Weltbild Kurzbeschreibung:
Ein Märztag verändert Marlenes Leben. Da steht plötzlich Amelie vor ihr, diese wunderschöne Frau, die sie um ihren Mann Markus bittet, weil sie bald sterben muss. Marlene fällt aus allen Wolken. Eben war sie doch noch die erfolgreiche, glücklich verheiratete Ärztin. Oder? Wer ist diese lebensfrohe, strahlende Frau, die sich da plötzlich in ihr Leben und zwischen sie und Markus drängt? Sie ahnt nicht, dass aus ihrer Konkurrentin schon bald eine ganz besondere Freundin wird. Und dass Amelie in ihr etwas berührt, was man nicht mehr zurückdrehen kann.
Meine Bewertung: * * * *undeinhalb
Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge
Buch zur Von Liebe, Tod und Ehre Challenge
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich ziemlich berührt zurück gelassen. Erst nach Zuschlagen des Buchdeckels fingen meine Gedanken so richtig über diese wunderbare Geschichte zu kreisen an....
Anfangs war das Buch eher eines unter vielen. Jedoch konnte mich die poetische Schreibweise der Autorin, die hier übrigens ihren Debütroman vorstellt, wirklich bezaubern.
Auszug Seite 80/81:
Es hatte aufgehört zu schneien, dafür legte Nebel die Stadt nicht in Weiß, aber in ein helles, schmutziges Grau. Er waberte über den Straßen, den Gehwegen, den Häusern. Es war feucht und ungemütlich. Nur die Turmspitzen der nahe gelegenen Kirche streckten sich aus dem Nebelmeer nach der Sonne, schienen sie tatsächlich zu berühren, und die Sonne setzte ihnen zur Begrüßung winzige Häubchen aus Licht auf.
Die Geschichte handelt von Marlene und wird in der 3. Person geschrieben.
Marlene ist Onkologin in einem Münchner Krankenhaus und ein Workaholic. Seit dem Tod ihrer Mutter, die sie bereits früh verloren hat, fürchtet sie den Tod und versucht ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Schon bald ist man direkt in der Geschichte drinnen und wie in der Inhaltsangabe trifft Marlene sehr früh auf Amelie, die Freundin ihres Mannes.
Amelie ist eine Frau, die ihre Umgebung bezaubert und niemanden kalt lässt. Dabei ist sie hilfreich, aufrichtig und eine Träumerin. Sie besitzt einen Hutladen und schneidert die seltsamsten Hutkreationen. Marlene fällt aus allen Wolken als ihr diese Frau, die inn ihrem Büro sitzt und von der sie zuerst nur einen riesengroßen Hut sieht, eröffnet, dass sie ihren Mann liebt und sterbenskrank ist. Anfangs ist Marlene nur wütend. Doch nachdem sie Amelie besser kennenlernt und sie auch behandelt, ist sie genauso fasziniert von dieser Frau, wie alle anderen.
Die Geschichte ist gespikt mit Lebenserfahrungen und Ratschlägen, die Amelie an ihre Freunde und auch an Marlene weitergibt. Es wirkt aber nie belehrend. Es erinnerte mich auch etwas an den Film "Amelie". Auch dort will die Protagonistin ihren Mitmenschen helfen und versteckte Ratschläge weitergeben. Vielleicht ist auch der Bezug zu dieser Amelie im Film gewollt....
Doch hier haben wir es auch mit einer sehr kranken Amelie zu tun, die nicht sterben will.
Und auch Marlene findet durch einige versteckte Hinweise von ihr wieder zurück zu ihren Vater, mit dem sie seit dem Tod der Mutter keinen Kontakt mehr hatte und verliebt sich in die Toskana, die Gegend, aus der Amelie kommt.
Noch ein Wort zum Cover, das mir hier persönlich nicht wirklich gefällt. Immer wieder hat "der Hut" in dieser Geschichte eine wichtige Bedeutung, so dass ich diesen auf dem Umschlag vermisse. Frauenköpfe scheinen ja im Moment sehr beliebt auf Cover zu sein...aber dann hier bitte mit Hut! =)
Die Autorin versteht es wunderbar den Schmerz der betrogenen Ehefrau, aber auch den verzweifelten Kampf gegen den Krebs, den sie als Onkologin im Krankenhaus täglich gegenübersteht, zu vermitteln, ohne dass der Leser in Trauer oder Depressionen beim Lesen verfällt. Mit Charme und Humor bringt sie dieses ernste Thema in Form einer wunderbaren Geschichte dem Leser näher, die erst so richtig nach der letzten Seite zu wirken beginnt.
Fazit:
Ein Buch über den Krebs, Freundschaft und dem Tod, das man jedoch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zuklappt. Eine Geschichte, die erst nachwirken muss.