Die Wand - Marlen Haushofer


    • Taschenbuch: 285 Seiten
    • Verlag: List (1. November 2004)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3548605710
    • ISBN-13: 978-3548605715
    • Genre: Gegenwartsliteratur
Amazon Kurzbeschreibung: 
Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge

Buch zur Chaos Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir meine Schwester von diesem, nun neu verfilmten Buch, so vorgschwärmt hatte, musste ich es natürlich noch schnell lesen, bevor ich demnächst in den Film gehe. Leider dürfte ich mir aber durch die vielen Lobeshymnen zu viel vorgestellt haben, denn so toll fand ich die Geschichte nun wiederum nicht. Das mag, wie schon gesagt, an den vielen Lobeshymnen liegen, aber auch daran, dass die Handlung ein offenes Ende hat und ich sowas leider überhaupt nicht mag.
Ein Buch kann für mich spannend, toll und einfach wunderbar erzählt sein, aber wenn ich am Schluss kein Ende habe, hat die ganze Geschichte für mich an Reiz verloren und ich bin nur enttäuscht! Deshalb möchte ich das hier gleich vorweg nehmen, denn sonst fand ich die Erzählung der österreichischen Autorin, die leider viel zu früh verstorben ist, sehr gut. Vorallem hatte ich nicht mit Elementen aus der Dystopie gerechnet, auch wenn ich bei der Geschichte natürlich von "der Wand" wusste. Durch das Erscheinungsjahr, 1963, kam mir das gar nicht in den Sinn ;) Natürlich hieß es auch damals noch Utopie und nicht Dystopie ;)

Wir lernen in diesem Roman eine cirka 40-jährige Frau, deren Namen nie genannt wird, kennen, die gelegentlich ihre Kusine Luise und deren Ehemann Hugo übers Wochenende auf deren Jagdhütte ins Gebirge  begleitet. Auch zu Beginn des Buches  wird dieses Wochenende geplant und während man schon alle Vorkehrungen für die Übernachtung trifft, will Luise noch schnell mit Hugo ins Dorf, um einen zu trinken. Am nächsten Morgen sind die Betten noch unberührt und von den Beiden ist nichts zu sehen. Verwundert beginnt die Hauptprotagonistin nach Ihnen zu suchen, findet aber nach kurzer Zeit nur den Hund des Ehepaares, der mit einer blutigen Schnauze verstört zu ihr läuft. Nach kurzer Zeit hat sie den Grund seiner Verletzung gefunden: Eine Wand, die plötzlich mitten durch die Gegend verläuft...unsichtbar, nicht beweglich oder zerstörbar. Verwirrt sieht sie auf der anderen Seite zwar verstreute Bergbauernhöfe mit Menschen davor, doch diese sind in ihrer Bewegung erstarrt, nicht mehr lebendig. Es scheint als sei alles Leben hinter dieser Wand zum Stillstand gekommen und alle Lebenwesen getötet worden.

Nach anfänglicher Hoffnung merkt die Frau, dass sie nunmehr ganz alleine mit dem Hund, und in späterer Folge noch mit einer Katze und einer Kuh, überlebt hat. Sie sind scheinbar die einzigen Lebenwesen auf der Welt, so wie wir sie kennen. Sie fängt sich an ihr Leben in der Jagdhütte einzurechten und kämpft fortan ums Überleben.
Ihr Tagesablauf ist geprägt von Vorbereitungen für die kommenden Monate und vorallem den Winter, die Nahrungsmittelbeschaffung und der Liebe zu ihren Tieren. Der Hund wird zu ihrer Bezugsperson, die Katze bekommt Junge und die Kuh gibt ihr die wichtigste Grundnahrung: Milch. Zu ihrer Sorge um ihr eigenes Überleben kommt nun auch die Sorge um ihre Schützlinge.
Sehr gut gefallen hat mir der Umgang mit den Tieren. Immer wieder musste ich an unseren bereits verstorben Hund Sandy denken, an unsere Katzen und all deren Eigenheiten....jede Einzelne so individuell und mit verschiedenen Charakteren ausgestattet, genauso wie die im Buch. Die Liebe und Sorge zu den Tieren gibt ihr die Kraft das tägliche Einerlei, mit dem sich die Frau am Leben erhält, wie das Melken der Kuh, den Anbau von Kartoffeln oder das Jagen, dem sie nur widerstrebend nachgeht, zu ertragen und alleine in dieser Welt weiterzuleben und zu kämpfen.
Für manche mag nun die immer wiederkehrende Erzählung der Aufgaben der Frau
langweilig werden, doch in der Geschichte steckt so viel mehr....
Obwohl sie nicht weiß, ob sie jemals gefunden wird, beginnt sie Aufzeichnungen und beginnt so jeden Tag festzuhalten....nicht nur als Erinnerung, sondern auch um sich geistig fit zu halten und nicht vollends verrückt zu werden.

Hier möchte ich euch auch noch das Buch-Cover zum Film zeigen. Ich finde
Martina Gedeck ist eine wirklich tolle Schauspielerin und bin schon sehr neugierig, wie mir schlussendlich der Film gefallen und wie sie diese Rolle spielen wird.

Wie schon zu Beginn erklärt, bekommt das Buch bei mir keine volle Sternenahl,
da ich mich mit offenen Enden überhaupt nicht anfreunden kann.  Dadurch bleiben sehr viele offene Fragen unbeantwortet.......Trotzdem ist diese so belanglos wirkende Geschichte sehr tiefgehend und berührend.

Fazit: Eine sehr berührende, doch eher pessimistische Geschichte mit offenen Ende, die dadurch bei mir keine volle Sternenzahl erhält. Trotzdem lesenwert!



2 Kommentare:

  1. Wie schon mal erwähnt, ich liebe es trotz des offenen Endes. Und ich werde es noch einmal lesen, ganz sicher ;o)

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  2. Die Einleitung löst bei mir schon Gänsehaut aus. Auch die Rezi klingt fantastisch. Allerdings erinnert mich die Geschichte etwas an "The Legend" zumindest die Filmversion davon. Dort sind Mann und Hund die Hauptpersonen und es klingt nach einem ähnlichen Überlebenskampf. Unvorstellbar eigentlich, alleine auf der Welt zu sein und nicht zu wissen ob es noch andere gibt.
    Was mich bei dem Buch sicher auch stören würde, das offene Ende. Irgendwie will man doch zum Abschluss kommen - auch wenn das Ende ein blödes wäre.
    lg Sandra

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