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27 Februar 2026

Das Signal - Ursula Poznanski

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Hardcover: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Knaur HC, 1. Auflage (2. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426568128
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426568125
    • Genre: Thriller



Knaur Kurzbeschreibung:
Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt. Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite. Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht …

Meine Bewertung: * * * * *

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Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur Book Special ABC Challenge

Meine Meinung:
Bei Ursula Poznanski greife ich normalerweise lieber zu ihren Jugendbüchern, als zu ihren Thrillern, da letztere für meinen Geschmack sprachlich manchmal einen etwas zu jugendlichen Touch haben. Umso gespannter war ich daher auf ihren neuesten Thriller „Das Signal“.
Bereits nach der Leseprobe stand für mich fest, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte. Denn schon von den ersten Seiten an, hat mich die Geschichte absolut gefangen genommen.

Innenarchitektin Viola Decker erwacht im Krankenhaus. Sie hat beim Einsturz des noch nicht fertig renovierten Weinkellers ihres Mannes ein Bein verloren. Viola kann sich nicht erinnern, was sie im Weinkeller wollte, der nachweislich nicht sicher ist. Ehemann Adam kümmert sich liebevoll um sie und doch hat Viola das Gefühl, dass er ihrer ziemlich sicher bald überdrüssig werden wird, denn Adam ist ein Perfektionist und Viola ist nicht mehr perfekt. Außerdem scheint er es nicht wirklich eilig zu haben, dass gemeinsame Haus barrierefrei umzubauen. Während Viola im Erdgeschoss gefangen zu sein scheint und von der neu eingestellten Pflegerin überwacht wird, fühlt sie sich immer hilfloser.

Ursula Poznanski widmet sich diesmal dem Genre des Domestic Noir (d.h. das vermeintlich sichere Zuhause der meist weiblichen Protagonistin verwandelt sich in einen Schauplatz der Bedrohung).
Nach ihrem schweren Unfall ist Viola ans Bett gefesselt und vollständig auf Hilfe angewiesen. Ihre Pflegerin Otilia überwacht sie mit einer Strenge, die eher an Gefangenschaft als an Fürsorge erinnert. Zunehmend verschwinden Gegenstände aus Violas unmittelbarer Umgebung - ihre Krücken oder der Rollstuhl. Aus Angst, die Kontrolle vollends zu verlieren, bestellt sie GPS-Tracker, um ihre Sachen schneller wiederzufinden. Doch bald wird ihr Misstrauen größer. Als sich ihr Mann immer merkwürdiger verhält, steckt sie heimlich einen der kleinen Sender in seine Stiefeletten. Was sie daraufhin entdeckt, offenbart immer mehr Widersprüche in seinen Erzählungen und lässt die Grenzen zwischen Fürsorge, Manipulation und Bedrohung endgültig verschwimmen.

Erzählt wird aus der Sicht von Viola in der Ich-Form. Sie war für mich eine nahbare und sympathische Protagonistin. Der Verlust ihres Beines und die plötzliche Abhängigkeit von anderen, wurde sehr gefühlvoll und realitätsnah dargestellt. Auch das Gefühl, im eigenen Zuhause gefangen zu sein, wird so realitätsnah beschrieben, dass ich es gut nachempfinden konnte. 
Die Erzählung einzig aus ihrer Sicht lässt allerdings auch die Frage aufkommen, ob Viola eine verlässliche Erzählerin ist? Oder ob sie manches falsch interpretiert?

Die unterschwellige Bedrohung und Spannung ist allgegenwärtig. Es geht aber nicht nur um Spannung, sondern auch um Manipulation, Kontrolle und Vertrauensverlust. Ursula Poznanski verteilt ihre Informationen gut dosiert. Ihr Schreibstil wirkt diesmal erwachsener und nicht wie in "Die Burg" eher jugendlich angehaucht. Deshalb hatte ich hier auch immer das Gefühl einen "richtigen Thriller" zu lesen und nicht einen Jugendthriller, der auf erwachsen programmiert ist. 

