Die Gabe der Liebe - Debbie Macomber

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (1. März 2019)
    • Übersetzer: Anita Sprungk
    • ISBN-10: 395649864X
    • ISBN-13: 978-3956498640
    • Originaltitel: Hanna's List
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 7 der Blossom Street



Mira Kurzbeschreibung
:
Michael ist überwältigt. Ein Jahr ist es her, dass er seine große Liebe Hannah verloren hat – ein Jahr voller Trauer. Jetzt hält er ihren letzten Brief in den Händen. Und doch kann er nicht tun, was sie sich von ihm wünscht. Er soll sich neu verlieben, heiraten und das Glück finden, das die Krankheit ihm genommen hat. Nur widerstrebend tut er Hannah den Gefallen, sich wenigstens einmal mit den Frauen zu treffen, die sie für ihn ausgesucht hat. Aber ist vielleicht genau das seine Chance für einen ersten Schritt zurück ins Leben?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Kann auch ohne Probleme als Einzelband gelesen werden

Meine Meinung:
"Die Gabe der Liebe" wird der Blossom Street Reihe zugeordnet, hat aber nur sehr unwesentlich damit zu tun. Einzig Winter Adams ist die Besitzerin des French Cafés in der Blossom Street und ist in diesem Roman ein Nebencharakter. Hauptprotagonist ist aber diesmal ein Mann und zwar Kinderarzt Michael. Er ist seit einem Jahr Witwer und trauert noch immer sehr um seine Frau Hannah.

Als er mit seinem Schwager bei einem gemütlichen Bier zusammensitzt, übergibt ihm Richie ein Kuvert. Es ist Hannah's letzter Brief, der Michael nach dem Trauerjahr bekommen soll. Sie bittet ihren Mann wieder am Leben teilzuhaben. Es sei Zeit loszulassen und in die Zukunft zu schauen und die stellt sich Hannah für ihren Mann mit einer neuen Frau an seiner Seite vor. Es kommt sogar so weit, dass sie ihm drei mögliche Kandidatinnen vorschlägt.
Dies sind Winter Adams, Hannah's Kusine, und besagte Besitzerin des French Cafés in der Blossom Street. Sie ist die Chefin von Alix, die auch hier kurze Auftritte hat und die wir bereits aus einigen Büchern der Reihe kennen. Winter führte eine etwas komplizierte On/Off Beziehung zum französischen Koch Pierre und ist momentan wieder getrennt.
Kandidatin Nummer zwei ist Leanne Lancaster. Sie war Hannah's Krankenschwester und hat ebenfalls eine sehr schwere Zeit durchgemacht. Sie hat sich von ihrem Mann scheiden lassen, der Geld hinterzogen hat und seitdem zu Leanne keinen Kontakt mehr wünscht. Erst bei der Verhandlung erfuhr sie den Grund seines Betruges. Leanne ist sehr einfühlsam und liebenswert.
Die Dritte im Bunde ist Macy Roth, chaotische Künstlerin und Model. Sie verschenkt ihr Herz an streunende Katzen und Hunde, die sie bei sich zuhause aufnimmt. Außerdem kümmert sie sich um den schrulligen alten Nachbar gegenüber und kommt notorisch zu spät.
Zwei der vorgeschlagenen Frauen kämpfen noch mit ihren Altlasten und bei Macy ist sich Michael sicher, dass es sich nur um einen Irrtum handeln kann....
Michael ist über Hannah's Wunsch entsetzt und fühlt sich vor dem Kopf gestoßen. Wie soll er sich auf eine neue Frau einlassen können, wenn er doch Hannah noch immer liebt und um sie trauert? Und wann und wo sollte er diese Frauen treffen? Er ist doch tagein, tagaus in der Klinik und trifft sich seit Hannah's Diagnose nicht einmal mehr zu den Pokerabenden mit seinen Freunden.

Auch in diesem Band hat die Autorin wieder eine Geschichte, wo es um Schicksalschläge geht, die man zu überwinden hat. Trotz des Themas der Trauerbewältigung ist die Story locker und amüsant. Vorallem das Aufeinandertreffen von Michael mit den diversen Frauen birgt so einiges an Humor.
Obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass jemand so einen Brief schreibt (automatisch denkt man auch an P.S. ich liebe dich), fand ich es äußerst unglaubwürdig, dass Hannah gleich drei bestimmte Kandidatinnen vorgeschlägt. Das erinnerte mich eher an eine Casting-Show.

Wie gewohnt begleiten wir abwechselnd die Protagonisten, wobei Michael den Hauptpart einnimmt. Die Figuren sind wieder sehr vielschichtig und lebensecht dargestellt. Alle vier möchten ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnen und sich von Enttäuschungen und der Trauer verabschieden.

Leider konnte mich schon der letzte Band der Blossom Street nicht so ganz überzeugen und auch beim siebenten Band, der irgendwie gar nicht zur Reihe gehört, ist es ähnlich. "Die Gabe der Liebe" konnte mich nicht so sehr in den Bann ziehen, wie zum Beispiel "Der Garten des Lebens" oder "Eine Schachtel voller Glück" (BTW...wer lässt sich eigentlich diese komischen Titel einfallen??)

