Der Lavendelgarten - Lucinda Riley


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (13. Mai 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442477972
    • ISBN-13: 978-3442477975
    • Originaltitel: The Light Behind the Window
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 

Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …
 
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Sommerchallenge

Meine Meinung:
Der neuerste Roman von Lucinda Riley hat meiner Meinung nicht umsonst die höchsten Wertungen, verglichen mit ihren beiden bereits ins Deutsche übersetzen Büchern "Das Orchideenhaus" und "Das Mädchen auf den Klippen". Auch ich fand ihn mit Abstand als die gelungenste Geschichte von allen dreien.
Leider - und deswegen gab es keine fünf Sterne - gibt es wieder erhebliche Unterschiede zwischen dem Teil, der in der Vergangenheit spielt, und dem der Gegenwart.

Hat mich die Geschichte rund um Constance, die im 2. Weltkrieg als Spionin nach Frankreich geschickt wird einfach nur mitgerissen und verzaubert, so war mir die Handlung um Emilie, die nach dem Tod ihrer Mutter Valerie, nun die Letzte aus der Linie der "de la Martinières" ist und das Stadthaus in Paris und das Familienchâteau in der Provence erbt, viel zu platt und vorhersehbar. 

Emilie, eine alleinstehende Frau und Besitzerin einer Tierarztpraxis hat immer unter der Missachtung ihrer Mutter gelitten. So wurde aus ihr eine sehr unselbstständige Frau voller Selbstzweifel. Ihre Mutter hinterlässt ihr jede Menge Schulden und so sieht sich Emilie verpflichtet das Stadthaus zu verkaufen und beginnt mit der Renovierung des baufälligen Châteaus mit dem sie viele Erinnerungen, vorallem an ihrem geliebten Vater, verbindet. Als sie Sebastian Carruther, einen Galeristen, kennenlernt, bietet ihr dieser Hilfe bei der Verlassenschaft an. Er erzählt ihr von seiner Großmutter Constance, die mit Emilie's Vater befreundet war und damals im Château gelebt hat. Sebastian hilft ihr beim lästigen Papierkram und beauftragt auch die Renovierungsarbeiten. Und schon bald kommen sich die Beiden näher, heiraten und ziehen nach Blackmoor Hall in Yorkshire, England, dem Familiensitz der Carruthers. Dort lebt auch Sebastians Bruder Alex, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Das Verhältnis der beiden Brüder ist alles andere als herzlich und bald verbringt Emilie ihre Tage alleine im düsteren Haus, denn Sebastian ist zunehmend in London beschäftigt....

Hier war mir eigentlich schon von Beginn an klar was passieren wird und was so hinter Sebastian und Alex steckt. Auch die Naivität von Emilie nervte mich etwas. 

Die Geschichte aus der Vergangenheit beginnt nachdem Emilie bei der Sanierung des baufälligen Châteaus Gedichte von Sophie de la Matinière - ihrer Tante, findet. Sie war die Schwester ihres Vaters, der sie jedoch Emilie gegenüber nie erwähnt hat. Daraufhin fährt sie in die Provence ins Château. Der alte Winzer Jacques, der schon seit Generationen die Weinberge der Familie de la Matinière bewirtschaftet, beginnt ihr nach und nach zu erzählen...
London, im Kriegsjahr 1943: Constance Carruthers, deren Ehemann als vermisst gilt, wird als SOE-Agentin rekrutiert. Nach einer strikten Ausbildung wird sie nach Frankreich geflogen, um ihre Mission zu erfüllen. Doch ihre Kontaktperson ist nicht am Treffpunkt und nach und nach erfährt Constance, dass die Deutschen den Stützpunkt ausgehoben und viele Widerstandskämpfer verhaftet haben.Durch die unvorhergesehenen Ereignisse hat Connie nur mehr eine Kontaktadresse: jene von Édouard de la Martinières und seiner blinden Schwester Sophia. Doch in seinem Haus ist es unmöglich als Spionin zu arbeiten und so verläuft ihr Leben komplett anders, als erwartet. Ihr Gönner engagiert sich ebenfalls für ein baldiges Ende des Krieges, jedoch unter dem Deckmantel eines Nazifreundes. Er pflegt Kontakte zu Männern der Gestapo, besonders zu den Brüder Falk und Frederik von Wehndorf, die bald Interesse an Édouards Schwester Sophia, als auch an ihrer "Gesellschafterin" Connie finden. Und so lebt Constance zwar in Wohlstand, während draußen der Krieg tobt, fürchtet jedoch jeden Tag, dass ihre wahre Identität auffliegt.

Neben den wunderbaren Charakteren aus dieser Zeit, den Kriegswirren und den tollen Landschaftsbeschreibungen, fesselt diese Geschichte während des zweiten Weltkrieges, ungemein. Hier flogen die Seiten beim Lesen nur so dahin. Jedoch wechselte die Autorin immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um den Spannungsbogen zu halten.
Die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart  - bis hin zum sehr passenden Ende - ist Lucinda Riley wirklich gelungen. Sie versteht es ausgezeichnet, die vielen Geschehnisse und Erzählstränge letztendlich zu einem roten Faden zu  verbinden.


Cover:



Interessanter Weise habe ich ein zweites englischsprachiges Buch mit fast identischen Titel zur deutschen Ausgabe auf einem amerikanischen Blog gefunden. Ich finde den Titel etwas irreführend, denn ein Lavendelgarten kommt im Buch nicht vor. Auf diesen Buch kann man aber eine Art Chateau erkennen, wo bei der deutschen Ausgabe wieder nur eine Treppe abgebildet wurde, wie schon beim Orchideenhaus. Finde ich etwas einfallslos...

Schreibstil:
Leicht und flüssig, wobei jedoch der Teil in der Gegenwart nicht so gut punkten kann. Die Charaktere sind

Fazit:
Eine wunderbare und berührende Geschichte, die von mir fünf Sterne bekommen hätte, wäre der Teil, der in der Gegenwart spielt, nicht so viel schlechter. Trotzdem ein lesenswerter Roman, der mich verzaubert hat und den ich gerne weiterempfehle!



3 Kommentare:

  1. Hey, du hast den Vornamen der Autorin falsch geschrieben...nur mal so als Tipp.
    Das Buch klingt auch ganz gut. Aber ich weiß so gar nicht ob das was für mich ist. "Das Mädchen auf den Klippen" fand ich super, obwohl es nicht meinem normalen Lesegeschmack entspricht, also vom Genre her etc. Aber das war echt toll

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  2. Hups...ja, Tippfehler...danke!! Bessere ich gleich aus!!
    LG
    Martina

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  3. Ein Buch, das mir immer wieder ins Auge springt .. ich muss es wohl doch mal lesen .. sehr schöne Rezi!

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