Während mich bei Poznanski häufig die Charaktere nicht ganz überzeugen konnten, gibt es diesmal nichts zu bemängeln.
Viola ist eine starke und intelligente Protagonistin, die versucht hinter den Aktivitäten ihres Mannes zu kommen. Doch auch sie hat ein düsteres Geheimnis, welches sie lange verbergen konnte. Die wortkarge und strenge Pflegerin Otilia verursacht einem oftmals Gänsehaut, aber Ehemann Adam hat mir fast noch mehr Angst eingejagt. Dabei fragt man sich beim Lesen lange, ob er nur fürsorglich oder berechnend ist. Er bleibt lange nicht greifbar. Mein Lieblingscharakter war eindeutig Benno, der Nachbarsjunge mit Down Syndrom, der ihr unwissentlich eine große Hilfe ist.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die etwas dubiose Vergangenheit von Viola, die nicht ganz glaubwürdig wirkt. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. 
Das Ende ist gelungen und glaubwürdig.

Gefallen hat mir auch der Stadtplan von Wien auf der Innenseite des Covers. Oftmals gibt es keine genaueren Ortsangaben bei Posznankis Büchern. Umso mehr freue ich mich über diesen Wien-Thriller.

Fazit:
Ursula Poznanski konnte mich mit ihrem neuen Thriller diesmal richtig abholen, den ich innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite! Leseempfehlung!


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!

9 Kommentare:

  1. Liebe Martina

    Die Autorin begegnet mir soooo oft und doch habe ich immer noch kein einziges Buch von ihr gelesen, Asche über mein Haupt...

    Aber deine Empfehlung hat mich sehr neugierig gemacht. Vor allem, dass es sich bei dem Buch (ausnahmsweise) um einen spannenden Thriller handeln soll, freut mich natürlich.

    Vielen Dank für den Tipp, das Buch kommt auf die Wunschliste.

    Alles Liebe
    Livia

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  2. Hallo Martina,
    wie schön, dass dir das Buch gefallen hat. Es klingt sehr nach einer spannenden Geschichte.
    Bei mir ist gerade Moorland eingezogen, nachdem ich ja lange Zeit kaum noch Thriller gelesen habe, geht es jetzt wieder los.

    Hab ein schönes Wochenende! Bei uns herrscht schon Frühlingswetter!
    lg Barbara

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  3. Schönen guten Morgen!

    Das scheint ja wieder richtig gut gelungen zu sein! Ich hab ja eine kleine Pause gemacht mit den Büchern der Autorin und es scheint Zeit zu werden, diese wieder zu unterbrechen :D Allerdings hab ich erstmal Scandor auf dem Plan, das es bei mir in der Onleihe gibt und ich nur noch darauf warten muss, bis es "frei" wird :D
    Aber das neue hier hört sich auch richtig gut an, da freu ich mich schon drauf!

    Übrigens hab ich Domestic Noir direkt mal gegoogelt - das kannte ich noch nicht und werde ich direkt mal in meinen Genrebeitrag mit einbauen!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,
      hi, hi..ich habs auch gegoogelt, weil es damit beworben wurde - aber erst nachdem ich das Buch gelesen hatte. Ich habe sogar an deine Post mit den Untergenres gedacht =)

      Ich freue mich, dass mich seit längerer Zeit ein Poznanski Thriller so fesseln konnte. Ich habe schon das Ende gefürchtet, weil wir damit ja oftmals Schwierigkeiten haben, aber es war gut gelöst. Bin rundherum zufrieden mit diesem Thriller, der auch keine zu jugendliche Sprache wie bei der Burg hat.

      Liebe Grüße
      Martina

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    2. Na dann steht dem auf jeden Fall nichts mehr im Wege! :)

      Wenn du über was stolperst, was ich noch eintragen kann als Unterkategorie bei den Genres, immer gerne melden! Ich erweitere die Liste gerne!

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  4. Hallo Martina,

    für mich war es auch ein Highlight und hat mich total positiv überrascht. Hätte ich gar nicht gedacht, dass Ursula Poznanski (endlich mal wieder) etwas in die Richtung raushaut.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ich fands super! Hoffentlich wird auch der nächste Thriller wieder so gut!

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  5. Sooo toll, dass dich endlich auch ein Thriller von UP fesseln konnte, der nicht zu ihren Jugendbüchern zählt. Ich fand Viola als Protagonistin super, vor allem im Bereich des Domestic Noir. Sie hat sich authentisch, intelligent und stark verhalten.
    Deine Rezi hat mir sehr gut gefallen!
    Liebe Blubbergrüße
    Anka

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    1. Vielen Dank liebe Anka!
      Ich fand Viola auch sehr authentisch und als Figur sehr gelungen. Ein wirklich toller Thriller!
      Liebe Grüße
      Martina

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