Kranichland - Anja Baumheier




    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: Wunderlich; Auflage: 1 (13. März 2018)
    • ISBN-10: 3805200218
    • ISBN-13: 978-3805200219
    • Genre: Familienroman



Wunderlich Kurzbeschreibung:
Die Groen-Schwestern wachsen im Ost-Berlin der sechziger Jahre heran. Unterschiedlicher könnten die beiden Mädchen nicht sein: Charlotte, die ältere, brennt ebenso für den Sozialismus wie ihr Vater Johannes, der am Ministerium für Staatssicherheit Karriere macht. Die künstlerisch begabte Marlene hingegen eckt überall an und verliebt sich Hals über Kopf in Wieland, einen Pfarrerssohn, der die DDR kritisch hinterfragt. Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit. Als das junge Paar beschließt, in den Westen zu fliehen, trifft Marlenes Vater eine Entscheidung - mit fatalen Folgen, die noch Jahrzehnte später spürbar sind …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mit ihrem Debütroman ist Anja Baumheier ein Volltreffer gelungen. Die Familiengeschichte der Groens, die sich über fast 80 Jahre erstreckt, beginnt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Der erst 16-jährige Johannes Groen hat seine gesamte Familie verloren und landet nach seiner Flucht aus Schlesien in Rostock. In einem Flüchtlingslager trifft er auf den Russen Kolja, der der FDJ (Freie deutsche Jugend) angehört und ihm einen Arbeitsplatz verschafft. Obwohl Kolja nicht viel älter als Johannes ist, wird er zu Johannes "Vaterersatz" und sein bester Freund. Die beiden jungen Männer sind beim Aufbau der neuen deutschen demokratischen Republik von Anfang an dabei. Johannes glaubt an das System, das alle Menschen gleichstellen soll. Als er Elisabeth kennenlernt, heiraten die Beiden und leben im Haus von Elisabeths Mutter in Rostock, wo auch Töchterchen Charlotte geboren wird. Doch Kolja verhilft Johannes zu einer höheren Stelle in Berlin und die Familie muss umziehen. Elisabeth bekommt als Krankenschwester einen Platz in der Charité. Sie ist alles andere als glücklich, da Johannes in Berlin noch weniger Zeit für sie hat und eine tolle Karriere beim Ministerium für Staatssicherheit hinlegt. Nach Charlotte kommt Marlene zur Welt, doch während Charlotte der Augenstern ihres Vaters ist und im Sozialismus aufgeht, ist Marlene aufrührerisch und bezweifelt immer stärker die Politik des Landes....

Gegenwart. Theresa erhält von einer Anwaltskanzlei die Benachrichtigung, dass sie in Rostock gemeinsam mit einem gewissen Tom Halász ein Haus geerbt hat. Das Mysterische daran ist, dass sie es von ihrer Schwester Marlene vererbt bekommt, die vor ihrer Geburt mit 17 Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen ist. Wie kann das möglich sein ? Die Nachfrage bei ihrer Mutter bringt Theresa nicht wirklich weiter, denn Elisabeth leidet an Demenz. Auch ihre Schwester Charlotte kann sich nicht erklären, was hinter diesem Testament stecken könnte. Theresa und ihre Tochter Anna machen sich auf die Suche nach dem ominösen zweiten Begünstigten, Tom Halász....

Die beiden Erzählstränge wechseln sich ab und das Familiengeheimnis der Groens wird nach und nach aufgedeckt. Die Atmosphäre hat die Autorin dabei großartig eingefangen. Einige Dinge waren dabei ein bisschen vorhersehbar, was jedoch nicht weiter schlimm war. Einen Roman, der sich über fast 80 Jahre deutscher Zeitgeschichte spannt, ist dies "verziehen", denn hier war auch sehr viele Recherchearbeit der Autorin nötig. Zwar selbst in der DDR aufgewachsen, war sie Teil dieses Regimes, jedoch noch ein Kind. In diesem Alter nimmt man Dinge noch ganz anders wahr...

Als Österreicherin war ich zwar von kommunistischen Nachbarländern umgeben, aber sehr viel wusste ich damals als Kind und Jugendliche auch nicht darüber. In diesem Alter hat man auch meistens andere Dinge im Kopf, um sich mehr mit diesem Thema auseinderzusetzen. Ich hatte damals eine sehr nette Brieffreundin aus der DDR, Sylka, die sich aber kurz vor dem Mauerfall nicht mehr bei mir gemeldet hat. Gerne würde ich erfahren, was aus ihr geworden ist....
Dieses wichtige und sehr emotionale Ereignis habe ich damals im TV gesehen und freute mich über die Wiedervereinigung. In diesem Roman von Anja Baumheier habe ich nun hinter die Fassade der damaligen DDR geblickt und so einiges mehr erfahren. Die Bespitzelungen, die mit der Zeit immer schlimmer wurden und den Menschen kaum mehr ein "normales" Leben ermöglichte, lassen jeden, der es nicht selbst miterlebt hat, ungläubig den Kopf schütteln. Besonders grausam fand ich den Abschnitt über einen Gefängnisaufenthalt. Isolation, Schlafentzug und psychische Spielchen waren dort Alltag. Der Freikauf von Häflingen durch die BRD zeigt auch ein unseriöses Bild des Westens.
Auf den über 400 Seiten erlebt man nicht nur den Zerfall des ehemaligen Ostdeutschland, sondern auch den einer ganzen Familie...

Schreibstil:
Anja Baumheier erzählt in einem berührenden und flüssigen Schreibstil. Man kann sich schwer ihrer Erzählweise entziehen. Die Charaktere sind detailliert gezeichnet und im Kopf entstehen Bilder der einzelnen Figuren. Sie haben alle Ecken und Kanten und entwickeln sich weiter.
Die politischen Zusammenhänge wurden sehr gut erklärt. Die einzelnen Kapitel werden mit einer Ortsangabe und der Jahreszahl gekenntzeichnet. Toll fand ich den Zusatz bei den Seitenzahlen unten von "Damals" und "Heute".