Schreibstil:
Sehr viel brauche ich über Debbie Macombers Schreibstil nicht mehr zu sagen. Er ist gewohnt leicht, glänzt mit Humor und bringt auch ernste Themen locker rüber. Die Kapitel sind nach den handelnden Figuren unterteilt. Michael erzählt in der Ich-Form, während die drei Frauen in der 3. Person berichten.

Cover:
Neben den englischen Ausgaben habe ich noch ein türkisches und finnisches Cover (in der Mitte und ganz rechts) gefunden. Letztes gefällt mir sehr gut.

Fazit:
Ein Roman, der zwar der Blossom Street Reihe zugeordnet wird, aber auch alleinstehend gelesen werden kann. Das Thema Trauerbewältigung wird wie immer mit viel Empathie und der Hoffnung auf einem Neuanfang behandelt. Gewohnte leichte Wohlfühllektüre, wobei es in der Reihe bessere und schlechtere Romane gibt. Trotzdem komme ich immer wieder gerne in die Blossom Street zurück.


 Die Blossom Street Reihe:
  1. Das Muster der Liebe  *Rezi*
  2. Die Maschen des Schickals  *Rezi*
  3. Der Garten des Lebens (meiner Meinung nach nicht ganz zur Reihe gehörend)   *Rezi*
  4. Die Farben der Herzen  *nicht rezensiert*
  5. Eine Schachtel voller Glück  *Rezi*
  6. Der Sommer der Wünsche   *Rezi*
  7. Die Gabe der Liebe (meiner Meinung nach nicht ganz zur Reihe gehörend)

Mutter Seelen Allein - Sabine Trinkaus

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: Emons Verlag; Auflage: 1 (21. März 2019)
    • ISBN-10: 3740805307
    • ISBN-13: 978-3740805302
    • Genre: Psychothriller, Thriller



emons Kurzbeschreibung:
Katharina lebt ihren Traum: Sie hat einen wunderbaren Ehemann, ein aufgewecktes Kind und führt ein sorgenfreies Leben. Aber es gibt jemanden, der dieses Glück um jeden Preis zerstören will. Jemanden, der auch vor dem Unvorstellbaren nicht zurückschreckt: Er entführt Katharinas Sohn und bringt damit ihre heile Welt zum Einsturz. Um das Leben ihres Kindes zu retten, muss Katharina eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wie weit wird sie gehen?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mit "Mutter Seelen Allein" habe ich eine neue Thriller Autorin für mich entdeckt! Sabine Trinkaus hat ein fantastisches Psychodrama geschrieben, welches immer mehr an Spannung gewinnt und bis zum Ende undurchschaubar bleibt. Genauso sollte ein Thriller sein!

Dabei beginnt die Geschichte eher ruhig und harmlos. Katharina lebt nach außen hin ein perfektes und glückliches Leben. Ihr Mann Patrick ist Arzt und versorgt die kleine Familie, während sie als liebevolle Ehefrau und Mutter des 5-jährigen Timo den Haushalt schmeißt. Er überlässt, wie die meisten Männer, die Erziehung komplett seiner Frau. Zusätzlich betrügt er sie noch mit seiner Ex-Freundin Sarah und Timo wird immer schwieriger. Katharina ist heillos überfordert und hat oft drastische Wutausbrüche. Sie wechselt zwischen Perfektion und unkontrollierbarer Agression....bis eines Tages Timo verschwunden ist und die Nachricht: "Es ist viel einfacher, als du denkt. Sag die Wahrheit!" auf ihrem Handy aufblinkt....

Sabine Trinkaus liefert mit "Mutter Seelen Allein" einen raffiniert gestrickten Thriller, der es in sich hat. In diesem Familiendrama blickt man als Leser hinter die Fassade der Figuren und stößt dabei auf menschliche Abgründe. Nichts ist, wie es scheint! Obwohl die Personenauswahl überschaubar ist, zeigt jeder nach außen hin ein ganz anderes Gesicht. Alle haben ihre Geheimnisse und es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Lüge und Betrug sind alltäglich. Als Leser weiß man nicht, wem man Glauben schenken soll.

Der Plot ist gut durchdacht. Es geht um Rache und Vergeltung. Obwohl der Thriller ruhig beginnt, steigt die Spannungskurve kontinuierlich an. Die Autorin spielt mit ihren Lesern und lenkt sie immer wieder auf falsche Fährten. Wechselnde Perspektiven sorgen für noch mehr Dynamik und Spannung. Zusätzlich gibt es noch Abschnitte in kursiver Schrift, die in die Vergangenheit zurückblenden. Dabei geht es um Flo. Die Fürsorge hat der drogenabhängigen Frau ihre Tochter weggenommen. Doch nach einem schrecklichen Vorfall beginnt Flo für diese zu kämpfen. Diese Abschnitte lassen dem Leser immer wieder neue Vermutungen aufstellen. Die Frage ist: Wie passen diese Handlungsstränge zum Gegenwartspart rund um Patrick und Katharina?
Das Ende und die Auflösung waren für mich absolut stimmig.

