Bücher der Autorin gelesen habe (ein paar ältere fehlen mir noch, aber die werde ich sicherlich noch lesen)

Und natürlich auch der neue Jugendroman von Ursula Poznanski "Layers"  Ich habe gerade erst ihren letzten Thriller "Stimmen" gelesen und auch die Eleria-Trilogie fand ich auch super!

Meine MIGHT HAVES:


"Zwanzig Zeilen Liebe" ist von der Autorin Rowan Coleman, die "Einfach unvergesslich" geschrieben hat. Das Buch musste ich damals unbedingt haben und nun steht es noch immer im SuB-Regal :( Außerdem geht es hier um Briefe.....das alleine genügt schon, dass ich den Roman lesen will.

"Glück und Glas" von Lilli Beck hat ein sehr interessantes Thema (Freundschaft) und spielt in der Nachkriegszeit.

Und "Jede letzte Nacht mit dir" von Luisa Valentin hört sich nach einer schönen Liebesgeschichte an

Was steht bei euch am Wunschzettel??? Welche Neuheiten müssen bei euch einziehen?


Das Lied des blauen Mondes - Natalie Simon



    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Juni 2015)
    • ISBN-10: 3746631408
    • ISBN-13: 978-3746631400
    • Genre: Roman



Aufbau Kurzbeschreibung: 
Juliette hat gerade ihre unglückliche Beziehung beendet und will jetzt vor allem eins: in Ruhe Möbel restaurieren. Doch plötzlich taucht ihre kapriziöse Tante Manon auf, die in den 60ern eine erfolgreiche Chansonnière war. Sie ist nach Paris zurückgekehrt, um ein Erbe anzutreten, das Erinnerungen an eine Zeit voller Leidenschaft und Musik weckt. Und an ihre eine, große Liebe. An die glaubt Juliette schon lange nicht mehr. Doch dann tritt Gérard in ihr Leben, und Manon zeigt ihr, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
In diesem zauberhaften und sehr frankophil angehauchten Roman erzählen die beiden Autorinnen Tania Schlie und Katrin Traoré unter dem Pseudonym Natalie Simon die Geschichte von Juliette und ihrer Tante Manon.
Juliette hat gerade ihre langjährige Beziehung beendet und möchte sich ganz ihrem Beruf als Restaurateurin widmen. In der kleinen Werkstatt in einem Pariser Hinterhof arbeitet sie gemeinsam mit dem älteren Guy, dem Inhaber, an alten, wertvollen Möbeln. Überraschend kommt ihre Tante Manon in die französische Hauptstadt, die Juliette zu einer Testamentseröffnung begleiten soll. Juliette hatte kaum Kontakt zur Schwester ihres Vaters und ist äußerst gespannt auf ihre Tante, die sie kaum kennt. Denn Manon, das ehemalige schwarze Schaf der Familie, war in den Sechziger Jahren Chansonniere und damit auch überaus erfolgreich. Die elegante und charismatische Manon bezaubert Juliette und die beiden Frauen werden bald Freundinnen. Nach und nach erfährt sie, welches Erbe ihre Tante hier antreten soll und gleichzeitig auch Manons einzigartige Lebens- und Liebesgeschichte.....und gleichzeitig tritt auch eine neue Liebe in Juliettes Leben....

Meine Meinung:
Der französische Flair ist auf allen 320 Seiten des Romans zu spüren. Besonders zu Beginn begleiten den Leser vielen Worte und Sätze auf Französisch, ebenso wie Redewendungen, Lieder und Gedichte, die in den Text eingeflochten sind. Doch keine Angst! Auch der französischen Sprache nicht mächtige Leser verstehen entweder den Zusammenhang bzw. wird der Satz auch gleich mitübersetzt. Oder wer, wie ich, schon vor Jahren Französich gelernt und das Meiste vergessen hat, erlebt sehr bald ein kleines Déja vu und merkt, wie viel man noch im Hinterkopf gespeichert hat ;)
Durch die lebhaften Beschreibungen der Schauplätze spürt man Paris in allen Kapitel und Absätzen...ein wahrer Genuss für Freunde der Stadt der Liebe! Aber nicht nur Liebhaber Frankreichs, sondern auch der Musik, insbesonders des Chansons, kommen hier auf ihre Kosten. Edith Piaf, Juliette Greco oder Jacques Brel begeleiten uns durch den Roman über Manon und Juliette.