Fazit:
Ein wirklich starkes Debüt! Ein Roman, der deutsche Zeitgeschichte über fast achzig Jahre lebendig macht und aufzeigt, wie eine Familie daran zerbrechen kann...und wieder aufstehen. Eine spannende Zeitreise, toll recherchiert und absolut lesenswert!
Vielen Dank an den Wunderlich Verlag für das Rezensionsexemplar und an die Begleitung durch die Autorin bei der Lovelybooks Leserunde

Ein Held dunkler Zeit - Christian Hardinghaus



    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: Europa Verlag; Auflage: 1 (2. März 2018)
    • ISBN-10: 3958901190
    • ISBN-13: 978-3958901193
    • Genre: Historischer Roman, Biografischer Roman


Europa Verlag Kurzbeschreibung:
Winter 1941/42, deutsche Stellungen in der Südukraine. Wilhelm Möckel, Unterarzt in der Panzer-Aufklärungs-Abteilung 16, kämpft einen verzweifelten Kampf – er benötigt das Eiserne Kreuz I. Klasse. Es ist die einzige Chance, in den Offiziersrang aufzusteigen und beim Führer ein Gnadengesuch einzureichen, um seine halbjüdische Frau »arisieren« zu lassen. Eine Ausnahmeregelung der Nazis verspricht ihr »deutsches Blut«, wenn er zum Helden wird …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Roman von Christian Hardinghaus basiert auf der wahren Geschichte des Arztes Helmut Machemer. In seinen Briefen von der Front hat er seine Eindrücke seiner Familie hinterlassen. Gemeinsam mit Christian Hardinghaus hat sein Sohn Hans Machemer diese Dokumente ausgewertet und in einem Bildband/Sachbuch niedergeschrieben. Die Geschichte hat den Autor so nachhaltig beeindruckt, dass er einen Roman geschrieben hat, der auf Macheners Lebensgeschichte basiert.

Aus der Erzählperspektive des 95-jährigen ehemaligen Sanitätsgehilfen Friedrich Tönnies erfährt der Leser die Lebensgeschichte von Doktor Wilhelm Möckel. Dieser war sein Freund und Wegbegleiter in den ersten Kriegsjahren. Ein kleiner Vorfall ist der Auslöser, dass Friedrich den Entschluss fasst, die Geschichte von Wilhelm zu Papier zu bringen. Als der junge Augenarzt die kesse Medizinstudentin Annemarie im Sommer 1932 kennenlernt, ahnen sie nicht, welches Schicksal sie erwarten wird. Als Annemarie und Wilhelm heiraten wollen, erfährt die junge Frau, dass ihre Mutter Jüdin ist. Diese hat zwar nie den jüdischen Glauben praktiziert, doch nach dem Inkrafttreten des Nürnberger Rassegesetzes 1933 ist Annemarie ein "Mischling erstes Grades". Sie darf ihr Medizinstudium nicht mehr weiterführen und Wilhelm wird nach der Heirat die Kassenzulassung entzogen. Freunde wenden sich ab. Als Wilhelm hört, dass er die Möglichkeit hat durch eine besondere Tapferkeitsauzeichnung, das Eiserne Kreuz I. Klasse,  ein Gnadengesuch beim Führer einzureichen, meldet er sich freiwillig zum Kriegseinsatz. Dies ist die einzige Chance einer "Arisierung" für seine Frau und die Zwillingssöhne Max und Martin zu bekommen...

Zu Beginn erfahren wir mehr über Wilhelm und Annemarie, ihre beginnende Liebe und die anfänglichen Schwierigkeiten durch das Nürnberger Rassegesetz. Man erlebt hautnah mit, wie die beiden ausgegrenzt werden und wie radikal selbst ehemalige Freunde sich verhalten.
Doch den Großteil begleiten wir Friedrich und Wilhelm an die Ostfront, liegen mit ihnen in den Schützengräben, laufen unter Kugelhagel zu den Verwundeten und verbinden sogar den Feind. Äußerst authentisch und wahnsinnig gut recherchiert hat Christian Hardinghaus für seinen Roman und legt einen ungeschönten Bericht vor. Der entscheidende Hungerwinter steht der 16. Panzerdivision bevor, doch zuvor geht es noch in die Südukraine, deren Bewohner der Besatzungsmacht gar nicht so feindlich gegenübersteht, weil viele von ihnen deutsche Wurzeln haben. Kriegstechnische Details langweilen hier nicht, sondern lenken ab und zu vom Kampfgeschehen, Amputationen und schweren Verlusten ab, die Wilhelm und Friedrich miterleben müssen. Dabei bleibt Wilhelm immer menschlich und seinem Hypokrates-Eid treu.

In einem zweiten Strang bleiben wir bei Annemarie und ihrer Familie, die mehr und mehr unter Druck geraten und den Schikanen der NS ausgeliefert sind. So erfährt der Leser wie es den Daheimgebliebenen ergeht, während Wilhelm und sein treuer Sanitätsgehilfe Friedrich an der Ostfront kämpfen.

Zum Roman gibt es auch das Sachbuch "Wofür es lohnte, das Leben zu wagen: Briefe, Fotos und Dokumente eines Truppenarztes von der Ostfront 1941/42" mit über 160 Briefen, über 2000 Fotos und mehreren Stunden Filmmaterial.

Schreibstil:
Christain Hardinghaus hat einen eher nüchternen, aber sehr flüssigen Schreibstil, der bei diesem Roman, der den Schrecken des Krieges sehr detailliert wiedergibt, perfekt passt. Trotzdem kommt das Emotionale genaus durch und berührt sehr. Als Historiker und mit den persönlichen Unterlagen des Vorbildes für seinen Roman, entführt er den Leser zurück in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Stimmung ist dem Thema entsprechend eher düster gehalten.
Die Charaktere sind sehr lebendig und gut gezeichnet. Ich fühlte ihre Emotionen, sei es Angst, Unglauben, Freude oder Verlust durch jede Zeile.

