- Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
- Verlag: Diogenes; 4. Edition (24. Februar 2021)
- ISBN-10 : 3257071485
- ISBN-13 : 978-3257071481
- Genre: Coming-of-Age Roman
![]() |
| Die Bildrechte liegen beim Verlag |
Diogenes Kurzbeschreibung:
Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden. Eine Hommage an 80’s Coming-of-Age-Filme wie ›The Breakfast Club‹ und ›Stand By Me‹ – die Geschichte eines Sommers, den man nie mehr vergisst.
Meine Bewertung: * * * * *
Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine
Meinung:
Seit mehr als einem Jahr liegt dieser Roman auf meinem Stapel ungelesener Bücher, dabei habe ich ihn mir gleich zum Erscheinungstermin gekauft und wollte ihn sofort lesen.
Nun war es endlich so weit und wie ich schon vermutet hatte, hat "Hard Land" genau meinen Geschmack getroffen.
Ich liebe Bücher, die in den Achziger Jahren spielen und mich an meine eigene Jugend erinnern. Benedict Wells hat dieses Gefühl, mich in dieser Zeit wiederzufinden, sehr gut umgesetzt, obwohl die Geschichte in den USA spielt und er selbst erst 1984 geboren wurde.
Letztes Jahr habe ich von Ewald Arenz "Ein großer Sommer" gelesen, das ebenfalls ein Comining-of-Age Roman ist und in den Achzigern spielt. Für mich ebenfalls ein 5 Sterne Buch.
Sam ist ein schüchterner 15jähriger Junge, dessen bester Freund vor kurzem mit seiner Familie aus der aussterbenden Kleinstadt Grady weggezogen ist. Seit der größte Arbeitgeber die Produktionsstätte verlegt hat, verlassen die Einwohner nach und nach den Ort in Missouri. Durch die Schließung der Firma ist auch Sam's Vater arbeitslos geworden. Seine schwerkranke Mutter
arbeitet weiterhin in ihrer Buchhandlung. Die Ferien soll Sam bei seinen Kousins verbringen, was dieser ablehnt. In der Not sucht er sich einen Ferialjob im einzigen Kino, wo er auf Kristie, die Tochter des Kinobesitzers, Cameron und "Hightower" trifft. Alle drei sind älter als Sam und haben die Schule beendet. Im Herbst wechseln sie aufs College und werden Grady verlassen.
Sam ahnt noch nicht, dass dieser Sommer für ihn immer in Erinnerung bleiben wird und das nicht nur, weil seine Mutter sterben wird. Das ist kein Spoiler, denn diese Tatsache wird bereits im ersten Satz des Buches erzählt.
Wir begleiten Sam durch den Sommer. Es sind elf Wochen, die er mit seinen neuen Freunden verbringt, seinen ersten Ferialjob hat und sich zum ersten Mal verliebt.
Sam ist ein Außenseiter und seit sein einziger Freund Grady verlassen hat, ziemlich einsam. Zu seinem arbeitslosen Vater hat er keinen wirklichen Zugang, seine ältere Schwester hat die Kleinstadt schon als junges Mädchen verlassen und seine Mutter ist schwerkrank. Sam war mir von Beginn an sympathisch. Er steht genau an der Schwelle zum Erwachsen werden und erlebt einen unvergesslichen Sommer, der nicht nur positives für ihn bringt, ihn aber reifen lässt. Durch den Zuspruch seiner neu gewonnen Freunde findet er etwas Abwechslung und kommt mehr aus sich heraus. Seine Gedanken kreisen nicht immer nur um seine kranke Mutter, sondern auch um Freundschaft, erste Liebe und Abenteuer. Die Entwicklung von Sam ist wunderbar beschrieben und spannend zu
lesen. Trotz einiger schwerer Themen schimmert in Wells Roman immer wieder Lebensfreude, Hoffnung und Optimismus durch.
Für mich sind Kirstie, Cameron und "Hightower" doch etwas klischeehaft geworden. Kirstie ist ein etwas ausgeflipptes junges Mädchen, das immer wieder ihre Grenzen austestet. Film-Nerd Cameron hat Angst vor seinem Coming-out und "Hightower" ist zwar der lokale Sport-Star, aber schwarz. Somit hat Wells auch das momentan vielbesprochene Thema LGBTQ in seinen Roman mit eingebaut.
Hier kommt neben dieser etwas kleinen negativ angehauchten Einschätzung auch mein einziger Kritikpunkt. Das Ende. Ich fand es etwas zu unglaubwürdig und kitschig und wäre mit einem anderen Schlusspunkt besser zurechtgekommen. Aber das ist natürlich Ansichtssache und verändert auch meine Bewertung nicht.
Interessant fand ich, wie Wells das Spiel mit dem Roman im Roman verwendet hat. In der Kleinstadt gibt es einen berühmten Autor,
dessen Buch „Hard Land“ regelmäßig alle Schüler lesen müssen und trotzdem
nicht verstehen. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden und der Begriff Coming-of-Age wird direkt im Buch erklärt.