Schreibstil:
Susanne Trinkaus schreibt spannungsgeladen, packend und atmosphärisch. Die Charaktere sind sehr vielschichtig und undurchschaubar. Kurze Kapitel ermöglichen ein schnelles vorankommen und man wird richtig von der Story gepackt. Nur noch schnell ein weiteres Kapitel denkt man sich, aber dann liest man weiter und weiter...

Fazit:
Endlich wieder ein spannender Psychothriller, der nicht mit unlogischen Auflösungen oder konstruierten Showdonws aufwartet. Beklemmend, raffiniert und verwirrend. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Bösland - Bernhard Aichner

    Die Bildrechte liegen beim Verlag




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: btb Verlag (1. Oktober 2018)
    • ISBN-10: 3442756383
    • ISBN-13: 978-3442756384
    • Genre: Thriller


btb Kurzbeschreibung:
Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder …


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Bernhard Aichner. Ich habe dem Autor nochmals eine Chance gegeben und seinen zuletzt veröffentlichten Thriller gelesen, nachdem mich bei seinem ersten Bestseller rund um die Totenfrau die Leseprobe total abgeschreckt hatte und ich seinen Schreibstil nicht wirklich mochte. Doch bei "Bösland" hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Meine Bücherei hat alle seine Bücher, deswegen war es für mich klar diesen Thriller auszuleihen und Bernhard Aichner nochmals eine Chance zu geben. Und das war gut so...

Gleich zu Beginn wird dem Leser eröffnet, was Aichner mit seinem Titel meint. Bens Bösland ist der Dachboden seines Elternhauses. Ein Ort, an dem ihm sein Vater regelmäßig züchtigt und wo sich dieser schlussendlich erhängt. Als der zehnjährige Ben ihn findet, ist der Junge einfach nur erleichtert, dass seine Tortour ein Ende hat. Das ehemalige Bösland wird zur gemeinsamen Spielstätte mit seinem Freund Felix Kux, dem reichen Apothekersohn. Dort übt Ben auch seine Leidenschaft fürs Fotografieren und Filmen aus. Wenige Jahre später passiert erneut ein Unglück am Dachboden. Man findet Ben neben einer brutal erschlagenen Leiche eines jungen Mädchens, das er in seinen Armen hält. Der Junge kann sich an nichts mehr erinnern und wird als jugendlicher Täter in die psychiatrische Anstalt gesteckt. Danach folgen betreutes Wohnen, Therapien und schlussendlich eine eigene Wohnung. 30 Jahre später - Ben ist wieder frei und führt ein Fotogeschäft, entdeckt er ein Foto, das ihn in die Vergangenheit zurückkatapultiert. Darauf ist sein alter Freund Kux zu sehen. Bestärkt durch seine Therapeutin macht sich Ben auf, um mit Kux zu klären, was damals geschah....

Die Geschichte wechselt zwischen einer Art Rückschau in die Vergangenheit, Dialogen mit der Therapeutin und mit Kux, sowie der Schilderung in der Gegenwart. Man begleitet dabei Ben durch alle Gefühlslagen und bekommt von ihm ein sehr gutes Bild. Das vom Autor gewollte Misstrauen ihm gegenüber bleibt jedoch bestehen. Die subtile Beschreibung der Atmosphäre ist Aichner gut gelungen.
Die Charaktere sind vielschichtig und ausdrucksstark. Die zwischenmenschlichen Aspekte werden hervorragend transportiert. Ich hatte von allen ein sehr gutes Bild und mein Kopfkino blieb immer in Bewegung.

Aichner baut unterschwellig Spannung auf. Die kurzen knackigen Sätze und die große Schrift lassen einem schnell durch das Buch fliegen. In der Mitte haben sich trotzdem, meiner Meinung nach, einige Längen eingeschlichen. Auch meine Vermutung ging schon früh in die richtige Richtung, jedoch fehlte mir noch die Bestätigung. Einen kleinen Twist, sowie eine überraschende Wendung gab es noch am Ende des Buches, das ich somit zufrieden zugeklappen konnte.

Schreibstil:
Bernhard Aichners Schreibstil ist speziell. Am Besten man liest sich zuerst kurz in einer Leseprobe ein und entscheidet dann, ob man damit klaekommt. Ich bin mit seinem Schreibstil noch immer nicht ganz warm geworden, aber in "Bösland" konnte ich mich an die kurzen prägnanten Sätze und die vielen Dialoge gewöhnen. Bei der "Totenfrau" ging das schon nach wenigen Seiten absolut nicht mehr. Erzählt wird in der Ich-Perspektive von Ben.

Der Verlag hat die Seiten wirklich gut gefüllt....mit großer Schrift, einzelnen Dialogen, wo jeder Satz einzeln steht, aber auch leeren Seiten. Wenn ich das Hardcover gekauft hätte, wäre ich nicht sehr erfreut darüber gewesen. Bestsellerautor hin oder her....es gibt in meinen Augen weitaus bessere österreichische Autoren und das ist Geldmacherei!