Fazit:
Ein bewegender Roman mit biografischen Zügen, der ein weiterer großartiger Beitrag gegen das Vergessen ist. Ein wichtiges Zeitdokument, das ich gerne weiterempfehle! Literatur zu diesem Thema kann es nie genug geben!

Vielen Dank an den Europa Verlag für das Rezensionsexamplar und an Christian Hardinghaus für die tolle Begleitung bei der Lovelybooks Leserunde!

Drei Schwestern am Meer - Anne Barns



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (5. März 2018)
    • ISBN-10: 3956497929
    • ISBN-13: 978-3956497926
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Das Weiß der Kreidefelsen und das Grün der Bäume spiegeln sich türkis im Meer – Rügen! Viel zu selten fährt Rina ihre Oma auf der Insel besuchen. Jetzt endlich liegen wieder einmal zwei ruhige Wochen voller Sonne, Strand und Karamellbonbons vor ihr. Doch dann bricht Oma bewusstlos zusammen, und Rina muss sie ins Krankenhaus begleiten. Plötzlich scheint nichts mehr, wie es war, und Rinas ganzes Leben steht auf dem Kopf.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Drei Schwestern am Meer" ist mein zweiter Roman, den die Autorin unter dem Pseudonym Anne Barns geschrieben hat, aber insgesamt mein drittes Buch von ihr. Bei ihren kulinarischen Geschichten träumt man nicht nur von leckeren Karamellbonbons oder saftigen Ofenfleisch, sondern verliebt sich ebenso in ihre wundervollen Landschaftsbeschreibungen. Dieses Mal sind wir mit Katharina, Pia und Jana auf der Insel Rügen gelandet.

Katharina hat sich endlich wieder ein Wochenende freigeschauftelt um ihre Oma Annie zu besuchen und mit Freund Daniel auszuspannen. Doch der Urlaubstart beginnt mit der Trennung von Daniel und dem Herzinfarkt ihrer Oma. Kurz darauf treffen Katharinas Schwestern Pia und Jana ein. Alle drei Mädchen wurden nach dem Unfalltod ihrer Eltern von Oma Annie aufgezogen. Umso größer ist der Schock als Annie vorerst ins künstliche Koma versetzt wird. Währenddessen versuchen die drei Schwestern im Haus der Oma Klarschiff zu machen und den Urlaubern, die Annie über dem Sommer immer aufnimmt, abzusagen. Doch Rina entdeckt eine Aufforderung der Bank und hört von Annies Freundin Thea, dass ihre Schwester Erika vor kurzem für Unruhe gesorgt hat und die Beiden nicht mehr miteinander sprechen. Warum hat Oma Annie ihr nie davon erzählt?

Die Charaktere sind wieder toll gezeichnet und sehr lebendig. Der Zusammenhalt der Schwestern wird sehr deutlich, auch wenn sie total unterschiedlich sind. Jede für sich ist sympathisch und hat ihre Ecken und Kanten. Während Rina ihr Arztstudium abgeschlossen hat und wegen Daniel nach Berlin gezogen ist, ist sie sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie die richtige berufliche Richtung eingeschlagen hat. Auch Pia und Jana kämpfen mit privaten Problemen und wissen nicht so recht weiter. Da kommt ihnen der gemeinsame Aufenthalt gar nicht ungelegen. Nicht nur Omas Familiengeheimnis wird entdeckt, sondern gemeinsam versuchen sie sich den Problemen zu stellen und sich gegenseitig zu unterstützen....

Die Dialoge zwischen den Schwestern sind spritzig und humorvoll. Die Handlung ist aber nicht nur unterhaltsam, sondern es gibt jede Menge Schicksalsschläge zu bewältigen. Auch ein Familiengeheimnis gibt es zu lüften. In erster Linie geht es jedoch um den Zusammenhalt der Schwestern, um Liebe, Freundschaft und Versöhnung.

Die wunderbare Inselatmosphäre löste bei mir Fernweh aus. Am liebsten würde man sofort seinen Koffer packen und sich mit Rina, Pia und Jana an den Strand setzen. Anne Barns versteht es immer wieder einen richtigen Wohlfühlroman zu schreiben, mit dem man sich auf die Couch kuscheln und sich wegträumen kann.

Erst am Ende komme ich wieder zum einzigen Kritikpunkt. Wie schon bei "Apfelkuchen am Meer" kam das Ende zu übereilt und die Probleme lösten sich innerhalb von kurzer Zeit viel zu schnell auf. Auch hat die Autorin in meinen Augen etwas zu viele Happy Ends eingebracht. Eines hätte für die Glaubwürdigkeit des Romans perfekt gepasst. Mir war es zum Ende hin dann leider zu konstruiert, zu viel Klischee und zwei Happy Ends zu viel. Das ist schade, denn bis dahin hätte ich den Roman ohne zu zögern 5 Sterne gegeben. So sind es schlussendlich 4 Sterne geworden.

Schreibstil:
Die Autorin hat einen wunderbaren flüssigen Schreibstil, der mich an das Buch fesseln konnte. Protagonistin Katharina erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Die sehr atmosphärische Landschaftsbeschreibung sorgt für das nötige Lokalkolorit und die Charaktere sind allesamt sehr lebendig dargestellt.

Wie bei "Apfelkuchen am Meer"gibt es auch hier am Ende des Buches viele leckere Rezepte, die auch im Roman immer wieder erwähnt werden.

Fazit :
Ein wundervoller Roman über Freundschaft und Familienbande, gewürzt mit einem kleinen Familiengeheimnis und einem (zu großen) Schuss Romantik am Ende. Eine bezaubernde Geschichte, die Fernweh bei mir auslöste, die mir aber am Ende etwas zu konstruiert war. Ein Wohlfühlroman zum Träumen.
 

Ich danke der Autorin ganz herzlich für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares und die süße Beigabe

Frisch eingezogen im März #2

Hallo meine Bücherwürmer!

