Vaterländer - Sabin Tambrea

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Gutkind Verlag; 1. Edition (29. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3989410008
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3989410008
    • Genre: Familienbiografie, Generationenroman

     

Gutkind Kurzbeschreibung:
1985 trifft Béla Tambrea die schwere Entscheidung, sein Heimatland Rumänien nach einer Konzertreise zu verlassen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Dieser mutige Schritt führt dazu, dass seine Familie zwei Jahre später ebenfalls nach Deutschland zieht, kurz bevor das Ceauceșcu-Regime blutig zusammenbricht. Doch der Neuanfang in einem fremden Land bringt nicht nur Freiheit, sondern auch große Entbehrungen und bodenlose Einsamkeit mit sich. Tambrea entfaltet vor unseren Augen die Auswirkungen eines gnadenlosen politischen Systems auf das Leben gewöhnlicher Menschen. Er beschreibt die Ohnmacht gegenüber Unrecht, die Tragweite von Entscheidungen und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung. Gleichzeitig erzählt er von einer Liebesgeschichte, die zeigt, wie stark eine Familie zusammenhalten kann, selbst in dunkelsten Zeiten.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf Sabin Tambreas Buch "Vaterländer". Ich mag den Schauspieler sehr gerne und habe nicht nur die Ku'damm Reihe und Babylon Berlin, sondern auch seinen letzten Kinofilm "Die Herrichkeit des Lebens" gesehen, wo er Franz Kafka spielt. Interessant fand ich auch, dass "Vaterländer" bereits sein zweiter Roman ist. Den Vorgänger muss ich mir noch genauer ansehen..

Sein neuer Roman ist in drei Handlungsstränge aufgeteilt und wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Im ersten Teil begleiten wir den erst dreijährigen Sabin, wie er gemeinsam mit seiner Schwester Alina, genannt Ai und seiner Mutter Rodica im Zug von Rumänien nach Deutschland sitzt. Alle sind nervös, denn auf sie wartet ein neues Leben in Marl, wohin Sabins Vater Béla 1985 nach einer Konzertreise in Frankreich vor der Regierung Ceaușescus geflohen ist. Zwei lange Jahre musste der Rest der Familie warten, um zu ihm nach Deutschland ausreisen zu können. Es ist nicht einfach für die Familie im fremden Land Fuß zu fassen. Schließlich finden die Orchestermusiker in der Philharmonia Hungarica eine Stelle. Klein-Sabin bekommt neben seiner talentierten älteren Schwester ebenfalls Geigenunterricht. Mutter Rodica leidet trotzdem sehr an Heimweh. Trotz der Schwierigkeiten gelingt es den Tambreas mit den Großeltern in Verbindung zu bleiben. Nach dem Zerfall der Sowjetunionen und des Eisernen Vorhangs können sie die restliche Familie in den Sommerferien in der alten Heimat wieder besuchen.
Dieser Teil wird aus der Sicht des kleinen Sabin erzählt und hat mich sehr beeindruckt. Hineingeboren in eine Musikerfamilie fand er zur Violine keine wirkliche Liebe, sondern landete schließlich beim Theater.

Im zweiten Teil wird aus dem Tagebuch von Horea Sava, dem Großvater mütterlicherseits erzählt. Hier tauchen wir ein in die dunkle Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Gegend wurde umkämpft und nachdem sich die Rumänen der Sowjetunuion zuwandten, versuchte das kommunistische Regime ihre Gegener mundtot zu machen. Vorallem Künstler und Gelehrte wurden festgenommen und in Gefängnisse gesteckt. Dieses Schicksal teilte auch Großvater Horea. In seinen Memoiren erfahren wir mehr über die Zeit seiner Inhaftierung durch die Securitate, der rumänischen Geheimspolizei, von 1949 bis 1951. Sie erzählt von Leid und Entbehrungen und liest sich nicht einfach.

Im dritten Teil erfahren wir mehr über Béla, dem Vater von Sabin und erleben auch die Liebesgeschichte zwischen den Eltern, aber auch die Zeit der Ängste und Sorgen, sowie ihren Erwartungen, die durch das Regime immer wieder zerstört werden. Hier schließt sich der Kreis zum ersten Teil.

Sabin Tambrea erzählt in seinem Roman die Geschichte von drei Generationen aus seiner Familie, aber auch viel über seine Heimat Rumänien und dem politischen Wandel. Vorallem über Ceaușescu, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, keinen Schulabschluss hatte und zum Diktator aufstieg und sein Volk hungern ließ, nimmt eine große Rolle ein. Hier lässt uns der Autor hinter die Kulissen des Aufstieges Ceaușescus blicken.

