- Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
- Verlag: Carlsen; Auflage (27. September 2012)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3551588880
- ISBN-13: 978-3551588883
- Originaltitel: The Casual Vacancy
- Genre: Roman
Amazon Kurzbeschreibung:
Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?
Meine Bewertung: noch ****
Buch zur Wälzer Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Da ich die Harry Potter Bücher nicht gelesen habe....oh, oh...ich höre eure entsetzten Aufschreie!....ja, ich muss es zugeben, denn damals hatte ich mit Fantasty noch gar nix am Hut, bin ich absolut unvoreingenommen an dieses Buch herangegangen. Ich habe zwar einen Artikel in einer Tageszeitung gelesen, wo eine österreichische Autorin das Buch gelesen hat und ihre Meinung betreffend der schlechten Übersetzung ins Deutsche kundtat, aber sonst hatte ich null Ahnung.
Nun muss ich sagen, dass mir die Idee der Geschichte eigentlich sehr gut gefallen hat. Oft dachte ich an unsere Dorfgemeinschaft oder die kleine Stadt, die meine erste Heimat war und J. K. Rowling hat hier sehr viel davon aufgegriffen! Egal ob in England (wie hier das Städchen Pagford) oder in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, solche Scheinheiligkeiten und Heucheleien kommen überall vor. Die Autorin hat uns hinter die Fassaden der Häuser und in die Herzen der Protagonisten sehen lassen und der Leser entdeckt hier jede Menge Bösartigkeiten.
Der Prolog beginnt mit dem plötzlichen Todesfall des Barry Fairbrother ....so auch der deutsche Buchtitel. Die Nachricht des Todes des allseits bekanntes Bürgers verbreitet sich - wie üblich in kleinen Städtchen - wie ein Lauffeuer. Damit beginnt der etwas schwierige Teil für den Leser, denn ab diesem Zeitpunkt wird man mit Namen nur so bombardiert. Wenn man die ersten hundert Seiten nicht in einem Rutsch durchlesen kann, hat man sicher Schwierigkeiten beim nächsten Einstieg zu wissen, von wem denn gerade die Rede ist.
Ausführlich werden ganze Familien, deren Sorgen und Nöte beschrieben. Die Autorin versteht es hervorragend uns einen Spiegel vorzuhalten und uns selbst zu fragen: Sind wir nicht alle ein bisschen so?
Wir lernen Teenager kennen, die sich gegenseitig mobben; angesehene Bürger, die mit dem "Abschaum" aus dem neugebauten Wohnviertel nichts zu tun haben wollen; einen männlichen Lehrer, der homophile Neigungen verspürt; ein bindungsunfähiger Anwalt, der ein Auge auf die Witwe geworfen hat und so weiter und so weiter.......Es gibt keine Familie, die hier gut weg kommt, allerdings gibt es auch fast keine Person im Buch, die nur schwarz oder weiß ist. Jeder hat hier seine schlimmen Seiten, die er verstecken will.
Die Gesellschaftskritik finde wirklich gelungen, leider sind aber die ersten 200 Seiten etwas zäh mit all den Erläuterungen und Einführungen in die verschiedenen Familien. Einen Hauptprotagonist oder eine Hauptprotagonistin gibt es hier nicht. Die Sprache ist teilweise sehr einfach und ein bisschen vulgär. Ich denke aber, dass die Autorin damit die verschiedenen Gesellschaftsschichten besser darstellen wollte.
Die Geschichte selbst ist düster und teilweise voller Hoffnungslosigkeit. Spannend wird es leider erst richtig auf den letzten 50 Seiten. Der Schluss lässt dem Leser traurig zurück....trotzdem besteht etwas Hoffnung, dass die Menschen in Pagford etwas gelernt haben.
Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen, aber es regt sehr zum Nachdenken an. Viele verschließen die Augen vor der Wirklichkeit, dem Unterschied zwischen arm und reich, der Hoffnungslosigkeit auf der einen Seite und die Gier auf der anderen Seite. Richtig sympathisch sind die wenigsten in dieser Geschichte, trotzdem hat mich der Inhalt noch Tage nach dem zuklappen des Buchdeckels berührt.
Fazit: Nicht wirklich spannend, kein Krimi, schon gar kein Thriller, kein "normaler" Roman....was ist diese Geschichte eigentlich? Einmal etwas anderes....Gesellschaftskritik an unserer Lebensform in Buchform mit Protagonisten, die wir auch in unserer Stadt finden werden. Ich vergebe vier Punkte!




















