Bevor der Monat sich dem Ende neigt, sind noch ein paar Bücher bei mir eingezogen.
Die Neuzugänge sind diesmal in der Farbe sehr einheitlich....fast alle sind weiß.
Sie scheinen sich am Wetter zu orientieren...Schneefall statt viele bunte Ostereier ;) 

Wer beim gemütlichen Lesemiteinander reingeschaut hat, hat wahrscheinlich schon das Buch ganz links mit dem traumhaften Cover entdeckt!
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Elisabeth Büchle
Mehr als nur ein Traum
Historischer Roman

Felicitas hat trotz ihrer jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt die junge Frau Anfang der 1960er-Jahre in den Süden der Vereinigten Staaten, mitten hinein in die brodelnden Rassenunruhen. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an - und macht sich damit rasch Feinde, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen. Welchem ihrer neuen Nachbarn kann sie trauen? Ein riskantes Verwirrspiel inmitten der aufgeheizten Stimmung am Mississippi nimmt seinen Lauf ... 

Dieses Buch habe ich von der lieben Lexi, die ich über Lovelybooks kennengelernt habe, geschenkt bekommen, da sie es doppelt erhalten hat! Ich bin noch immer ganz  hin und weg! Nochmals herzlichen Dank, falls du dies hier lesen solltest, liebe Lexi!

Aber nicht genug....sie hat mir noch ein zweites Buch beigelegt und zwar dieses hier:

Monika Dockter
Die Seiten des Lebens
Roman

Die 27-jährige Lizzy ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Sie liebt es, ihre Kunden mit den "richtigen" Büchern zusammen zu bringen, und es ist ihr unbegreiflich, wie gleichgültig ihre Kollegen eben dieser Arbeit nachgehen. Aus diesem Grund sucht und findet Lizzy eine Buchhandlung, in welcher dem geschriebenen Wort noch die Hingabe entgegengebracht wird, die es verdient: The Written Word in den schottischen Highlands. In dem sogenannten Leih-Antiquariat begegnet sie dem Schüler Ben, dessen Freunde allesamt zwischen zwei Buchdeckeln zu finden sind, und Theodore, einem verbitterten jungen Witwer. Die Lösung des Rätsels, das Theodore einst in einem mysteriösen alten Buch fand, macht die drei zu Gefährten auf einer riskanten Mission. Denn sie sind nicht die einzigen Pilger auf dem Weg durch jene Welt des geschriebenen Wortes - die Spur eines bücherbesessenen Sammlers vor ihren Augen beweist es nur allzu deutlich...
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Edith Kneifl
Der Tod ist ein Wiener
Krimi

Die Detektivin Magdalena und ihre Freundinnen Elvira und Sofia sind drei selbstbewusste Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch bringt das wienerische Team mit Stützpunkt am Naschmarkt nichts so schnell aus der Ruhe. Schon gar keine Morde oder andere Katastrophen! Mit Köpfchen, Charme und einer guten Portion schwarzem Humor geht das Trio infernale auf Verbrecherjagd in Wien. Ein neuer Fall führt die Drei vom Naschmarkt in eine Jugendstilvilla am Rande des Wienerwalds. Im Auftrag der ehemaligen Kunsthändlerin Adele sollen sie die zur Adoption freigegebene Tochter ihrer bester Freundin Larissa ausfindig machen. Der möchte Adele ihre Kunstsammlung vermachen. Klingt nach Routinearbeit für erprobte Detektivinnen, garniert mit dem Flair des Fin de Siècle. Aber weit gefehlt!

Bei Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen und ich bin schon sehr auf diesen Wien-Krimi gespannt!
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Ulrike Sosnitza
Hortensiensommer
Roman

Ob Schneerosen, Taglilien oder Anemonen – im malerischen Sommerhausen verzaubert Johanna kahle Gärten in duftende Paradiese. Seit einem tragischen Ereignis lebt sie alleine in einem viel zu großen Haus und vermietet die Einliegerwohnung an Philipp mit dem Panamahut. Nur zögernd freunden sie sich an. Als Philipp beginnt, ihr vorzulesen, schleicht sich langsam die Liebe in ihr einsames Herz. Im Mai dann erklingt Kinderlachen im Garten und Philipp stellt Johanna seine kleine Tochter vor, woraufhin sie entsetzt flüchtet. Als Philipp den Grund für Johannas Verhalten erfährt, setzt er alles daran, sie wieder zum Strahlen zu bringen ...
 Vom Heyne Verlag  als Rezensionsexemplar erhalten.
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Anja Baumheier
Kranichland
Roman

Die Groen-Schwestern wachsen im Ost-Berlin der sechziger Jahre heran. Unterschiedlicher könnten die beiden Mädchen nicht sein: Charlotte, die ältere, brennt ebenso für den Sozialismus wie ihr Vater Johannes, der am Ministerium für Staatssicherheit Karriere macht. Die künstlerisch begabte Marlene hingegen eckt überall an und verliebt sich Hals über Kopf in Wieland, einen Pfarrerssohn, der die DDR kritisch hinterfragt. Mit jedem Tag wächst die Sehnsucht nach einem Leben in Freiheit. Als das junge Paar beschließt, in den Westen zu fliehen, trifft Marlenes Vater eine Entscheidung - mit fatalen Folgen, die noch Jahrzehnte später spürbar sind …

Dieser Roman stand schon auf meiner Wunschliste und ich freue mich ganz besonders, dass ich ihn im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde lesen darf. Ich bin gerade mitten drin und kann euch schon verraten, dass der Roman wirklich gut ist!
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Tim Pieper
Tiefe Havel
Krimi
Band 3 um Hauptkommissar Toni Sanftleben

Ein Binnenfrachtschiff treibt im Havelkanal. An Bord liegt der Kapitän, hingerichtet in Profimanier. Erste Hinweise führen den Potsdamer Hauptkommissar Toni Sanftleben ins Berufsschiffermilieu. Doch der Täter hat bereits weiteres Blut an den Händen. Zu spät begreift Toni, dass es um alles geht, auch um seine eigene Zukunft.