Die Geschichte rund um Manon und ihr Leben wird in einem zweiten Erzählstrang geschildert. Hier erfährt man, wie schwer es damals war, als uneheliches Kind eines deutschen Besatzers geboren zu werden und die unglaubliche Intoleranz der Menschen gegenüber der Frucht aus dieser Verbindung.
Aber auch in der Gegenwart rund um Juliette werden ernstere Themen angesprochen. Immer mehr kleine Läden werden in ihrem Viertel geschlossen und sollen modernen Luxusbauten weichen. Die Mieten steigen und auch ihre kleine Werkstatt bleibt nicht davor verschont.

Die Charaktere sind äußerst liebevoll gestaltet und sehr lebensnah. Juliette, die ihren Beruf liebt und der großen Liebe abgeschworen hat, verschließt sich, als sie Gérard kennenlernt, der ihre Liebe zu alten Möbel teilt. Ihre Sturheit und Verblendung brachte mich manchmal an den Rand der Verzweiflung! Man möchte sie am liebsten schütteln und ihr die Augen öffnen. Doch die souveräne Manon, die eine äußert charakterstarke Frau ist, steht ihr mit ihrer Weisheit und Stärke bei. Und mit der Erzählung ihrer eigenen Lebens- und Liebesgeschichte, die mich zutiefst berührt hat, weckt sie auch in Juliette den Glauben an die Liebe.
Auch die Nebencharaktere wie Charles-Hugo, Friedhofsgärtner und begnadeten Koch, Chafik, der hilfsbereite marokkanische Nachbar von Juliette oder natürlich Jean-Claude, die große Liebe Manons sind ganz wunderbar, originell und authentisch dargestellt.

Obwohl der Roman manchmal doch vorhersehbar ist, bezaubert er mit wunderbarem französischen Flair und einer bezaubernden Geschichte, die neben der Liebesgeschichte auch ernstere Themen aufgreift. Er ist nicht übertrieben kitschig ist und lebt vorallem durch die charmanten Charaktere und dem französischen "savoir-vivre".

Den halben Stern Abzug gibt es für das etwas abrupte Ende und ein paar offene Fragen. Obwohl die Hauptthemen zufriedenstellen enden, blieben mir ein paar Fragen offen, die ich gerne beantwortet gehabt hätte. Da diese Themen des öfteren im Buch aufgegriffen wurden, störten mich die fehlenden Antworten dazu....

Schreibstil:

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, der Schreibstil gefühlvoll, äußerst flüssig und gut zu lesen. Mich beeindruckt immer wieder, wie es zwei Autoren schaffen, gemeinsam ein Buch zu schreiben und man als Leser den Eindruck bekommt, als stamme diese Geschichte aus einer Feder. Ich bewundere alle Autoren, die dieses Kunstwerk schaffen!

Der Bezug zum Titel wird im Laufe des Romans erkennbar und so passt dieser einfach perfekt zum Roman. Im Anhang sind sämtliche Chansons und deren Texte in französischer Sprache, die im Roman erwähnt wurden, aufgelistet.

Fazit:
Ein ganz bezaubernder Debütroman mit sehr viel französischem Flair und charmanten, authentischen Charakteren. Neben der Liebesgeschichte werden auch tiefgehendere Themen angesprochen und machen dieses Buch zu einer wunderbaren Sommerlektüre, die förmlich nach einer Reise nach Paris schreit...
Halber Stern Abzug wegen einiger offener Fragen meinerseits.


Vielen Dank an die beiden Autorinnen, Lovelybooks und den Aufbau Verlag für diesen Ausflug nach Paris!
 

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