Sprachlich ist "Vaterländer" trotz kleiner Längen ein Genuss. Die Erzählweise der drei Teile sind unterschiedlich und geben jedem Erzähler eine eigene Stimme, was ich wirklich erstaunlich fand. Allen drei Generationen wird dadurch mehr Raum gegeben.
Am Ende gibt es noch eine Namensliste der zahlreichen Personen.

Gerne hätte ich noch etwas mehr über Sabin Tambreas Erwachsen werden und mehr Einblicke betreffend seines künstlerischen Weges erfahren. Trotzdem ist dieser Roman ein bewegender Generationenroman, der mich zum Nachdenken gebracht hat und den ich gerne gelesen habe.

Fazit:
Ein bewegender Generationenroman über Flucht, Denunziation und einen Neuanfang. Man erfährt jede Menge über die Geschichte Rumäniens und übder die Familie Tambrea.


Vielen Dank an vorablesen und an den Gutkind Verlag für das Rezensionsexemplar!


Wer mit den Wölfen heult - Tessa Duncan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (12. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423220945
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423220941
    • Genre: Kriminalroman, Spannungsroman
    • Reihe: ja - Band 2 der Canterburry-Fälle 

     

dtv Kurzbeschreibung:
Bei einem Einsatz anlässlich eines Banküberfalls schießt Police Sergeant Martin Gordon seinen Kollegen Clark Jarrett an. War das nur ein Versehen? Nicht zum ersten Mal gab es Konflikte zwischen den beiden Polizisten. Deren Vorgesetzter beauftragt Lily Brown, ein psychologisches Gutachten über Gordon zu erstellen. Doch noch bevor sie zu dem verschlossenen Mann durchdringen kann, begeht er Selbstmord. Er hinterlässt einen Brief mit der Botschaft: »Lily Brown wird herausfinden, was wirklich geschehen ist.« Lily kann sich zwar keinen Reim darauf machen, wird aber zu den internen Ermittlungen der Umstände von Gordons Tod hinzugezogen Dabei stößt sie auf ein unglaubliches Komplott innerhalb der Polizei. 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem das Krimidebüt von Marita Spang unter dem Pseudonym Tessa Duncan richtig eingeschlagen hat, gibt es nun einen weiteren Band der Canterburry Fälle, was mich sehr freut.

Zuerst jedoch eine kleine Warnung!
Im Krimi geht es um Mobbing, Gruppendruck und Misogynie, ebenso wie plötzlichen Kindstod. Wem diese Themen triggern, sollte vielleicht zu einem anderen Buch greifen.

In "Wer mit den Wölfen heult" bekommt es die ehemalige Polizeipsychologin, Lily Brown, die als Psychotherapeutin arbeitet, mit einem Fall zu tun, der ihr schwer zu schaffen macht.
Lily soll ein psychologisches Gutachten über Martin Gordon, einen Police Sergeant erstellen, der im Einsatz während eines Banküberfalles auf seinen Kollegen Clark Jarrett geschossen hat. War es Absicht oder ein Unfall? Lily soll mehr darüber herausfinden, denn es geht um Martins Diensttauglichkeit. Dabei erkennt sie, dass dieser etwas zu verschweigen scheint. Es gibt einige Ungereimtheiten, die auf den Kollegenkreis hinweisen. Außerdem scheint aus der ehemaligen Freundschaft zwischen Clark und Martin eine Feindschaft geworden zu sein. Was ist passiert und was steckt hier dahinter?

In einem Nebenstrang lernen wir eine weitere Patientin von Lily kennen. Sozialarbeiterin Mabel Ellis hat die schwangere Jerry Hoover zur Psychotherapie an Lily überwiesen. Nach dem plötzlichen Kindstod ihres ersten Babys ist Jerry wieder schwanger und hat große Ängste, dass wieder etwas passieren könnte. Doch auch Jerry scheint etwas zu verschweigen.... Ob dieser Handlungsstrang mit dem ersten zusammenhängt, verrate ich hier nicht.

Aber auch private Probleme lassen Lily kaum schlafen. Die Exfrau ihres Geliebten Dan Baker stellt weitere (unmögliche) Forderungen. Außerdem lassen diverse Frauenmorde, hinter die wohl ein Serienmörder steckt,  dem Polizeipsychologen ebenfalls keine Ruhe. Die Beziehung der beiden wird daher auch im zweiten Band nicht wirklich einfacher. Während Lily beruflich sehr konsequent ist, hat sie ihr Privatleben nicht wirklich im Griff.

Tessa Duncan hat ein sehr emotionales und schwieriges Thema für ihren zweiten Krimi/Spannungsroman aufgegriffen. Dazu möchte ich allerdings nicht wirklich mehr schreiben und auf meine obige Triggerwarnung hinweisen.
Obwohl es sich hier um einen zweiten Teil einer Reihe handelt, kann man diesen auch ohne Vorkenntnisse lesen. Nur Lilys Privatleben bleibt als roter Faden bestehen.