Band 3 der Havelkrimis von Tim Pieper. Ich habe das Buch als Rezensiosnexampler direkt vom Autor erhalten. Herzlichen Dank!
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Lisa Wingate
Libellenschwestern
Roman

Ihre Geschichte beginnt an einem schwül-heißen Sommerabend im Jahr 1939, doch erst über 70 Jahre später wird sie erzählt werden können — aber davon weiß Avery Stafford noch nichts. Für sie hat das Leben keine Geheimnisse. Bis sie eines Tages auf die 90-jährige May Crandall trifft. Die Fremde erkennt ihr Libellenarmband, ein Familienerbstück, und sie besitzt ein Foto von ihrer Großmutter. Was hat May mit ihrer Familie zu tun? Avery stößt schon bald auf ein unglaubliches Geheimnis, das sie zurück in ein dunkles Kapitel ihrer Familiengeschichte führt …
Memphis, Tennessee, 1939: Die zwölfjährige Rill Foss und ihre vier Geschwister leben mit ihren Eltern in einem Hausboot auf dem Mississippi. Als die Kinder eines Tages allein sind, werden sie von angeblichen Beamten in ein Waisenaus gebracht. Rill hat ihren Eltern versprochen, auf ihre Geschwister aufzupassen. Ein Versprechen, das sie auf keinen Fall brechen will, aber es wird ihr alles abverlangen, vielleicht mehr als sie geben kann …

Mein Must Have Wunschbuch vom März habe ich über das Bloggerportal bekommen und ich freue mich ganz besonders darüber.
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Ich freue mich diesmal ganz besonders über meine Neuzugänge und lasse euch so schnell wie möglich wissen, wie mir die Bücher gefallen haben.
Kennt jemand vielleicht schon das eine oder andere Buch?

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie - Rachel Joyce



    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 2 (29. Dezember 2017)
    • Übersetzer: Maria Andreas
    • ISBN-10: 3810510823
    • ISBN-13: 978-3810510822
    • Originaltitel: The Music Shop
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Fischer Kurzbeschreibung:
Mister Frank hat eine besondere Gabe: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen, um glücklich zu werden. In Franks Plattenladen in einer vergessenen Ecke der Stadt treffen sich Nachbarn, Kunden und die anderen Ladenbesitzer der Straße und hören Klassik und Jazz, Pop und Punk. Keiner weiß, wie lange sie hier noch überleben können. Da taucht eines Tages die Frau in Grün vor Franks Schaufenster auf. Sosehr er sich auch bemüht, Frank kann einfach nicht hören, welche Musik in ihr klingt ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufis großen Stall Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman  von Rachel Joyce spielt Ende der Achziger Jahre als Vinylplatten noch das Um und Auf waren um Musik außerhalb des Radios hören zu können. Ich kann mich noch gut erinnern und habe mir damals mit meinem ersten selbst verdienten Geld einen großen Wunsch erfüllt: eine Stereoanlage. Diese besitze ich noch heute - selbstverständlich mit jeder Menge Schallplatten dazu. Außer dem Kassettendeck funktioniert noch alles 😊

Die Liebe zu den schwarzen Platten sind der rote Faden in diesem Roman und Franks große Leidenschaft. In seinem Schallplattenladen, in dem es keine CDs gibt, die gerade dabei sind den Markt zu erobern, findet er für jeden Kunden die richtige Schallplatte. Er entdeckt tief in den Menschen die Töne und Melodien, die dieser gerade braucht, um glücklich zu sein. Doch eines Tages steht eine junge Frau in einem grünen Mantel vor seiner Auslage und fällt in Ohnmacht. Als er einen Blick in ihr Gesicht wirft, hört er weder Töne noch Melodien, sondern nur Stille....

"Die Musik spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance"🎵 🎵 - Yehudi Menuhin (Geiger, Bratschist und Dirigent)

Franks Plattenladen befindet sich in einer entlegenen Einbahnstraße. Durch den Bau von großen Einkaufszentren in der Umgebung und dem allmählichen Aufkommen der CD werden die Kunden immer weniger. Das spüren auch die anderen Geschäfte in der Unity Street. Außer Franks Plattenladen haben sich noch ein Tattoo Studio, ein Beerdigungsinstitu, eine Bäckerei und ein christlicher Ramschladen gehalten. Die Zeiten sind schlecht und fast jeder der Geschäftsinhaber hat bereits einen Brief von einer Wohnbaufirma erhalten, die ihnen im Gegenzug für ihre Geschäftsräume neue Wohnräume anbieten. Doch Frank ist ein Idealist und er denkt gar nicht daran sein Leben in der Unity Street zu verändern. Er weigert sich auch hartnäckig CDs in seinen Laden aufzunehmen, selbst als ihm seine Händler mit Konsequenzen drohen.

Frank ist nicht nur ein fabelhafter Musikkenner. Er hört seinen Mitmenschen zu und versucht mit seinem besonderen Talent anderen zu helfen. Hat jemand Probleme kommt er zu Frank in den Schallplattenladen und verlässt diesen mit frohem Herzen wieder. Nur wenn es um Frank selbst geht, dann ist er völlig unbeholfen. Als er sich in die Fremde mit dem grünen Mantel verliebt, ist er vollkommen hilflos. Hat ihn doch schon seine Mutter eingetrichtert, dass die Liebe nur Schmerz bringt. So schlittert er von einem Missverständnis zum nächsten. Als das Geheimnis der Frau im grünen Mantel enthüllt wird, es ist für Frank und sie fast zu spät....

In einem weiteren Erzählstrang wird in die Vergangenheit von Frank zurückgeblendet. Man erfährt, wie unkoventionell er erzogen wurde. Seine Mutter brachte ihm die Musik näher, wie es sonst kaum jemand vermag. Auch wenn sie in der weiteren Erziehung versagte, war dies für Frank der Grundstein für seine Leidenschaft zur Musik und zu seinem ganz speziellen Einfühlungsvermögen.

