- Broschiert: 333 Seiten
- Verlag: Deutscher Levante Verlag; Auflage: 1 (10. Oktober 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3943737128
- ISBN-13: 978-3943737127
- Genre: Biografie
Amazon Kurzbeschreibung:
35 Jahre später erzählt Christiane Felscherinow ihr ganzes Leben. Eine Geschichte von Hoffnung und Hölle, glücklichen Jahren in Griechenland, Überlebenskampf im Frauenknast, Abenteuern unter Rock-Idolen, Literatur-Stars und Drogenhändlern. Im Mittelpunkt aber steht ihr Kampf, trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter für ihr Kind zu sein. Gemeinsam mit der Journalistin Sonja Vukovic hat sie nun ihr Leben rekapituliert. Das Ergebnis ist eine erschütternde, aber auch hoffnungsvolle Autobiografie. Eine Begegnung mit einer Gesellschaft, die den Rausch auslebt, aber den Süchtigen verachtet. Die Vollendung einer Story, die das Lebensgefühl von Generationen prägte - und damit auch ein Dokument deutscher Zeitgeschichte.
Ich gebe keine Sternenbewertung bei Biografien ab!
Meine Meinung:
Ich ging noch zur Schule als der Film "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" in den Kinos lief. Doch ich kann mich noch an einige Szenen und an den Inhalt erinnern...so beeindruckt hat er mich damals. Ein Leben, wie ich es mir so überhaupt nicht vorstellen konnte und wie aus einer anderen Welt. Ich auf dem Land in Österreich....heile Welt...und dort Berlin und der Drogensumpf! Heute sieht es schon etwas anders aus...in fast jeder Dorfdisco oder in diversen Clubs kann man Drogen bekommen. Ja, sogar vor Schulen stehen kleinere Dealer! Damals unvorstellbar und doch das Leben der Christiane F.
Und da mir der Film und Christine's Leben damals vor langer, langer Zeit in Erinnerung geblieben ist, wollte ich nach dem Lesen eines Artikels in der Zeitschrift "Woman" zu diesem Buch, unbedingt die weitere Lebensgeschichte lesen. Dank unserer Bücherei konnte ich es mir auch bald ausleihen.
Christiane F. ist mittlerweile 51 Jahre alt und weiß, dass sie auf der einen Seite bereits länger gelebt hat, als viele erwarteten, andererseits ist sie auch heute noch abhängig und auch im Methadonprogramm und weiß, dass ihr trotzallem wahrscheinlich kein langes Leben gegönnt ist.
Die Biografie lässt mich ein bisschen zwiespältig zurück.
Einserseits die junge Frau, die durch den Film und das Buch "Wir Kinder vom Bahnhofszoo" berühmt wurde und seitdem keine Geldprobleme mehr kennt, andererseits doch nichts aus all dem gemacht hat.
Nach der Hype um ihre Person führte sie ihr Weg in die Staaten, wo sie jede Menge Künstler und Musiker, wie ihr großes Idol David Bowie, kennenlernte. Auch in Berlin lebte sie anfangs in diesen Kreisen und sogar Campino von den Toten Hosen wird hier erwähnt, der damals noch unbekannt war, öfters in der WG schlief, wenn er kein Dach über dem Kopf hatte.
Eine Reise nach Griechenland, wo sie mit zwei Männern und einer Frau in Hippimanier herumreiste, brachte sie wieder zurück zu den Drogen.
Die Liebe zu ihren Sohn hat sie wieder auf den richtigen Weg geführt, doch als das Jugendamt ihr ihn wieder wegnimmt, war auch der Wille zu einem drogenfreien Leben wieder vorbei. Trotzdem hat man das Gefühl, dass sie in ihrem 51 Jahren nie richtig aus ihrer Situation gelernt hat und immer wieder anderen die Schuld an ihrem Versagen gibt. Es hinterlässt irgendwie ein eher deprimierendes Gefühl, wie sie immer wieder rückfällig wird und zum Schluss anscheinend auch noch an Wahnvorstellungen leidet.
Trotzdem war es interessant über all die Stationen ihres bewegten und sicher ereignisreichen Lebens zu erfahren.
Was mir nicht gefallen hat ist, dass die Geschichte nicht chronologisch geschrieben wurde. Es wird einmal aus dieser Zeit und einmal aus einer anderen Zeitspanne erzählt, was den Leser immens verwirrt. Wozu hatte Christiane F. eine Co-Autorin, die Journalistin ist, wenn ihre Geschichte vollkommen willkürlich erzählt wird ?
Fazit:
Wer neugierig ist wie es Christiane F. ergangen ist, wird hier fündig. Trotzdem bleibt ein schales Gefühl zurück und man wird doeses auch nicht los, denn Christiane F. hat mit über Fünfzig noch immer nichts aus ihren Fehlern gelernt. Störend sind auch die wirren Zeitsprünge in der Biografie.
















Tolle Rezension! Ich bin noch etwas unschlüssig, ob ich dieses Buch lesen werde. Damals habe ich "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" gelesen und war sehr ergriffen von diesem Buch. Auf der einen Seite interessiert es mich sehr, zu erfahren, wie es ihr seit dem ergangen ist. Doch auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, ob ihre Biografie mir die Informationen so vermitteln kann, wie ich es nach dem damaligen Buch jetzt erwarte.
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
Nicole