Fazit:
Ein unblutiger Thriller, der mit psychologischen Spielchen aufwartet und gut aufgebaut ist, aber doch auch etwas vorhersehbar ist. Trotzdem wird mir die Geschichte noch länger in Erinnerung bleiben und ich konnte mich auch endlich mit Aichners Schreibstil anfreunden. Fazit: Komm mit ins Bösland!


Frühlingserwachen auf Gracewood Hill - Sandra Rehle



    • Taschenbuch: 316 Seiten
    • Verlag: BoD - Books on Demand; Auflage: 2 (18. April 2019)
    • ISBN-10: 3748190182
    • ISBN-13: 978-3748190189
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 2 der Gracewood Hill Jahreszeitenreihe


Amazon Kurzbeschreibung:
Die junge Annie Taylor hat sich gut in ihrem Leben als alleinerziehende Mama eingerichtet. Doch mit den ersten warmen Sonnenstrahlen zieht der Frühling auf Gracewood Hall ein und wirbelt alles gehörig durcheinander. Plötzlich sieht Annie ihren alten Freund Matt mit ganz anderen Augen. Und dann steht auch noch ihr Ex mit großen Plänen vor der Tür und bittet um eine zweite Chance.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Passend zur Jahreszeit habe ich nach einem Liebesroman mit frühlinghaftem Cover gegriffen. Dies ist der zweite Band der Jahreszeiten-Reihe, die hauptsächlich auf dem englischen Anwesen Gracewood Hill spielt. Leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, hatte aber nur bei den Einblicken in die Familie Bradford, den Besitzern des Herrenhauses, etwas Probleme alle richtig zuzuordnen. Sonst bereitet der Einstieg in den zweiten Band allerdings keine Probleme und kann alleinstehend gelesen werden.

In dieser Geschichte geht es hauptsächlich um Annie Taylor. Sie ist alleinstehende Mutter der zweijährigen Poppy. Wegen ihrer ungeplanten Schwangerschaft musste sie ihr Studium abbrechen und zog zurück zu ihren Eltern. Im Herrenhaus Gracewood Hall der Familie Bedford hat sie einen Aushilfsjob als Zimmermädchen und Küchenfee bekommen, um sich auch ihrer Tochter widmen zu können. Gracewood Hall soll künftig als Hochzeits-Location genutzt werden und so erscheinen immer wieder zukünftige Bräute, die sich das zauberhafte Setting anschauen möchten. Dabei ist nicht nur Annie eine große Hilfe, sondern auch die gute Seele des Haues, Mrs. Cuthbert. Beide Frauen zaubern leckere Kreationen für diverse Feste. Matthew, ihr Freund aus Kindertagen, der ihr seit der Geburt von Poppy immer hilfreich zur Seite steht, arbeitet ebenfalls auf Gracewood Hall. Matt ist schon länger in Annie verliebt, doch diese sieht in ihm nur den besten Freund. Als plötzlich Annies Ex-Freund und Vater von Poppy zum Geburtstag der Kleinen auftaucht, bricht das Chaos aus und Annie kann plötzlich zwischen zwei Männern wählen...doch will sie das überhaupt?

Die Veränderung von Annies Gefühlen wird sehr realitisch dargestellt. Viele Beziehungen bauen auf eine vorangehende Freundschaft auf, bis sich plötzlich einer oder alle beide fragen, ob ihre Gefühle für den anderen Menschen nicht doch etwas tiefer gehen. Die Autorin hat diese spezielle Situation mit viel Einfühlungsvermögen dargestellt.
Ihre Figuren sind sehr lebendig gezeichnet und Sandra Rehle versteht es, dem Leser das Gefühl zu geben, liebe Freunde zu begleiten. Annie und Matt sind sehr sympathische Charaktere, die man sehr schnell ins Herz schließt. Ganz besonders in mein Herz geschlichen hat sich Mrs. Cuthbert, die immer ein offenes Ohr hat und den beiden Verliebten den "Schubs" in die richtige Richtung gibt.
Gracewood Hall bleibt dabei immer der rote Faden des Romans...ein bezauberndes Ambiente mit außergewöhnlichen Bewohnern.

Leider plätscherte die Handlung lange Zeit einfach nur dahin und es gab kaum überraschende Wendungen. Vieles war für mich vorhersehbar und nicht unbedingt außergewöhnlich. Etwas mehr Dramatik oder einige unerwartete Überraschungen hätten der Geschichte etwas mehr "Kick" gegeben. Vielleicht im nächsten Band?

Fazit:
Die Autorin versteht es in ihrem Liebesroman das bezaubernde Ambiente und die symathischen Charaktere lebendig werden zu lassen. Leider war mir aber die Handlung etwas zu banal und vorhersehbar. Für reine Liebesroman-Fans sicherlich zu empfehlen - für mich leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Trotz meiner Kritik habe ich diesen Roman sehr gerne gelesen.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und die nette Begleitung bei mder Lovelybooks Leserunde

Neuerscheinungen im Juni

Liebe Bücherwürmer!

Etwas später als gewohnt zeige ich euch heute die Neuerscheinungen für den Juni.
Für mich gibt es diesmal nicht so viele Wunschbücher wie üblich, was meinem SuB wirklich gut tut!
Bei den Neuerscheinungen habe ich diesmal sehr viele Krimis und Thriller gefunden, aber auch einige aus anderen Genres, wie ihr hier im Überblick sehen könnt.....

Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag

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Meine MUST READS für den Juni:


"Nadelherz", der dritte Fall für Hall und Hellstern von Julia Corbin, den ich natürlich nach dem beiden sehr gelungenen ersten beiden Teilen unbedingt lesen muss.

Und endlich gibt es auch etwas Neues von der österreichischen Krimiautorin Jennifer B. Wind. Ich freue mich schon sehr auf "Die Maske der Gewalt"
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Meine MIGHT READS für den Juni:


"Zeit aus Glas", den zweiten Band der Seidenstadt-Saga von Ulrike Renk werde ich mir wahrscheinlich aus der Bücherei holen...mal sehen.
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So, und das wars auch schon wieder. Etwas ungewöhnlich für mich, aber total okay, denn ich habe hier einige Bücher, die ich schon längst lesen hätte wollen und die immer wieder wegen Reziexemplaren warten müssen. Im Juni dürfen sie nun gelesen werden =)

Außerdem werde ich ab dem 3. Juni noch bei der gemeinsamen Blogger Leserunde bei der lieben Nicole von Zeit für neue Genres teilnehmen und mit den Mädels gemeinsam "Dry" von Neil und Jarrod Shusterman lesen. Das Buch ist schon bestellt.
Und wie sieht es bei euch so aus?


Der weiße Ahorn - Mina Baites



    • Taschenbuch: 313 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (26. Februar 2019)
    • ISBN-10: 2919806270
    • ISBN-13: 978-2919806270
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Breitenbach Saga



Amazon Kurzbeschreibung:
Berlin, 1881. Die Schuhfabrikation der Familie Breitenbach ist unter Bedrängnis geraten. Georg Breitenbach soll in Colorado eine Tochterfabrik eröffnen, die ihr Überleben garantiert. Seine abenteuerlustige Schwester Rosa begleitet ihn nach Übersee. Dort möchte die rebellische junge Frau ihren Traum von einem selbstbestimmten Leben und einer eigenen Schule verwirklichen. Mit Mut und dem unbedingten Willen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, wagen die Geschwister den Aufbruch in das Ungewisse der Neuen Welt und stehen bald weit größeren Herausforderungen gegenüber, als sie sich je vorstellen können.
Zuhause kämpft Vater Hermann Breitenbach mit ihrem Bruder Theodor nicht nur gegen einen Widersacher, auch in ihrem Privatleben erwarten sie turbulente Ereignisse. Wird es den Breitenbachs gelingen, dem Firmensymbol des weißen Ahorns, das für Stabilität und Familienzusammenhalt steht, auch in unruhigen Zeiten gerecht zu werden?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im Reihenauftakt der Breitenbach-Saga von Mina Baites befinden wir uns im Jahre 1881 in Berlin. Schuhfabrikant Hermann Breitenbach wird von seiner Vergangenheit eingeholt und vom Konkurrenten Meißner erpresst. Dieser schreckt vor nichts zurück, denn sein Ziel ist es, die gesamte Schuhfabrikation der Breitenbachs zu übernehmen. Während der älteste Sohn, Theodor, seinem Vater zur Seite steht und früher oder später die Produktion übernehmen muss, soll sein Bruder Georg ein zweites Standbein - eine Tochterfirma - in Amerika aufbauen. Gemeinsam mit seiner Schwester Rosa und dem langjährigen Mitwarbeiter Wendelin brechen die drei nach Amerika auf, wo ihre Tante Fanny in Colorado ein Häuschen besitzt. Während Georg die Tochterfirma aufbauen möchte, träumt Rosa von einer Schule für Kinder aller Rassen und Religionen. Die anstrengende und abenteuerliche Überfahrt ist erst der Anfang, denn nachdem die Drei im "gelobten Land Amerika" angekommen sind, warten nicht nur viele Strapazen und Probleme, sondern vorallem für Georg, eine große Überraschung. In Berlin versuchen hingegen Hermann und Theodor Breitenbach alles, die Schuhfabrik und die Familientradition unter ihrem Wappen mit dem weißen Ahorn zu erhalten....

Schnell ist man mitten in der Geschichte der Familie Breitenbach. Der angenehme und flüssige Schreibstil lässt dem Leser durch die Seiten fliegen. Man verfolgt nicht nur gespannt die Vorkommnisse in Berlin, sondern begibt sich mit Georg, Rosa und Wendelin auf große Überfahrt. Abwechselnd erzählen die vier Protagonisten in der dritten Person aus ihrem Leben. Die Handlungsstränge wechseln ebenso zwischen Deutschland und den USA.
Familientradition, Zusammenhalt, die Gleichstellung von Mann und Frau im Wilden Westen, sowie unterschiedlicher Religionen und Rassen sind die Themen, die Mina Baites in ihrem Roman immer wieder anspricht. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin einige Problematiken nicht nur oberflächlich behandelt hätte. Für mich lösten sich die meisten Probleme viel zu schnell (im positiven Sinne) auf. Oft fehlte es mir an Spannung und überraschenden Wendungen. Hier hätten 100 Seiten mehr einige zu übereilte Passagen aufwerten und ihnen mehr Tiefgang verleihen können. Aber oftmals hätte ich mir einfach nur gewünscht mehr über ein bestimmtes Thema zu lesen und zu erfahren. Die Hoffnung, dass diese in einem der weiteren Bände aufgegriffen werden, habe ich noch....