Die Figuren in diesem Roman sind alle skurril und Außenseiter. Doch die Gemeinschaft in ihrer Straße wird groß geschrieben und gemeinsam stellen sie sich gegen den Verkauf ihrer Lebensexistenzen. Auch wenn Maud, Kit, Pater Anthony oder die Williams Brüder auf wenige Charakterzüge reduziert sind, sind sie liebevoll gezeichnet und man schließt sie im Laufe der Geschichte immer mehr ins Herz.

Der letzte Erzählstrang ist im Jahre 2009 angesiedelt. 21 Jahre später treffen wir wieder auf unsere Charaktere und die Geschichte findet ein etwas zu schnelles Ende....als ob man auf eine Taste drückt, die die Handlung schneller laufen lässt...

Der Roman ist sehr ruhig und hat in der Mitte ein paar kleine Längen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Trotzdem besitzt der Roman einen gewissen Charme und man beginnt beim Lesen selbst über einige Dinge nachzudenken und sein Leben zu reflektieren. Außerdem hat man immer wieder den einen oder anderen Song im Ohr.
Am Ende sind alle erwähnten Lieder in einer Playlist zusammengefasst.

Schreibstil:
Rachel Joyce schreibt sehr gefühlvoll, poetisch, aber auch mit Humor. Die Geschichte liest sich flüssig und die Autorin versteht es perfekt Franks Talent zu beschreiben und selbst die Musik darzustellen. Das ist alles andere als einfach und wurde von Rachel Joye wirklich gekonnt veranschaulicht.Viele der Kapitel sind mit Songtitel beschrieben.

Cover:

Die ersten drei Cover sind alle englischsprachig. Das auffällige rote Cover habe ich auch mit englischem Titel entdeckt. Hier ist es jedoch das niederländische, das sofort ins Auge sticht. Das deutsche Cover hat sich an die Vorgaben des zweiten Covers von links orientiert, was Farbe und Schattenfiguren betrifft.

Fazit :
Eine märchenhafte Geschichte mit skurillen Charakteren rund um den Zauber der Musik. In der Mitte tritt die Handlung leider in bisschen auf der Stelle. Wer ruhige Geschichten mit kauzigen Figuren rund um das Thema Musik mag, dem kann ich das Buch ans Herz legen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und mich wieder in alten Schallplatten kramen lässt.


IDAHO - Emily Ruskovich



    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: Hanser Berlin (19. Februar 2018)
    • Übersetzer: Stefanie Jacobs
    • ISBN-10: 3446258531
    • ISBN-13: 978-3446258532
    • Originaltitel: Idaho
    • Genre:  Gegenwartsliteratur


Hanser Kurzbeschreibung:
Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Ich war noch niemals in New York" Challenge

Meine Meinung:
Der Debütroman von Emily Ruskovich ist mir bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen. Auch die Leseprobe, in die ich hineinlesen durfte, überzeugte mich "Idaho" auf meine Wunschliste zu setzen. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich im Rahmen des Literatursalons bei Lovelybooks in der Leserunde mitlesen durfte.

Der Klappentext erzählt bereits den Teil, den ich in der Leseprobe gelesen habe. Vater, Mutter und zwei Töchter sind im Wald und sammeln Brennholz für den Winter. Die beiden Mädchen spielen und die Atmosphäre ist ruhig und gelassen. Doch dann ist die kleine May tot - mit dem Beil erschlagen. Die Mutter wird angeklagt und lebenslang eingesperrt. Der Vater, Wade, leidet an Demenz. Das ist kein Spoiler, denn diese Fakten werden bereits auf den ersten Seiten erzählt. Nur wie es eigentlich dazu gekommen ist, bleibt offen...

Ich bin sehr gut in die Geschichte gestartet, allerdings begannen ungefähr ab der Mitte die Schwierigkeiten. Die Autorin benutzte sehr viele Zeitsprünge. Normaler Weise habe ich damit keine Probleme, da ich sehr oft Romane auf zwei oder mehreren Zeitebenen lese. Ebenso blieb die Handlung übere weitere Abschnitte ohne Höhen und Tiefen.Außerdem hatte ich immer mehr das Gefühl, dass Geschichten und Personen eingeflochten wurden, die überhaupt nichts mit dem weiteren Verlauf der Handlung zu tun haben. Einige Handlungsstränge verliefen komplett ins Leere. Dies erleichtere das Lesen nicht unbedingt. Dabei begann der Roman wirklich sehr spannend und voller Emotionen.

Die Tragödie rund um den Tod der kleinen May war mysteriös und man rätselte bis zum Ende, ob Jenny wirklich ihre kleine Tochter getötet hat. Doch mit dem Voranschreiten des Romans wurde die Handlung immer diffuser. Die Figuren waren großteils unsymapthisch und ich empfand keinerlei Empathie für sie. Einzig Jenny, die sich für schuldig bekannt hatte, empfand ich als gefühlvoll. Ich traute ihr diese schlimme Tat eigentlich nicht zu. Vorallem Ann, Wades zweite Ehefrau und eigentlich Hauptprotaginistin des Romans, blieb mir bis zum Ende einfach nur fremd und rätselhaft. Sie ist Musiklehrerin und heiratet Wade nach nur neun Monaten nach der Tragödie. Ihre Ambitionen für diese Heirat erschlossen sich mir nicht, denn es war weder von einer großen Liebe die Rede, noch lief Ann unwissend "ins Unglück", denn sie wusste von Wades Demenz. Ann begibt sich auf die Spurensuche in die Vergangenheit. Sie versucht sich statt Wade an die Zeit damals zu erinnern. Ihre wirren Gedanken, an denen uns die Autorin teilhaben lässt, sind eine Mischung aus Wahrheit und Fantastereien, die sich Ann selbst zusammenspinnt. Als Leser weiß man bis zum Ende nicht, was Wahrheit ist und welche Rückschlüsse ihrer Fantasie entspringen.
Die planlosen Zeitsprünge zwischen 1970 und 2025  verunsicherten mich sehr und erschienen nicht wirklich logisch.