Die Handlung wird in der dritten Person erzählt. Martins Kapitel sind jedoch in der Ich-Perspektive aus seiner Sicht dargestellt. Dabei gibt es auch kleine Rückblenden in die Vergangenheit, die aufzeigen, wie der Police Sergeant in die Situation geschlittert ist, in der sich zu Beginn des Krimis befindet. Die Sprache ist in manchen Dialogen etwas derb, spiegelt aber die Charaktereigenschaften einzelner Personen wieder. Sonst ist der Schreibstil angenehm zu lesen und durch die vielen Dialoge sehr lebendig. Die Spannungskurve steigt langsam, bleibt später jedoch konsequent oben.

Über den Kapiteln finden wir Ort und Zeitpunkt und die Person über die wir lesen.
Als ausgebildete Psychotheraupeutin, kann die Autorin die Vorgehensweise ihrer Figuren absolut überzeugend vermitteln. Die Charaktere sind lebendig und haben Ecken und Kanten.
Ein ganz besonderes Mitglied aus Lilys Familie ist ihr Kater Mick, der mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist.

Tessa Duncan hat sich bei ihren zweiten Krimi wieder an reale Vorfälle orientiert, die tatsächlich passiert sind. Dies schockiert umso mehr, nachdem man in ihrem Nachwort mehr dazu gelesen hat. Es ist unfassbar, wozu Menschen fähig sind, denen man eigentlich vertrauen sollte.

Fazit:
Eine spannende Fortsetzung, die packend erzählt ist. Als Roman würde ich die Geschichte nicht einstufen (siehe Cover). Für mich war es mehr Spannunsgroman und Krimi mit einigen schweren Themen. Ich bin schon sehr auf die weiteren Canterburry Fälle gespannt, die hoffentlich noch kommen werden!


Vielen Dank an Marita Spang und an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Canterburry Falle:

  1. Wer das Vergessen stört  *Rezi*
  2. Wer mit den Wölfen heult


Neuerscheinungen im Oktober

 

Meine lieben Bücherwürmer!

Im Buchmesse-Monat erscheinen jedes Jahr jede Menge neue Bücher. Für mich ist im Oktober diesmal aber (Gott sei Dank) weniger dabei, als im September. Ich bin wirklich froh darüber, denn für der September hatte ich wirklich überdurchschnittlich viele Bücher auf meiner Must Read Liste.

Hier sind nun einige Neuerscheinungen für den Oktober für euch und ich habe versucht es diesmal wirklich weniger werden zu lassen ;) Es ist wieder fast jedes Genre vertreten. Viel Spaß!

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Meine MUST HAVES für den Oktober
 

Es erscheint ein weiteres Buch über die Entwicklung der Kindererziehung "Die Pädagogin der glücklichen Kinder" von Laura Baldini aka Beate Maly. Nach ihrem Roman über Maria Montessori erzählt dieser nun über die eher unbekannte Emmi Pikler.

"Happy End" von Sarah Bestgen erhalte ich über die Lesejury und bin schon sehr neugierig. Die Leseprobe fand ich schon mal sehr gut.

Und "Die Schatten über Prag" von Martin Becker und Tabea Soergel wurde mir schon im Juni angeboten. Ich bin gespannt, ob das Buch wirklich bei mir eintrudeln wird.

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Mehr auf dem Schirm und auf der Wunschliste habe ich einige

FORTSETZUNGEN

Nach "Kaiserwald" freue ich mich schon auf den zweiten und letzten Band der Dilogie von Anja Jonuleit. "Sonnenwende" zieht hier auf jeden Fall ein und wird gemeinsam mit der lieben Caroline von Marie Salon de Livre gelesen.

Gerne möchte ich auch den dritten Teil um Felix Grohsmann und Nicky Kessler "Tod am Nussdorfer Wehr" von Mina Albich  lesen. Ich hoffe auf Glück bei der Lovelybooks Verlosung.

Mit "Steirerzorn" von Claudia Rossbacher erscheint bereits der 14. Fall (und letzte???) um Sandra Mohr und Sascha Bergmann. Ich bin gespannt!

Und auch bei der Todesreihe scheint es der wahrscheinlich letzte Band zu werden. "Todesspur" von Andreas Gruber zieht auf jeden Fall ein, auch wenn ich bei der Reihe in Rückstand geraten bin.

Gespannt bin ich auch schon auf den dritten Fall "Blutbuße" um Hannah Ahlander von Viveca Sten. Die Vorgänger haben mir sehr gut gefallen.

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Die Reihenfortsetzungen sind diesmal für mich die wirklichen Must Haves und diese werden alle einziehen....der Großteil aus der Bücherei.

Und wie sieht es bei euch im Oktober aus? Ist der Oktober für euch der mega Erscheinungsmonat oder war es ebenfalls der September, wie bei mir?


 

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