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich dargestellt. Einige sind sehr lebendig beschrieben, andere hingegen blieben mir großteils fremd.
Rosa ist für ihre Zeit eine junge Frau, die sich durchzusetzen versteht und gegen Konventionen ankämpft. In Amerika sieht sie für sich die Möglichkeit ohne Mann und Trauschein an Landbesitz zu kommen. Sie versucht ihre Träume, die sie in Berlin nicht umsetzen kann, in Colorado real werden zu lassen. Nicht nur die geplante Schule, sondern auch eine eigene kleine Farm zum Bewirtschaften, sind ihr Wunsch. Den Herausforderungen im Wilden Westen steht sie kompromisslos gegenüber.

Theodor versucht zunächst erfolglos seinen Vater zu überreden zu investieren und ihm die Firma zu überschreiben. Seine Ehe ist eine einzige Farce. Seine Frau Elena und er bleiben für den gemeinsamen Sohn Felix zusammen, bis er die junge Vanda kennenlernt.

Georg nimmt die Herausforderung in den Staaten an und baut die Tochterfirma auf, nachdem er in Berlin stets im Schatten seines Bruders stand. Georg erscheint sympathisch, jedoch hatte ich große Probleme ihn einzuordnen bzw. seine Gefühle zu nachzuempfinden.

Im letzten Drittel ist mir aufgefallen, dass die Namen von Georg und Theodor öfters vertauscht wurden. Hier hat das Lektorat eindeutig geschlafen.

Schreibstil:
Mina Baites schreibt sehr bildhaft und lebendig. Die geschilderten Landschaften während der Überquerung einiger US-Staaten wurde bildgewaltig beschrieben. Hier hätte ich allerdings gerne noch mehr davon gelesen.

Im Nachwort geht die Autorin noch darauf ein, welche historischen Persönlichkeiten sie als Vorbilder für ihre Figuren verwendet hat.

Fazit:
Ein netter Beginn der Familiensaga rund um die Breitenbachs, die sich sowohl in Berlin, als auch im fernen Colorado behaupten müssen. Mir fehlt hier allerdings noch "das gewisse Etwas" bzw. fand ich einige Themen nur angerissen. Viele Probleme erledigten sich wie von alleine, was ich etwas unglaubwürdig fand. Trotzdem denke ich, dass ich auch den zweiten Teil lesen werde und hoffe auf etwas mehr Seiten und Tiefgang.


Der Wind nimmt uns mit - Katharina Herzog



    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 2. (16. April 2019)
    • ISBN-10: 3499275279
    • ISBN-13: 978-3499275272
    • Genre: Liebesroman, Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: Nach La Gomera. Dort wohnt ihre Adoptivmutter Karoline. Dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya vor Jahren durch einen Zufall erfahren, und bis heute hat sie ihr nicht verziehen. Doch dann wird Maya schwanger, und Tobi, der Mann, mit dem sie eine flüchtige Affäre hatte, hält sich ausgerechnet auf der Kanareninsel auf. Nur widerwillig fliegt Maya dorthin, zu den Aussteigern und Künstlern, zu ihrer Mutter. Sie ahnt nicht, dass es die wichtigste Reise ihres Lebens sein wird.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im Flugzeug nach und von Lissabon hat mir der neue Roman von Katharina Herzog kurzweilige Stunden bereitet. Auch wenn ich nicht in Spanien bzw. den Kanarischen Inseln Urlaub gemacht habe, so hat mich der südländische Charme auch in Lissabon eingeholt. Und die Autorin "kenne" ich ja schon sehr lange, denn ich habe bereits ihre Bücher als Selfpublisher unter ihrem Klarnamen Katrin Koppold gelesen.

In "Der Wind nimmt uns mit" lernen wir Maya kennen, die als Reisebloggerin rund um die Welt chattet. Seit sechs Jahren bleibt sie allerdings der Insel La Gomera fern, wo ihre Adoptivmutter Karoline lebt. Bis heute hat sie dieser nicht verziehen, dass sie ihr nicht die Wahrheit über ihre wahre Herkunft erzählt hat. Als sie durch einen One-Night-Stand schwanger wird, versucht sie den Mann, von dem sie nur den Namen Tobi und einige wenige Details kennt, durch ihren Blog zu finden. Dass er sich auf La Gomera aufhalten soll, zieht Maya kurz die Füße weg, doch dann überwindet sie ihre Ängste und fliegt an jenem Ort, den sie niemals besuchen wollte...
Auf der esoterisch angehauchten Finca de la Luz findet sie erstmals eine Bleibe und lernt die Inselbewohner besser kennen.