Im Rahmen der Leserunde haben wir viel diskutiert und die Meinungen waren sehr gespalten. Die zentrale Frage, die die Autorin mit diesem Roman stellen wollte scheint folgende zu sein: "Können wir unserem Gedächtnis jederzeit vertrauen? Sind unsere Erinnerungen Wahrheit oder nur Täuschung?"
Dies versucht sie dem Leser in diesem Roman zu vermitteln. Das ist ihr nur teilweise gelungen, denn sie lässt mich nach dem Beenden des Romans wirklich ratlos zurück. Meine Fragen wurden nicht beantwortet, das Ende bleibt offen. Die Geschichte dreht sich im Kreis und ich blieb ziemlich gefrustet zurück. Ich kann diesen Roman leider nicht wirklich weiterempfehlen.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr detailreich und ausschweifend. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven.  Die Sprache ist poetisch und die Stimmung wird sehr authentisch eingefangen. Die flirrende Hitze im Sommer, sowie das Haus auf dem Berg, das im Winter durch den vielen Schnee unpassierbar wird, wird von der Autorin sehr lebendig beschrieben. Ich hatte diese Situationen direkt vor meinen Augen. Die Atmosphäre ist teilweise beklemmend und intensiv. Jedoch hatte ich das Gefühl, als hätte die Autorin ab der Mitte den Faden verloren.

Cover:

Zum Buch habe ich diesmal wieder nur zwei englischsprachige Cover gefunden. Das Linke zeigt einen Wald. Das rechte Cover ist fast ident mit dem deutschen Titelbild.

Fazit :
Ein interessanter Start, doch im Laufe der Geschichte wird dieser Roman immer verwirrender. Man fühlt sich, als ob man am Ende des Buches wieder am Anfang angelangt wäre und eigentlich keine der Fragen beantwortet wurde, die man sich beim Lesen gestellt hat. Wer gerne über die Aussage der Autorin rätseln möchte, ist hier richtig. Wer offene Ende genauso wenig mag wie ich, sollte die Finger von IDAHO lassen.

Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde und den Gewinn.

Wer sein Herz riskiert - Tamara Alexander



    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Januar 2018)
    • Übersetzer: Silvia Lutz
    • ISBN-10: 3868277072
    • ISBN-13: 978-3868277074
    • Originaltitel: To wager her heart 
    • Genre: historischer Roman, christlicher Roman, Liebesroman
    • Reihe: ja - Belle Meade Plantation 3


Francke Kurzbeschreibung:
Nashville, Tennessee, 1871: Alexandra Jamison ist eine junge Südstaatlerin aus gutem Hause. Seit ihr Verlobter David bei einem tragischen Eisenbahnunglück ums Leben kam, ist sie fest entschlossen, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Gegen den Willen ihrer Eltern, die sie mit einem betagten Gentleman verheiraten wollen, bewirbt sich Alexandra um eine Stelle als Lehrerin. An einer neugegründeten Schule will sie ehemalige Sklaven unterrichten. Doch ihrem Traum stellen sich unerwartete Hindernisse entgegen. Da begegnet sie Sylas Rutledge, einem attraktiven, aber ungehobelten Eisenbahnbesitzer aus Colorado. Er nimmt ihre Berufung ernst und unterstützt sie. Doch kann es sein, dass Sylas in den mysteriösen Unfall verwickelt war, der David das Leben kostete?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Ich war noch niemals in New York" Challenge

Meine Meinung:
Von der amerikanischen Autorin Tamara Alexander habe ich bereits den Roman "Rebekkas Melodie", der ebenfalls im Francke Verlag erschienen ist, gelesen. Dieses Buch war eines meiner Jahres-Highlights im letzten Jahr. Umso gespannter war ich auf den neuen Roman der Autorin.

In "Wer sein Herz riskiert" hat Tamara Alexander neben den gewohnten christlichen und musischen Themen, auch den Ausbau der Eisenbahn in den Süden der USA thematisiert.
Wir sind im Jahr 1871 und ein Jahr zuvor gab es in Nashville, Tennessee, ein furchtbares Zugunglück. Die 25-jährige Alexandra Jamison hat dabei ihren Verlobten David verloren. Nach dem Trauerjahr setzt Alexandras Vater seine Tochter unter Druck sich endlich zu verheiraten. Doch Alexandra möchte den gemeinsamen Traum von David und ihr erfüllen und unterrichten. Sie will Lehrerin werden und nicht heiraten. Deswegen bewirbt sie sich an der Fisk University, die freien Schwarzen die Möglichkeit bietet lesen und schreiben zu lernen oder sich weiter fortzubilden. Als sie ihrem Vater davon erzählt, stellt er ihr ein Ultimatum: Entweder die Heirat mit einem älteren Herrn, den ihr Vater bereits ausgesucht hat oder das Elternhaus ohne ihre Besitztümer zu verlassen. Alexandra weigert sich und geht. Doch wohin soll sie nun?
Da begegnet sie Sylas Rutledge, der vor ein paar Tagen bei ihrem Vater im Büro war. Dem Mann gehört die Northeast Line Railroad, eine Eisenbahnlinie, die er gerne erweitern möchte. Sie soll bis zur Belle Meade Plantage ausgebaut werden. Für seine Bewerbung hat er den weiten Weg von Colorado nach Nashville auf sich genommen. Doch Sylas hat nicht nur den Wunsch seine Eisenbahnlinie zu vergrößern, sondern er hat ein Geheimnis, das mit dem Unglück vor einem Jahr zusammenhängt....

