- Broschiert: 336 Seiten
- Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (1. Februar 2019)
- Übersetzer: Urban Hofstetter
- ISBN-10: 3959672608
- ISBN-13: 978-3959672603
- Originaltitel: The Dreamers
- Genre: Dystopie, Roman
Harper Collins Kurzbeschreibung:
Santa Lora, Kalifornien: Es beginnt an einem College. Ein junges Mädchen auf einer Party fühlt sich plötzlich müde, so müde wie noch nie in ihrem Leben. Sie wacht nicht wieder auf. Zuerst denken sie, es kommt aus der Luft, ein Gift, eine Art Virus. Aber niemand kann es nachweisen. Was auch immer es ist, es breitet sich rasend schnell in Santa Lora aus: Menschen werden müde, legen sich hin - und schlafen für immer. Sie sind nicht tot, sie wachen aber auch nicht mehr auf. Panik bricht aus, die Stadt wird von der Außenwelt abgeriegelt. Mittendrin: Eine junge Studentin, die im College unter Quarantäne steht. Zwei kleine Mädchen, deren Vater ihr Haus in eine Festung verwandelt. Und ein Paar, das verzweifelt versucht, sich und ihr Neugeborenes zu schützen, während um sie herum alles im Chaos versinkt.
Meine Bewertung: * * * undeinhalb
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
"Die Träumenden" von Karen Thompson Walker hat mich schon vom Klappentext her sehr angesprochen. So ging es auch meinen lieben Blogger-Kolleginnen Nicole und Andrea. Deswegen beschlossen wir diese Dystopie gemeinsam zu lesen. Nachdem mein Buch endlich angekommen ist (mit Vorbestellungen hat es bei mir nun wirklich noch nie geklappt!) waren wir sehr schnell mitten in der Geschichte.
Kalifornien: Eine Studentin fühlt sich nach einer Party nicht wohl, legt sich schlafen und wacht nicht mehr auf. Sie ist nicht tot, lässt sich aber nicht wecken. Schon bald darauf fallen weitere Mitschüler in einem tiefen Schlaf. Immer mehr Menschen werden müde, legen sich hin und wachen nicht mehr auf. Die Stadtbewohner geraten langsam in Panik, denn der Virus oder was immer es auch sein mag, breitet sich rasend schnell aus...
Die Grundidee der Dystopie ist gelungen. Es gab zwar schon ähnliche Plots, aber im Grunde ist die Umsetzung der Geschichte durch die Autorin neu. Das ist ein großer Pluspunkt in einem Genre, wo es kaum mehr Neues gibt. Der Schreibstil ist sehr distanziert und fast emotionslos. Als Leser beobachtet man die Ereignisse ähnlich wie die Menschen vor den TV-Geräten, die täglich über die Stadt in Quarantäne Bericht erstattet bekommen.
Es werden viele Personen vorgestellt, was eine Bindung zu den Figuren anfangs nicht wirklich ermöglicht. Abwechselnd begleiten wir die junge Studentin Mei, eine Außenseiterin am College, die auf derselben Etage im Wohnheim wohnt, wie die erste Schlafende. Wir lernen Ben und Annie kennen, die neu in die Stadt gezogen sind und vor kurzem Nachwuchs bekommen haben. Nathaniel und Henry, die befreundet sind, eine Psychiaterin, die zur HIlfe gerufen wird, die Schwestern Sarah und Libby, deren Mutter früh gestorben ist und deren Vater, ein Prepper, an sämtliche Verschwörungstheorien glaubt. Er hat für das Endzeitszenario vorgesorgt....
Trotz der Distanz zu den Figuren zeigt die Autorin gekonnt auf, wie sich die Menschen in der aufkommenden Notsituation verhalten. Es kommt zu Hamstereinkäufen, es wird geplündert und man versucht aus der Quarantäne zu flüchten. Hier gibt es jedoch keinen typischen Held, der alle errettet. Der Hauptprotagonist ist die ominöse Schlafkrankheit selbst.
Obwohl es im Roman kaum Dialoge gibt und die Distanz gewahrt bleibt, entwickelt das Buch einen Sog. Man fliegt durch die Seiten und zerbricht sich den Kopf darüber, was hinter dieser Epidemie stecken könnte. Warum sind keine Tiere davon betroffen? Wachen die Menschen wieder auf? Was passiert, wenn alle eingeschlafen sind?