Besonders gefreut habe ich mich natürlich auf das Achziger Jahre Feeling und das Kino. Ich bin selbst ein Kino-Fan und habe meine Jugend in diesem Jahrzehnt verbracht. Die Musik von Billy Idol, INXS und ELO begleiteten auch mich durch diese Zeit, genauso wie Marty McFly aus "Zurück in die Zukunft".
Fazit:
Ein wundervoller Roman über das Erwachsenwerden, authentisch und ruhig erzählt. Benedict Wells lässt die Achziger Jahre wieder auferstehen und den Leser elf Wochen lang Sam während eines wichtigen Lebensabschnittes begleiten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

AntwortenLöschenDas klingt wirklich nach einem sehr lesenswerten Roman, liebe Martina. Kaum zu glauben, dass der Autor diese Zeit dann gar nicht selbst erlebt hat... jedenfalls nicht als Jugendlicher, sondern nur als kleines Kind... (Andererseits: Ich fühle mich auch zu den 1960ern hingezogen und finde die Entwicklungen rund um 1968, 69, 70 total spannend, obwohl ich da noch ein Kind war...
Danke für deinen Mallorca-Komentar. Mittlerweile geht's weiter :-)
Hab eine schöne neue Woche!
Herzlichst, Traude
https://rostrose.blogspot.com/2022/07/mallorca-reisebericht-teil-2-tag-4-bis.html
Hi Martina!
AntwortenLöschenEin paar kleine Kritikpunkte hatte ich bei dem Buch, aber insgesamt war es auf jeden Fall ein schöner Ausflug in die "alte Zeit" :)
Freut mich dass es dir auch im allgemeinen gut gefallen hat!
Liebste Grüße, Aleshanee
Liebe Aleshanee,
Löschenmit dem End ehabe ich ein bisschen gehadert, deshalb hat es auch keinen "Lieblingsbuchstatus" bekommen, aber da es mich sonst total mitgerissen hat, waren die 5 Sterne ein MUSS.
LG Martina
Hallo Martina,
AntwortenLöschennun hast du es auch gelesen. :)
Ich fand den Roman richtig magisch. Und wie du schon schreibst, wenn man bedenkt, dass der Autor die 1980er gar nicht selbst als Jugendlicher erlebt hat, dann hat er es wohl gut hingebracht.
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
Löschenich habe mich schon gewundert, dass kein Kommentar von dir kommt, dabei waren gleich drei für diese post im SPAM Ordner!!! :(
Ich weiß ja, dass du auch ganz begeistert davon warst. Ich mochte es sehr und es hat mir besser als "Vom Ende der Einseimkeit" gefallen. Ich bin gespannt, was du dann dazu sagen wirst, wenn du es liest!
LG Martina
Hallo Martina,
Löschenmomentan funktioniert das mit dem Kommentieren nicht so richtig. Wenigstens wissen wir jetzt, warum man manche Posts mehrmals kommentieren muss, damit man einen Kommentar sieht. :D
"Vom Ende der Einsamkeit" habe ich sogar schon gelesen. :D Ich glaube, das war gleich Anfang des Jahres. Ich fand beide Bücher toll, aber "Vom Ende der Einsamkeit" ist halt doch sehr schwermütige Lektüre. "Hard Land" hatte viel mehr Leichtigkeit in sich.
Liebe Grüße
Nicole
Hallo Martina,
AntwortenLöschenmit diesem Roman liebäugle ich auch schon seit seinem Erscheinen. "Der große Sommer" habe ich letztes Jahr auch gelesen, aber leider konnte es mich nicht so überzeugen. Es war inhaltlich einfach nicht so meins. Daher schrecke ich auch vor diesem Buch weiterhin zurück. Viele vergleichen die beiden ja miteinander und fanden sie ähnlich gut, was bei mir die Vermutung aufkommen lässt, dass es mir auch nur mäßig gefallen würde... Hmm... Gut, dass es noch so viele andere Bücher gibt!
Von dem Autor möchte ich aber gerne etwas lesen. Nur werde ich dann wohl zu einem anderen Buch greifen. Zumindest zuerst.
Liebe Grüße,
Sandra
Liebe Sandra,
Löschenich mochte ja den großen Sommer auch sehr! Von daher weiß ich jetzt nicht, ob ich dir raten soll "Hard Land" zu lesen. Es ist anders, aber trotzdem ähnlich ;)
LG Martina
Hallo liebe Martina
AntwortenLöschenLeider hat das Kommentieren bei dir plötzlich nicht mehr funktioniert, weshalb ich es einfach noch einmal probiere.
"Hard Land" und "Vom Ende der Einsamkeit" stehen schon lange auf meiner Wunschliste, von Benedict Wells habe ich nämlich immer noch nichts gelesen... Aber ich sollte das wirklich mal ändern...
Und: schon beim Lesen deiner Rezension hatte ich so ein "Der-grosse-Sommer"-Gefühl, scheint also gerade perfekt zu passen und das weisst auch darauf hin, dass mir das Buch sehr gut gefallen könnte.
Liebe Dank für deine Empfehlung
Livia