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09 Februar 2016

Bernsteintränen - Izabelle Jardin



    • Taschenbuch: 386 Seiten
    • Verlag: Amazon Publishing (17. November 2015)
    • ISBN-10: 1503953890
    • ISBN-13: 978-1503953895
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur



Amazon Kurzbeschreibung:
 »Halt dich nicht mit Gefühlsduseleien auf. Geh deinen Weg, schau weder rechts noch links, nutz deine Bildung zum Erfolg!«
 Mit diesem Leitspruch ist Nicola bisher ausgezeichnet durchs Leben gekommen. Als Justitiarin eines international agierenden Unternehmens steht ihr eine glänzende Karriere bevor. Eine große Liebe, die sie von ihrem Weg abbringen konnte, hat sie noch nie erlebt. Bis ausgerechnet eine Geschäftsreise in das Land des Bernsteins alles auf den Kopf stellt. Unversehens gerät sie in einen Strudel aus Vergangenheit und Gegenwart, der sie dazu bringt, ihr Lebensmotto infrage zu stellen und mehr als nur das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Nicola hat gerade das Ende einer Beziehung hinter sich. So macht es ihr auch nichts aus, als sie zwischen Weihnachten und Neujahr für ihren Chef einspringen soll, um nach Polen zu reisen. Die Firma, in der sie als Justitiarin (= Mitarbeiterin in einem Unternehmen, einer Behörde, einem Verein oder Ähnlichem, der für rechtliche Angelegenheiten zuständig ist) arbeitet, möchte in Polen einen neuen Firmenstandort errichten und Nicola soll das Grundstück inspizieren. Sie ahnt nicht, dass diese Reise ihr Leben verändern wird....

Meine Meinung:
"Bernsteintränen" fällt alleine schon durch das wunderschöne Cover ins Auge. Als ich die Leseprobe zum Roman gelesen habe, wusste ich, dass ich mich für die Leserunde bei Lovelybooks unbedingt bewerben muss, denn diese nahm mich von Anfang an sofort gefangen. Ich hatte Glück und durfte zusammen mit Nicola in das Land des Bernsteins reisen.
Bei der Vorstellung des Romanes und auch bei der Leseprobe gab es Passagen aus dem 2. Weltkrieg und einige von uns dachten, es handle sich hier um einen historischen Roman. Dem war definitiv nicht so, auch wenn man uns ein Brief und einige weitere Rückblenden in die Vergangenheit führen, nämlich ins Jahr 1945.
Nicola, die in ihrem bisherigen Leben kaum Liebe von ihren Eltern erfahren hat, weil bei ihnen nur der Erfolg zählte, durchlebt im ehemaligen Ostpreußen eine völlige Wandlung. Die selbstbewusste und toughe Geschäftsfrau verliebt sich in das wenig besiedelte Land im Norden Polens und in den dort ansässigen Arzt Marcin. Durch Zufall entdeckt sie den Brief einer jungen Frau, die kurz vor der Flucht vor den Russen, nur wenige Monate vor Kriegsende, an ihre Mutter schreibt. Das Schicksal des geheimnisvollen Mädchens lässt Nicola nicht zur Ruhe kommen und beschäftigt sie auch nach ihrer Geschäftsreise. Aber auch Marcin geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. So beschließt sie die Schreiberin der Briefe zu finden und auch Marcin zu erobern..... Nach und nach fließen die Geschichten aus der Vergangenheit und die aus der Gegenwart ineinander und ließen mich richtig an den Seiten kleben.

Die Charaktere des Romans sind lebendig und wundervoll beschrieben. Die Schicksale einiger Personen berührten mich sehr. Gerne hätte ich noch etwas mehr aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges gelesen. Diese Abschnitte fand ich besonders spannend und interessant, auch wenn ich die Liebesgeschichte rund um Nicola und Mracin ebenfalls sehr mochte. Die Szenen kurz vor Kriegsende, als die Menschen auf der Flucht vor den Russen und den Deutschen waren, wurden sehr realistisch geschildert und erinnern an Bilder aus den Nachrichten von heute.
 

Was dem Buch letztlich meiner Meinung nach die 5 Sterne kostete, die ich bis fast zum Schluss schon im Hinterkopf hatte, waren die für mich zu vielen Zufälle. Den ersten konnte ich noch nachvollziehen und mir glaubhaft machen, denn Izabelle Jardins hat für ihren Roman als roten Faden die Bestimmung oder das Schicksal gewählt. Doch es folgte später ein weiterer Zufall, den ich leider nicht mehr als diesen
annehmen konnte. Das waren mir eindeutig zu viele Vorsehungen und Bestimmungen und das Ende war mir danach auch zu klischeehaft.

Schreibstil:
Dies ist mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht mein Letztes! Der Schreibstil von Izabelle Jardin ist sehr bildhaft, fesselnd und emotional. Dabei geht sie auch sehr detailliert vor und schafft es Atmosphäre in die Erzählung zu bringen. Die Geschichte nahm mich gefangen und führte mich durch ein Land, das hier so ausdrucksvoll und lebendig beschrieben wird, dass ich selbst am liebsten die Koffer packen und nach Polen reisen würde. Die miteingewobene polnische Sprache machte die Geschichte noch authentischer. Die Autorin verwendete aber auch einige Fremdwörter; Begriffe, die mir komplett neu waren und die ich nachschlagen musste.

Fazit:
Ein sehr berührender Roman, der lebhafte Bilder im Kopf entstehen lässt und dessen Autorin einen ausdrucksvollen Schreibstil besitzt. Ich konnte mich kaum losreißen, doch leider kostete das etwas klischeehafte Ende und die Menge an Zufällen diesem sonst tollen Buch die fünf Sterne.


Vielen Dank an die Autorin für das (wunderschöne) Rezensionsexemplar und die interessante Leserunde bei Lovelybooks, die ein für mich eher uninteressantes Land plötzlich attraktiv germacht hat!

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