Die psychologischen Aspekte der Autorin, wie Andeutungen betreffend Paralleluniversen, Traumdeutungen und unterbewusste Vorgänge, haben mich nicht zufrieden gestellt. Schon in ihrem ersten Roman "Ein Jahr voller Wunder" stellt sie die Frage: "Was ist Zeit"? Dieses Thema kommt auch hier immer wieder vor.
Positiv hingegen gestaltete sich die Charakterentwicklung der Figuren, die im Zentrum standen. Man lernt sie und ihre Handlungen im Laufe des Endzeitromans immer besser kennen.
Das Ende hat mich nicht wirklich glücklich gemacht. Es hat mich verwirrt und unzufrieden zurückgelassen. Worauf die Autorin eigentlich hinaus wollte, blieb mir ein Rätsel. Viele Fragen blieben offen. Man hat das Gefühl, dass Karen Thompson Walker am Ende die Ideen ausgegangen sind. Trotzdem wird mir das Buch in Erinnerung bleiben.
Schreibstil:
Wie bereits erwähnt ist der Schreibstil der Autorin sehr distanziert und sachlich. Man ist stiller Beobachter der Geschehnisse. Als Leser begleitet man verschiedene Figuren abwechelnd und erlebt hautnah ihre Sicht auf die Dinge mit. Der Roman ist in Präsens geschrieben und es gibt kaum Dialoge. Die Kapitellänge wechselt zwischen langen und sehr kurzen Kapitel.
Cover:
Fazit:
Eine Dystopie, die fesselt, obwohl sie etwas distanziert daherkommt. Die ruhige Geschichte entwickelt trotzallem einen Sog, den man sich schwer entziehen kann. Das Ende hat mich allerdings nicht glücklich gemacht. Worauf die Autorin eigentlich hinaus wollte, verstehe ich nicht wirklich. So bleiben einige Fragezeichen und trotz spannender Lesestunden ein Gefühl von Ratlosigkeit.

















Guten Morgen Martina,
AntwortenLöschenoh, obwohl du ja doch auch das Ende und die psychologischen Aspekte bemängelt hast, hast du trotzdem noch 4 Sterne gegeben? Meine Rezension dazu ging auch gestern online und meine Bewertung war bei weitem schlechter. Obwohl ich es auch glaubhaft und doch erschreckend fand, wie sich die Figuren bei einer Notsituation verhalten.
Liebe Grüße,
Steffi vom Lesezauber
Liebe Steffi,
Löschenes sind hier 3 1/2 geworden, bei LB auf 4 aufgerundet. Und zwar deswegen, weil ich Spaß beim Lesen hatte. Die geschichte hatte einen Sog, der mich das Buch wirklich pfeilschnell durchlesen ließ. Ich habe mich weder gelangweilt, noch geärgert. Erst am Ende...weil ich die Lösung nicht okay fand bzw. eigentlich fast alles offen blieb. Die Geschicht hebt sich aber von anderen Dystopien ab und hat bei mir einen bleiben Eindruck hinterlassen. Deswegen die 3 1/2 Sterne.
Mittlerweile bin ich es leider schon gewohnt, dass Bücher dieser Art am Ende enttäuschen! Ich hatte schon befürchtet, dass es darauf hinausgeht "Alles nur geträumt"...das hätte mir dann gar nicht gefallen und hätte auch eine schlechtere Bewertung hinterlassen.
Wir haben es zu DRitt gelesen und Nicole und ich waren wirklich sehr schnell, durch...ich habe mich keine Minute gelangweilt ;) Du fandest es ja auch nicht wirklich spannend....aber Geschmäcker sind verschieden - Gott sei Dank!
Liebe Grüße
Martina
Hallo Martina,
Löschenvielen Dank für die ausführliche Antwort :) Freut mich, dass dir das Buch trotzdem gefallen hat und ja, Geschmäcker sind einfach verschieden :)
Liebe Grüße,
Steffi
Hallo Martina,
AntwortenLöschenvom Grundtenor her haben wir das Buch ja ähnlich aufgefasst. Aber mein Gefühl war nicht, dass die Autorin am Ende keine Ideen mehr hatte. Ich glaube, es sollte von Vornherein so sein. Ratlos bin ich trotzdem.
Liebe Grüße,
Nicole