Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.
Meine Bewertung: * * * * undeinhalb
Buch zur "Deutschsprachigen Autoren-Challenge
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass mir eine Rezension zu diesem Buch sehr schwer fällt.
Bücher, die eine wahre Lebensgeschichte beinhalten sind sehr schwer zu bewerten und nachzuvollziehen. Am liebsten würde ich solche Bücher gar nicht bewerten, denn jeder Autor, der über sein Leben oder das einer nahestehenden Person erzählt, erzählt dies aus seiner eigenen Perspektive und wie er diese Geschichte miterlebt hat. Dazu steht einem eigentlich kein Urteil zu...
Was ich zu diesem Buch sagen möchte ist, dass ich mir zuerst etwas anderes erwartet hatte. Meine Vorstellung über diese Krankheit zu berichten war aber bei weitem negativer besetzt und ich finde, dass der Autor hier das Thema Alzheimer wirklich viel leichter und lockerer rüberbringt. Das Buch ist sehr positiv geschrieben, was bei so einer Krankheit sicher sehr schwer fällt. Jeder, der schon in der eigenen familie damit konfrontiert wurde, weiß wie schlimm es für den Kranken und die Angehörigen ist.
Arno Geiger erzählt die Lebensgeschichte seines Vater, der als sehr junger Bursche aus einer kinderreichen Bauernfamilie in den zweiten Weltkrieg ziehen musste und wie diese Kriegsjahre sein Leben veränderten. Nach dem Krieg wollte er nie wieder seine Heimat Vorarlberg verlassen. Dies wird im Laufe seiner Krankheit zum festen Bestandteil. Der Autor erzählt auch wie gerne er noch mehr von seinem Vater erfahren hätte, bevor die Krankheit ihm seine Erinnerung genommen hat und wie er sich nach Jahren der Entfremdung wieder seinem Vater angenähert hat. Dabei bringt er sehr viele persönlich Familiengeschichten in das Buch mit ein.
Fazit: "Der alte König in seinem Exil" ist wunderbar erzählt; eine sehr persönlich geschriebene und bewegende Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, die erst am Ende eines Lebens wirklich zum Tragen kommt

Hallo Martina!
AntwortenLöschenDanke für die tolle Rezi!
Ich habe das Buch ja vor einiger Zeit auch gelesen, und habe mich bis jetzt noch zu keiner Rezension durchgerungen. 1., weil ich mit den Rezis im moment eh nicht hinterherkomme und 2. weil es mir persönlich auch sehr schwer fällt dieses Buch zu bewerten. Deine rezi gefällt mir sehr gut!
LG
Bärbel
Ich muss dir da wirklich recht geben! Nichts ist so schwer zu rezensieren wie Schicksalsschläge. Ich finde allerdings du hast das sehr gut rüber gebracht, wirklich eine rund um gelungene Rezension! :)
AntwortenLöschenLG
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Jeden Montag neuer Lesestoff
Tolle Rezi! Ich habe in meinem Bücherschrank ebenfalls ein Buch über Alzheimer. Mal schauen, wie dort das "Problem" behandelt wird.
AntwortenLöschenAußerdem kenne ich mehrere Leute die mit dieser Krankheit leben müssen und natürlich auch die dazugehörigen Angehörigen!
Wenns dazu noch ein Buch mit einer wahren Geschichte ist, kann ich mir gut vorstellen, dass es schwierig ist darüber zu urteilen.
lg Sandra
Hehe ;) Bin auch hier neue Leserin :* (Gin86)
AntwortenLöschenGruß Hanna ♥
PS: Lies das verbotene Eden, das ist guuuuut +.+