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30 Juni 2018

Der letzte Gast - Sabine Kornbichler



    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Piper Paperback (2. Mai 2018)
    • ISBN-10: 3492061060
    • ISBN-13: 978-3492061063
    • Genre: Krimi


PIPER Kurzbeschreibung:
München. Ein Tag wie jeder andere. Die Dogwalkerin Mia bringt Coco, den Pudel ihrer schwer kranken Kundin Berna, zurück. Die alte Dame erwartet sie bereits an der Tür, sie wirkt benommen und fahrig, behauptet, ihr Neffe sei zu Besuch, und schickt Mia mit der Bitte fort, in zwei Stunden noch einmal wiederzukommen. Später reagiert sie jedoch nicht auf ihr Klingeln. Alarmiert dringt Mia in das Haus ein und findet dort Spuren einer heftigen Auseinandersetzung. Sie entdeckt Berna, die erdrosselt in ihrem Bett liegt. Von diesem Moment an ist sie für die Polizei eine wichtige Zeugin – und für den Täter eine ernst zu nehmende Gefahr.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dogwalkerin Mia Kaminski lebt gemeinsam mit ihrer Freundin Charlotte, einer Personal Trainerin, und Video-Cutter Lukas in einer WG in München. Sie kennt den Großteil ihrer Kunden sehr gut. Zu diesen gehört auch die unheilbar kranke Berna Keining, die sich auf ihren selbstgewählten Tod in der Schweiz vorbereitet. Doch jemand scheint andere Pläne zu haben, denn als Mia Bernas Hund Coco abholen will, ist diese tot - brutal ermordet. Berna war Mia zuvor schon etwas merkwürdig und leicht benommen vorgekommen, als sie Coco vom Morgenspaziergang zurückbrachte. Auch ihr Verhalten war untypisch. Nun macht sich Mia schwere Vorwürfe und ist außerdem auch noch verdächtig. Wer war Bernas letzter Gast?

Der Krimi beginnt spannend und sehr vielversprechend. Man durchlebt mit Mia's Zweifel, ob sie richtig gehandelt hat oder ob sie nicht wegen Bernas merkwürdigen Verhalten Eintritt ins Haus hätte fordern sollen. Mias Aussage, dass Berna Besuch von ihrem Neffen Nico hatte, der ihr Ex-Freund ist, wird von Nico und seiner Familie natürlich nicht gern gesehen. Außerdem vermissten sie einen wertvoller Ring. Mia wird beschuldigt ihn gestohlen zu haben und wird von Nicos Familie gezwungen ihre Aussage zurückzunehmen. Doch Mia denkt gar nicht daran und wird bald darauf tätlich angegriffen. Obwohl sie sich nicht einschüchtern lässt, fand ich viele ihrer Aktionen einfach nur unglaublich dumm. Sie vernichtet Beweismittel, sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht und reagiert total kopflos. Verhält man sich so, wenn man gleichzeitig Zeuge und Verdächtiger ist?

Der polizeiliche Ermittler war nur eine Randfigur, denn in diesem Krimi ist die Spürnase..nein, nicht vierbeinig, sondern Mia. Sie ist zwar tough, aber sehr unüberlegt.

Im Mittelteil des Krimis entstanden leider einige Längen. Es gab viele Wiederholungen und die Spur zum Täter drehte sich etwas im Kreis. Mias Gedanken kreisten in einer Dauerschleife um daselbe, was mit der Zeit etwas ermüdend war. 
Ich habe gerne mitgerätselt, doch leider hatte ich ziemlich schnell den richtigen Riecher, wer hinter den Morden steckt. Ich wartetet nur noch darauf zu erfahren, welches Motiv der Täter hatte. So bereitete mir die zweite Hälfte des Krimis etwas weniger Spaß.

Die Charaktere fand ich facettenreich und authentisch. Ich hatte sie alle vor Augen - mit Ausnahme von Nicos Bruder, der für mich nicht greifbar war. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Greta, eine ältere Dame, die mit ihrer Tochter einen Stock ober Mia wohnt. Die nächtlichen Spaziergänge durch München, die Mia und Greta unternehmen, lassen auch vor meinen Augen die Plätze und Straßen der Stadt bildhaft entstehen. Und dann sind natürlich noch die Vierbeiner, die eine nicht unwesentliche Rolle im Krimi spielen.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin konnte mich hingegen überzeugen. Er ist flüssig, lebendig und man fliegt richtig durch die Seiten. Die Kapitel sind eher kurz , die Schrift eher groß gehalten. Die Story wird aus der Sicht von Mia erzählt.

Fazit:
Ein Krimi mit einer untypischen "Ermittlerin", der spannend beginnt, aber ab dem Mittelteil einige Längen aufweist. Mir war der Täter ebenfalls ziemlich schnell klar, was aber das Miträtseln nicht schmälerte. Trotzdem hätte ich mir mehr Wendungen und Überraschungen gewünscht.

Vielen Dank an den PIPER Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die Leserunde!

5 Kommentare:

  1. Klingt ganz interessant, obwohl auch wieder ein bisschen zu vorhersehbar. Es ist lange her, seit ich etwas wirklich 'Neues' von Kornbichler gelesen habe. Ich war damals nach 'Klaras Haus' und 'Steine und Rosen' ziemlich begeistert von ihr, aber irgendwie fielen spätere Bücher dagegen ab. Vielleicht stört mich auch, dass zunehmend Krimi-Elemente und Überraschungen eingebaut wurden, ohne dass diese scheinbaren 'Wendungen' dann wirklich besonders überraschend waren. Das Problem (wenn man es denn so nennen möchte) ist vermutlich, dass man einfach schon zu viel gelesen hat, um einen Plot wirklich noch überraschend und frisch zu finden :-) Danke für diese sachliche Rezension, Martina!

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    1. Hallo und danke für dein Kommentar!
      Ich denke auch, dass es immer schwieriger wird gute krimis und Thriller zu finden, wenn man so vielaus diesem Genre liest. Deswegen habe ich die letzten Monate auch weniger davon gelesen, aber es sit wirklich schwer etwas zu finden, dass einem richtig fesselt! (oder ich nicht schon ab der Hälfte weiß, wer der Täter ist!)
      Liebe Grüße
      Martina

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  2. Hallo Martina,

    wohl also eher ein Buch, das ich nicht lesen werde. :-(
    Wenn Krimis zu vorhersehbar sind, mag ich das nicht so sehr und "Dauerschleifen" sind echte Spannungshemmer.

    Aber es wird schon wieder den Kracher im Bereich Krimi/Thrller geben, der uns glücklich machen wird.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  3. Huhu Martina :D

    Da musste ich doch direkt mal deine Rezension lesen! :D Witzigerweise kam ich bei dem anderen Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, auch sehr schnell auf den Täter. (Es hatte leider schon der Buchtitel eine Richtung angedeutet!)

    Ich glaube, die Autorin ist da leider auch nichts für mich!

    Liebe Grüße
    Jessi

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  4. Liebe Martina

    Es ist sehr schade, dass der Krimi so vorhersehbar ist. Mich stört das manchmal auch dann, wenn das Miträtseln spannend bleibt. Es ist halt nicht das gleiche, wie wenn erst auf den letzten Seiten die Auflösung präsentiert wird.

    Bevor ich zu diesem Buch greife, werde ich also zuerst noch die Reihe um Kristina Mahlo auf den aktuellen Stand lesen. "Das Verstummen der Krähe" hat mir ja damals sehr, sehr gut gefallen.

    Alles Liebe dir
    Livia

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