Der Einstieg ist mir wunderbar gelungen und ich war sofort von der Geschichte gefesselt. Ich konnte Alexandras Trauer spüren und ihr Entsetzen, als ihr Vater von ihr verlangt das Haus zu verlassen und er jeden Kontakt zu ihr abbricht. Seine Abneigung gegen Schwarze und seine Stellung scheinen ihm wichtiger zu sein,  als die Zukunft seiner Tochter.
Mit dem geheimnisvollen und ungehobelten Sylas Ruthledge lernt Alexandra einen Mann kennen, der auf der einen Seite sehr hilfsbereit ist, aber auch ein größeres Geheimnis zu haben scheint.
Beide Figuren haben Ecken und Kanten, sind sympathisch und wurden sehr authentisch beschrieben. Ich konnte mir sowohl Alexandra, als auch Sylas wunderbar vorstellen. Aber auch alle Nebenfiguren wurden sehr lebendig beschrieben, besonders Mr. White, der Direktor der Fisk University, und Ella, Alexandras Zimmergenossin.

Es war sehr interessant zu erfahren, wie zu dieser Zeit das Land erkundet und wie die Eisenbahnlinien ausgebaut wurden. Diese wurden nicht, wie heute bei uns üblich vom Staat gebaut, sondern von Privatmenschen/Unternehmern. Um jeden Abschnitt wurde verhandelt und gefeilscht....nicht immer mit rechten Mitteln. Auch die Sicherheit steckt hier noch in den Kinderschuhen.
Aber auch der Rassismus wird hier sehr direkt angesprochen. Auch nach der Freilassung der Sklaven haben sie in vielen Regionen und Städten keinerlei Rechte. Besonders in den Südstaaten ist die Diskriminerung noch sehr groß.

Die perfekte historische Rechereche der Autorin von Geschichten und Personen, verbunden mit einer eigenen fiktiven Geschichte, machen die Romane von Tamara Alexander zu etwas ganz Besonderem. Von der Fisk-Universität und ihrem international bekannten Chor, den Jubilee Singers, über den Hymnenschreiber Philip Bliss bis zu den vorherrschenden Vorurteilen dieser Zeit, ist dieser Roman reich an historischen Details. Besonders gut gefällt mir die musische Komponente, die ich schon bei "Rebekkas Melodie" so grandios fand.

Ich fand es allerdings schade, dass die Liebesgeschichte so sehr im Vordergrund stand und interessante Themen, die die Autorin aufgegriffen hatte, mit wenigen Sätzen abgehandelt wurden. Hier hätte ich mir mehr Hintergrund und Spannung gewünscht. Besonders als es um die Vergabe des Auftrages betreffend der Eisenbahnlinie und um die Hintergründe des Unglücksfalles ging. Aber auch zu den Jubilee Singers hätte ich gerne noch mehr Einzelheiten erfahren.

Leider habe ich erst zu spät bemerkt, dass "Wer sein Herz riskiert" der dritte Band der Belle Meade Plantagen Reihe ist. Ich hatte allerdings keine Probleme, da jedes Buch der Reihe vollkommen eigenständig ist.

Schreibstil:
Tamara Alexander hat einen wunderbaren einfühlsamen und warmherzigen Schreibstil. Sie schreibt sehr lebendig, recherchiert ganz hervorragend zu ihren Themen und bringt diese dem Leser sehr authentisch näher. Die Dialoge zwischen Alexandra und Sylas sind mit viel Humor gespickt. Die Autorin hat ihre Botschaften und christlichen Werte in die Geschichte miteingebracht.

Cover:
Der Francke Verlag hat das originalcover komplett übernommen, was ich toll finde. Man stellt sich Alexandra vor, wie sie in der Eisenbahn sitzt und aus dem Fenster schaut.

Anderssprachige Cover habe ich diesmal leider nicht gefunden.

Fazit :
Auch dieser Roman der Autorin hat mir wieder sehr gut gefallen, auch wenn mir die Liebesgeschichte zu viel Platz eingenommen hat. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Hintergründe zum Eisenbahnunglück oder den Jubilee Singers gelesen. Deshalb diesmal "nur" 4 Sterne.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Neuheiten im April

Liebe Bücherwürmer!

Ja, auch nach der Buchmesse gibt es Neuerscheinugen ;) Auch wenn im April - Gott sei Dank! -  nicht so viele Bücher auf meine Wunschliste hüpfen.
Obwohl draußen gerade wieder der Winter mit Eis und Schnee eingetroffen ist, erscheinen demnächst die ersten Sommerbücher. Haben sie nicht wieder alle wunderschöne sommerliche Cover?

Hier habe ich wieder einen kleinen Überblick für euch:


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Meine MUST HAVES für den April sind:


Von Katharina Herzog alias Katrin Koppold habe ich schon einige Bücher gelesen und so wird auch ihr neuester Roman "Zwischen dir und mir das Meer" bei mir einziehen

Daniela Ohms hat mich 2016 mit ihrem ersten historischen Roman begeistert. Ihr Roman "Winterhonig" war ein Jahres Highlight! Nun möchte ich natürlich auch ihr neues Buch "Wie Treibholz im Sturm" lesen. 

Den Roman "Morgen gehört den Mutigen" habe ich im englischen Original auf einem Blog gesehen und gleich mal auf meine Wunschliste gepackt. Die Autorin Kate Quinn kenne ich allerdings noch nicht.

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Meine MIGHT HAVES für den April:


Tracy Chevalier hat mich letztes Jahr mit "Der Ruf der Bäume" überzeugt. Nun bin ich gespannt auf ihren neuen Roman "Der Neue"

Von Gabriella Engelmann erscheint wieder ein Sylt-Roman über das Büchernest. "Strandkorbträume" würde deshlab ich auch gerne lesen

Die Leseprobe zu "Kleine Feuer überall" von Celest Ng hat mich neugierig auf ihren neuen Roman gemacht.

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Wie schaut es bei euch im April so aus? Was habt ihr auf eurer "Muss bei mir einziehen-Liste" ?
Freut ihr auch schon auf die Sommerromane?

 

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