Wechselnde Perspektiven lassen uns als Leser nicht nur Maya und Karoline in der Gegenwart kennenlernen, sondern auch Karoline als Studentin in den 1980er Jahren. Die Abschnitte werden durch die jeweiligen Namen und der Jahreszahl (bei Karoline) erkenntlich gemacht. Dabei erfahren wir häppchenweise was vor mehr als 30 Jahren passiert ist und tauchen in Karolines damaliges Leben ein.

Die Beschreibungen der Charaktere und der Insel sind sehr anschaulich. Trotzdem blieben die Figuren leider etwas an der Oberfläche. Manche von ihnen fand ich auch zu überzeichnet.
Karoline nahm mir im Gegenwartspart zu wenig Platz ein und blieb mir fremd. Nur im Rückblick ins Jahr 1983 oder 1984 kam sie mir als Studentin näher. In diesem Abschnitt konnte ich ihre Gefühle und ihre besondere Beziehung zu ihrem Vater sehr gut nachvollziehen.
Maya hingegen fand ich viel zu unreif für ihre 32 Jahre. Vorallem als Reisebloggerin, die durch die Welt reist und vollkommen auf sich alleine gestellt ist, war sie mir zu naiv und zu wankelmütig.

Die bildhaften Landschaftsbeschreibungen machen Lust die zweitkleinste der Kanarischen Inseln zu besuchen, doch die Darstellung der sehr durchgeknallten Inselbewohner, die noch dem Hippie-Kult frönen, ließ mich etwas davon Abstand nehmen. Trotzdem würde ich gerne einmal den merkwürdigen Gesängen der Gelbschnabelsturmtaucher lauschen, das Künstlerdorf El Guro besuchen oder zur Schweinebucht (das klingt so nach Piraten!) wandern.

Der rote Faden des Romans ist die Selbstfindung ...sich zu "ankern"...und verzeihen zu können. 
Die Handlung ist etwas vorhersehbar und ich vermisste im Gegenwartsstrang die Tiefgründigkeit, wie auch etwas mehr Spannung. Trotzdem hat sich die Geschichte wunderbar lesen lassen und sie konnte mich durchgehend unterhalten.
Irritiert war ich durch eine angebliche Schwester von Karoline, die nie mehr erwähnt wird und Karoline später sogar als Einzelkind dargestellt wurde. Fehler wie diese sollten dem Lektorat auffallen!

Schreibstil:
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich schon in ihren anderen Romanen überzeugen konnte und mich in ihren Geschichten versinken lässt. Er ist locker-leicht, lebendig und dialoglastig. 

Fazit:
"Der Wind nimmt uns mit" kann leider nicht an "Zwischen dir und mir das Meer" anschließen, das von mir  volle fünf Sterne erhalten hat. Der Roman unterhält und ist als leichte Urlaubslektüre wie geschaffen, jedoch wird er wohl eher nur durch das wunderschöne Cover in Erinnerung bleiben. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass Katharina Herzog mit ihrem nächsten Buch wieder an die gewohnte Qualität anschließen kann.
Vielen Dank an die Autorin und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Gier - Marc Elsberg



    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (25. Februar 2019)
    • ISBN-10: 3764506326
    • ISBN-13: 978-376450632
    • Genre: Thriller, Wirtschaftskrimi



Blanvalet Kurzbeschreibung:
»Stoppt die Gier!«, rufen sie und »Mehr Gerechtigkeit!«. Auf der ganzen Welt sind die Menschen in Aufruhr. Sie demonstrieren gegen drohende Sparpakete, Massenarbeitslosigkeit und Hunger – die Folgen einer neuen Wirtschaftskrise, die Banken, Unternehmen und Staaten in den Bankrott treibt. Nationale und internationale Konflikte eskalieren. Nur wenige Reiche sind die Gewinner. Bei einem Sondergipfel in Berlin will man Lösungen finden. Der renommierte Nobelpreisträger Herbert Thompson soll eine Rede halten, die die Welt verändern könnte, denn angeblich hat er die Formel gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich ist. Doch dazu wird er nicht mehr kommen. Bei einem Autounfall sterben Thompson und sein Assistent – aber es gibt einen Zeugen, der weiß, dass es Mord war, und der hineingezogen wird in ein gefährliches Spiel. Jan Wutte will wissen, was hinter der Formel steckt, aber die Mörder sind ihm dicht auf den Fersen …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"GIER" von Marc Elsberg - ein Buch, das in den letzten beiden Monaten sehr viel Aufmerksamkeit und Publicity bekommen hat. Zurecht frage ich mich? Jein, möchte ich sagen.
 
Marc Elsberg bleibt seinen Stil treu und widmet sich der nahen Zukunft, wobei viele seiner angesprochenen Themen bereits von der Wirklichkeit überholt werden. Diesmal geht es um das Aufkommen einer neuen Weltwirtschaftskrise und der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich.
Gewarnt durch einige Rezensionen wusste ich bereits, dass wir es zu Beginn mit vielen Figuren zu tun haben. So wappnete ich mich und versuchte zu lokalisieren, wer wichtig war. Das gelang mir ganz gut.
Im ersten Kapitel stellt sich der Autor bereits die Frage, wie es möglich wäre die Missverhältnisse zwischen den Reichen und den Armen zu ändern. Mit mathematischen Beispielen, die teilweise sogar gezeichnet sind, versucht Elsberg (auch mir Mathematik-Null) seine Formel für die Lösung dieses Problems zu erklären. Darauf folgt noch die mathematische Grundlage zur Spieltheorie, die er im Buch durch illegales Wettspiel so erklärt, dass auch ich es verstehe - hurra!
Bevor wir als Leser aber in einer Bar diesem Wettstreit verfolgen können, lernen wir den jungen Pfleger Jan kennen, der Zeuge eines Unfalls und eines darauffolgenden Mordes wird. Im Fond des Wagens, der verunglückte, saß der Nobelpreisträger Herbert Thompson und ein weiterer unbekannter Mann. Sie waren auf dem Weg zum Weltwirtschaftsgipel in Berlin. Einer der Männer überlebt den Unfall schwer verletzt. Zwei gehauchte Namen, der eines Mannes und einer Bar, konnte Jan noch von einem der Insassen vernehmen, da fliegt das Auto in die Luft und die Killer sind ihm auch schon auf den Fersen. Jan sieht sich in einer auswegslosen Situation, aus der ihm nur Fitzroy Peel helfen kann...der Name, den der unbekannte Tote geflüstert hat. Diesen trifft er in genau der Bar beim illegalen Kartenspiel, das ich vorhin erwähnt habe. Jan erfährt, dass Fitzroy, ehemaliger Investmentbanker, und der unbekannte Tote Freunde waren, als die Söldner wieder auftauchen....

Immer wieder sind Jan und Fitzroy vor den muskelbepackten Killern und der Polizei auf der Flucht. Genau diese seitenlangen Verfolgungsjagden, die mich an amerikanische Actionfilme erinnern, habe ich schon in "Helix" bemängelt. Für Jan steht die Polizei, Kommissarin Maya Paritta mit dem sehr voreingenommenen Kollegen Jörn, auf der falschen Seite, denn er wird als Verdächtiger gehandelt. Nun folgen weitere Verfolgungsjagden - sogar über den Dächern von Berlin, Schießereien mit Profikillern, Entführungen.....für mich einfach TOO MUCH!

In einem anderen Handlungsstrang befinden wir uns auf dem Weltwirtschaftsgipfel inmitten hochrangiger Diplomaten und Minister aus dem In- und Ausland. Hier sind Milliardär Ted Holden und seine Assistentin Jeanne Dalli unsere wichtigsten Protagonisten. Ted erhofft sich aus dem erwarteten Zusammenbruch der Banken einen Gewinn für sich und weiteren spekulierenden Multimilliardären. Was planen diese Herrschaften?


Ein weiterer Handlungsstrang behandelt die Aktivisten und Demonstranten, die die Straßen von Berlin bevölkern. Sie fordern ihren Anteil am Wohlstand, den sich die Reichsten der Reichen einverleiben. Die drohende große Finanzkrise scheint den Mittelstand zu zerstören und die Kluft noch größer zu machen. Hier lernen wir einige Hausbesetzer kennen, bei denen Jan und Fitzroy Unterschlupf finden.

Die Wichtigkeit des Themas ist unumstritten, jedoch mangelt es etwas bei der Umsetzung. Es wird sehr wissenschaftlich erzählt, aber man muss dem Autor zugute halten, dass er die Thesen des sozialen Kapitalismus so anschaulich erklärt, dass es auch Laien wie ich verstehen, die mit Marktanalyse und dem Finanzmarkt nichts zu tun haben.

"Aus Egoismus sollte man zusammenarbeiten. Aus Gier sollte man teilen." (…) "Das sind keine Ideologien, keine vagen Ideen, keine gefühligen Wolkenkuckucksheim-Tanzereien, die keine ihrer Behauptungen belegen können", erklärte Fitz. "Das ist simple Mathematik, wie Sie sehen. Berechenbar. Vorhersagbar." - ZITAT

Schreibstil:
Die Geschichthe ist rasant und wendungsreich, wobei der Schreibstil doch manchmal etwas holprig und abgehackt ist. Durch die vielen mathematischen Formeln und physikalischen Erklärungen entstehen manchmal einige Längen.
Die Charakter sind etwas stereotyp ausgefallen und bleiben ziemlich an der Oberfläche.

Fazit:
Marc Elsberg bietet mit seinen Themen immer wieder Diskussionsstoff und Denkanstöße. Das alleine ist schon ein Grund sich seinen Büchern zu widmen. Einordnen lässt sich "Gier" allerdings sehr schwer. Es ist weder ein reiner Thriller, keine dystopische Geschichte, aber auch kein Lehrbuch über Mathematik und Wirtschaft. Auch wenn mir seine anderen Thriller besser gefallen haben, hat "Gier" neben dem sehr actionlastigen Verfolgungsjagden und den wissenschaftlichen Themen auch zahlreiche Überraschungen und Wendungen zu bieten. Aber vorallem regt es zum Nachdenken an, während Elsberg der breiten Masse zu erklären versucht wie man die Welt besser machen könnte...


 

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